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Kemmental spart Geld für schnelles Internet

Kemmental – 770'000 Franken vom Gewinn der Rechnung 2012 steckt die Gemeinde in eine «Vorfinanzierung Kommunikation». Dahinter verbirgt sich der Ausbau des Glasfasernetzes, für schnelles Internet, Internet-TV und andere Anwendungen.

Kernpunkt der Kemmentaler Gemeindeversammlung vom vergangenen Donnerstagabend war die Rechnung 2012, und diese liess keine Fragen offen. Diese schliesst mit einem Gewinn von 864’713 Franken bei einem Aufwand von 372’388 Franken ab. «Sehr positiv und hocherfreulich», kommentierte Gemeindeammann Walter Marty den Betrag, welcher deutlich höher als budgetiert ausgefallen war. Als Gründe nannte er unter anderem den Verkauf von Bauland in Siegershausen sowie höhere Steuereinnahmen (Mehrerträge frühere Steuern). 86 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger genehmigten die Rechnung und deren Gewinnverwendung grossmehrheitlich mit nur zwei Gegenstimmen.

Vorfinanzierung Kommunikation
770’000 Franken vom Gewinn werden in die Vorfinanzierung Kommunikation gesteckt. Für schnelle Internetverbindungen oder Swisscom-TV sind die bestehenden Kupferkabel im Kemmental nämlich zu klein. Den Ausbau des Glasfasernetzes «bis zu den EW-Verteilkabinen» will die Gemeinde nun selber vornehmen. Die Gesamtkosten betragen rund 1,8 Mio. Franken, so Marty. «Wir wollen das selber aufbauen und finanzieren», sagte er an der Versammlung. «So können wir das selber in der Hand halten und machen uns nicht abhängig.» Aber auch Hausbesitzer müssen ihren Anteil beigeben: Für den Anschluss vom Verteilerkasten ins eigene Haus werden sie aufkommen müssen.
85’000 Franken vom Gewinn gehen als Nachtragskredit in die Rückstellung «Wasserbezugsrecht». Bereits im Mai 2012 sprach die Gemeinde 400’000 Franken zum Kauf von Wasserbezugsrechten aus. Damals sei nicht klar gewesen, wie die definitiven Zinsberechnungen ausfallen, erklärte Marty. Deswegen nun dieser Mehrbetrag.

Der Rest von rund 9’700 Franken wird dem Eigenkapital gutgeschrieben.

Ja zu allen Geschäften
Speditiv führte Gemeindeammann Marty durch die restlichen Traktanden. Familie von Kampen aus Neuwilen wurde mit 80 Ja- bei fünf Nein-Stimmen und einem ungültigen Wahlzettel eingebürgert. Folgende Geschäfte wurden einstimmig bewilligt: die Sanierung der Scheidbachstrasse für 207’000 Franken aus der Vorfinanzierung «Gemeindestrassen», die Sanierung der Jakob-Nuferstrasse für 157’000 aus eben dieser Vorfinanzierung, zwei Ab- bzw. Antretungen von Strassen in Hugelshofen bzw. Neuwilen sowie der Verkauf des letzten sich im Besitz der Gemeinde befindenden Baulandes in Lippoldswilen,. Parzelle 255 (1023 Quadratmeter) geht für 205’000 Franken an Familie Eugen und Bernadette Alder-Imhof.

Der Investitionskredit zum Ausbau der Werkkommunikation mit sogenannten «Lichtwellenleitern» (Kosten 250’000 Franken) wurde mit zwei Gegenstimmen gutgeheissen. Der Umbau, Grundlage für den nächsten Schritt der Strommarktliberalisierung und somit der Nutzung der Smart Metering-Zähler für Strom, soll bereits 2014 abgeschlossen sein.

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