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Überraschungscoup im Barrage-Hinspiel

Handball – Mit einer ganz starken Defensivleistung haben sich die 1.-Liga-Frauen des HSC Kreuzlingen im Hinspiel gegen Malters eine ausgezeichnete Ausgangslage geschaffen. Die Hafenstädterinnen reisen am nächsten Samstag, 27. April, mit einem 25:15-Polster in die Innerschweiz. Die Partie in Malters wird um 20 Uhr in der Sporthalle Oberei angepfiffen. (Text: Markus Rutishauser)

HSCK-Trainer Hans-Peter Lüttin tigerte während des Spiels (wie eigentlich immer) hinter der Auswechselbank hin und her, korrigierte, gab Anweisungen, motivierte und tadelte. Sein Temperament nimmt ihm aber keine seiner Spielerinnen übel, denn sie wissen, dass er es ja nur gut mit ihnen meint und sie unterstützen will.

(Bild: Archiv)

(Bild: Archiv)

Nach dem Kantersieg über den als haushohen Favoriten gehandelten B-Ligisten überliess Lüttin die Bühne gerne seinen Spielerinnen, die sich von 300 begeisterten Zuschauern feiern liessen. Der Trainer mahnte kurz nach dem überraschenden Triumph allerdings zur Vorsicht: «Wir sind noch nicht aufgestiegen! Es gibt noch ein Rückspiel und Malters wird sicher nochmals alles versuchen, um seiner Favoritenrolle doch noch gerecht zu werden.»

Trotz Handicap überzeugt
Die Leistung der Kreuzlingerinnen gegen den HC Malters, der die letzten fünf Spiele in der NLB-Abstiegsrunde gewonnen und den direkten Ligaerhalt nur wegen des schlechteren Torverhältnisses verpasst hatte, war allerdings vom Feinsten. Die Leistung der HSCK-Truppe muss unter dem Aspekt beurteilt werden, dass letzten Woche die Topscorerin Lena Ettwein, welche in der Regular Season pro Spiel sechs Tore warf, mit einer Bänderverletzung kurzfristig ausfiel. Sie sass zwar auf der Bank, konnte aber nur zu zwei Siebenmetern antreten.

Doch die Grenzstädterinnen schien dieser Ausfall einen zusätzlichen Motivationsschub zu verleihen, ganz nach dem Motto «Jetzt erst recht!». Gepuscht von der tollen Stimmung in der Halle legten sie einen Blitzstart hin und führten schnell mit 9:4. Malters schien ob der Gegenwehr des Erstligisten völlig überrascht zu sein und produzierte einen Fehler nach dem anderen. Beim HSCK führte die erst in der Saisonendphase reaktivierte ehemalige Schweizer Nationalspielerin Caroline Mierzwa (-Brüllmann) zusammen mit der wirbligen Sara Bailon souverän Regie.

Starke Junge
Wer geglaubt hatte, die Kreuzlingerinnen würden in der 2. Halbzeit dem hohen Tempo der ersten 30 Minute Tribut zollen müssen, wurde eines Besseren belehrt. Malters fand überhaupt nicht ins Spiel und rannte sich immer wieder in der kompakten Abwehr der Gastgeberinnen fest. Zudem steigerte sich im Verlaufe der Partie auch die NLA-erfahrenen Torfrau Regula Brüschweiler und vereitelte einige hochkarätige Chancen der Gäste. Diese produzierten weiterhin viele Fehler und stoppten eine mögliche Aufholjagd so gleich selbst.

Auf der anderen Seite nutzte der HSCK die Chance, den Gegner deutlich zu distanzieren. Sehr erfreulich war dabei auch die Leistungen der eigenen jungen Nachwuchskräfte. So erzielte die erst 17-jährige Selina Weidmann gleich sieben Treffer, soviele wie keine andere aus dem Spiel heraus. Gleich viele Tore erzielte Irena Singer-Duhanaj (davon zwei Penalties) und auch die mit 15 Jahren jüngste Spielerin auf dem Feld, Anina Veit, reihte sich in die Liste der Torschützinnen ein.

Man darf gespannt sein, wie der HC Malters im Rückspiel mit dieser 10-Tore-Hypothek umzugehen weiss. Die Innerschweizerinnen stehen am nächsten Samstag (Spielbeginn um 20 Uhr) vor eigenem Publikum mit dem Rücken zu Wand und haben kaum mehr etwas zu verlieren. Gelingt dem HSCK nochmals eine ähnlich gute Leistung wie im Hinspiel, wird es für die Luzernerinnen ganz eng. Und Trainer Hans-Peter Lüttin hofft natürlich, dass in Malters wieder auf seine Topscorerin Lena Ettwein zählen darf.

Kreuzlingen – Malters 25:15 (12:9)
Sporthalle Egelsee. – 300 Zuschauer. – Sr. Loy/Suter.
Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen Kreuzlingen, keine gegen Malters.
Kreuzlingen: Brüschweiler (Stein für 2 Pen./ab 58.); Bailon (4), Bücheler, Ettwein (1/1), C. Flütsch, M. Flütsch (1), Gröschel, Limoncelli, Mierzwa (4), Singer-Duhanaj (7/2), Stahl-Lanz, Veit (1), Weidmann (7).
Malters: Erni/Vogel/Gajic; Albisser-Rölli, Bachmann (6/4), Ineichen (1), Iten (1), Milojevic (1), Renggli (1), A. Stalder, K. Stalder, M. Stalder (2), Städli, Stutz (3), Wetterwald.

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