/// Rubrik: Stadtleben

Biber vom Saubach vertrieben?

Kreuzlingen – Er ist der Bahnhofs-Biber: Etwa 30 Meter nördlich des Hauptbahnhofs hat sich ein Nager häuslich niedergelassen (wir berichteten bereits vergangene Woche über erste Spuren).

«Er hat einen Damm von 20 Zentimeter Höhe erstellt und sich bereits eine Wohnhöhle gegraben», teilt Stefan Braun, Umweltbeauftragter der Stadt mit. «In Rücksprache mit Hallo Biber Ostschweiz haben wir beschlossen, dass der Biber grundsätzlich an diesem Standort verbleiben darf.» Ob er das auch tut, wird sich zeigen.

Spuren des Bahnhofs-Bibers am Schoderbach.  (Bild: sb)

Spuren des Bahnhofs-Bibers am Schoderbach. (Bild: sb)

Gemäss Aussage von Philip Taxböck, Hallo Biber Ostschweiz, sollte das Revier für ein einzelnes Tier ausreichen, nicht jedoch für eine Familie. «Wir werden eine Gefährdung des Bahnhofs durch Hochwasser mit einem Spezialisten abklären und die Nachbarn mittels Flugblatt informieren», so Braun. Einige Bäume wurden vorsichtshalber mit einem Gitter geschützt. Für den Umweltbeauftragten ist aber eines klar: «Dass der Biber an diesem zentralen und stark frequentierten Ort Revier bezogen hat, werten wir als Bereicherung für unsere Stadt.»

Weniger erfreulich ist der Grund, der den Biber wahrscheinlich in die Stadt getrieben hat. Am Saubach/Döbeli wurde in den vergangenen Tagen ein Biberdamm maschinell zerstört und aus dem Bachbett entfernt. «Es könnte sein, dass es der Damm desselben Tieres war», sagt Stefan Braun. «Muss es aber nicht.» Sicher sei nur, dass zwischen einem und drei Biber am Saubach lebten bzw. leben.

Wer hat den Damm zerstört?
Wer einen Biberdamm ohne Genehmigung entfernt, macht sich strafbar. «Die kantonale Jagd- und Fischereiverwaltung hat Strafanzeige gestellt», so Braun. Obschon der Damm auf Tägerwiler Gebiet lag, ist die Behörde dafür zuständig.

Einen Anhaltspunkt, wer die Dammzerstörer gewesen sein könnten, gibt es schon. Die mutmasslichen Täter müssen mit einer empfindlichen Busse rechnen. Die Grundlage dafür legt das Natur- und Heimatschutzgesetz, erklärt Braun.

An den Lengwiler Weihern hingegen dürfen sich die Biber ihres Lebens freuen. Von dort gibt es die erfreulichen Meldung, dass mittlerweile mit Sicherheit zwei Biber zugegen sind. In nächster Zeit ist an den Lengwiler Weihern mit einer Familiengründung zu rechnen, freut sich Braun.

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