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28:21-Sieg in Willisau: Tür zur NLB weit

Handball – Nach dem überzeugenden 28:21 (11:10)-Auswärtserfolg im Spitzenkampf gegen Willisau genügt dem HSC Kreuzlingen am nächsten Samstag einen Punkt zum NLB-Aufstieg.

(Bild: archiv)

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Das Team des Trainerduos Alexander Mierzwa und Frank Schädler hat die Reifeprüfung bestanden. Vor grosser Kulisse im BBZ in Willisau liessen die Hafenstädter trotz Fehlstarts in beide Halbzeiten spätestens nach dem Zwischenspurt vom 13:12 (33.) zum 13:17 (39.) keine Zweifel mehr aufkommen, wer an diesem Abend die Halle als Sieger verlassen wird.

Bis dahin war es aber ein hartes Stück Arbeit, um die ambitionierten Luzerner in Schach zu halten. Diese hatten im 30-jährigen Tobias Hodel, der vor fünf Jahren mit dem ZMC Amicitia Zürich Schweizermeister wurde, ihren besten Mann zwischen den Pfosten. Der langjährige NLA-Torhüter zeichnete mit seinen zahlreichen Paraden in der Startphase hauptverantwortlich dafür, dass der HSCK offensiv nur sehr verhalten aus den Startlöchern kam. Weil sich aber auch sein Gegenüber Lukas Buff in absoluter Topform präsentierte, stand es nach 19 Minuten gerademal 5:5 unentschieden.

Die Gastgeber nahmen den Ligatopskorer und zukünftigen NLA-Spieler Peter Schramm (wechselt zum HC Kriens-Luzern) sofort mit einer Manndeckung aus dem Spiel. Das Kreuzlinger Trainerduo setzte im Rückraum deshalb früh auf den Bundesliga-erfahrenen Oliver Gross. Hinten stand die Kreuzlinger Abwehr unter der souveränen Leitung von Marcel Briegmann wie schon in den letzten beiden siegreichen Spielen sehr sicher. Die Thurgauer verpassten es allerdings in der Schlussphase der 1. Halbzeit, ihre erstmalige Dreitore-Führung (8:11) in die Pause mitzunehmen. Stattdessen kamen die kämpferischen Gastgeber zur Freude des Heimpublikums und ihres Trainers Hanspeter Arnold nach wenig zwingenden Ballverlusten des HSCK in den letzten gut 100 Sekunden wieder bis auf 10:11 heran.

Starke Reaktion
Diesen Schwung nahmen die Innerschweizer in die 2. Halbzeit mit. Der erst 18-jährige Linksaussen Jan Peter schoss den STVW mit zwei schnellen Toren zum 12:11 gleich in der Startminute erstmals seit dem 7:6 (21.) wieder in Führung. Als dann Daniel Schneider in der 33. Minute das 13:12 für Willisau gelang, ahnte in der Halle noch niemand, dass dies der letzten Führungstreffer der Einheimischen sein würde. In der Folge nahmen die Ostschweizer das Zepter wieder fest in die Hand, bekamen den Willisauer Angriff immer besser unter Kontrolle und agierten nun auch offensiv wesentlich druckvoller. Mit fünf Treffern in Folge innerhalb von nur knapp sechs Minuten zum 13:17 (39.) nahmen sie Willisau den Wind schnell wieder aus den Segeln. Den Innerschweizern schien nun der Schnauf auszugehen und die Kraft ebenso. Bezeichnenderweise gelang ihnen der 15. Treffer aus dem Spiel heraus erst in der 42. Minute. Zuvor hatten Gabor Fülöp aber zweimal in Unterzahl für den HSCK getroffen.

Näher als bis auf zwei Treffer kamen die Gastgeber in der Folge nicht mehr heran. Auch eine doppelte Manndeckung auf Schramm und Fülöp verpfuffte wirkungslos. Die Kreuzlinger gerieten zur Freude der rund 80 mitgereisten Fans, welche in der 2. Halbzeit das Duell gegen die Innerschweizer Übermacht akkustisch klar zu ihren Gunsten entschieden, nie mehr in Bedrängnis.

Dickes Lob vom Trainer
Trainer Alexander Mierzwa zeigte sich nach dem 28:21-Erfolg in Willisau hochzufrieden mit der Darbietung seiner Mannschaft. «Ich kann dem ganzen Team nur zu dieser Leistung gratulieren. Jeder einzelne Spieler hat sich gerade in der Deckungsarbeit richtig reingehängt. Das war der Schlüssel zum Erfolg, denn die Willisauer Angreifer haben sich richtiggehend in unserer Verteidigung aufgerieben und so entmutigen lassen,» analysiert der ehemalige deutsche Nationalspieler. Auch wenn man nach diesem wegweisenden Sieg die Türe zur Nationalliga B nun weit aufgestossen habe, will Mierzwa keine verfrühte Euphorie aufkommen lassen: «Wir sind noch nicht am Ziel und werden deshalb nächste Woche nochmals mit voller Konzentration trainieren. Zurücklehnen gibt’s bei mir nicht, denn wir wollen uns jetzt die Butter nicht noch im allerletzten Spiel vom Brot nehmen lassen.»

Hervorragende Ausgangslage
Vor dem letzten Spieltag der 1.-Liga-Finalrunde liegen der STV Baden und der HSC Kreuzlingen mit jeweils 6:2 Punkten in der Pole-position im Rennen um die beiden NLB-Tickets. Von den restlichen vier Teams kann einzig noch Willisau hoffen. Die Luzerner brauchen aber die Schützenhilfe von Leimental (Sieg in Kreuzlingen) und müssen selbst einen hohen Auswärtserfolg beim SV Fides St. Gallen erreichen. Für die Thurgauer ist dagegen klar, dass sie ihr grosses Ziel aus eigener Kraft erreichen können: Ein Punkt vor eigenem Publikum gegen Leimental reicht in jedem Fall zum Aufstieg in die NLB. Zur Erinnerung: Der HSCK hat in dieser Saison alle bisherigen 13 Punktspiele vor eigenem Publikum gewonnen!

Grossartige Saison krönen
Clubpräsident Patrick Müller freut sich jetzt schon auf ein tolles Handballfest am kommenden Samstag im Sportzentrum Egelsee. «Bereits vor dem Spiel dürfen wir feiern, denn unsere Frauen werden für ihren NLB-Aufstieg geehrt. Zudem haben sich gleich drei Nachwuchsteams den Regionalmeistertitel gesichert. Und ja klar: Es wäre genial, wenn wir etwas später dann auch noch den Aufstieg unserer Männer feiern dürften.» Müller hofft auf eine volle Halle und eine tolle Stimmung.

Der Anpfiff zum alles entscheidenden Aufstiegsspiel erfolgt am kommenden Samstag, 11. Mai, um 19 Uhr.

Willisau – Kreuzlingen 21:28 (10:11)
BBZ. – 420 Zuschauer. – Sr. Capoccia/Neumann.
Strafen: je 6-mal 2 Minuten.

Willsau: Hodel (M. Mehr); Fischer, B. Greber (1), P. Greber, U. Greber (2), Häfliger, Hansen, Ph. Mehr (4/2), Meyer, J. Peter (5), M. Peter (3), Schneider (4), Stöckli (2).
Kreuzlingen: Buff (Greiner); Briegmann (2), Eblen (3), Fehr, Fekete (6/3), Fülöp (5), Gacsalyi (2), Gross (4), Müller, Runge (1), Schramm (5), Schweikhardt.

Time-outs: Willisau: 17:33/4:5 und 49:29/17:23 ; Kreuzlingen: 27:13/8:10 und 56:26/19:26.
Siebenmeter: Willisau 2/2; Kreuzlingen 2/4.

Matchballspender gesucht
Für das letzte Aufstiegsspiel des Herren 1 am 11. Mai 2013 sucht der HSC Kreuzlingen dringend noch Matchballspender (100 Franken), Sponsoren und Gönner.

Interessierte melden sich bitte so rasch als möglich bei Stephan Wicki unter info@hsc-kreuzlingen.ch oder Tel. 079 288 11 55.

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