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«Keine weiteren Überraschungen»

Kreuzlingen – Die Bodensee-Arena ist inzwischen 35 Jahre alt. 1978 wurde sie eröffnet und in den weiteren Jahren zu einer Multifunktionshalle um- und ausgebaut, in der Eislaufen und Eishockey mittlerweile nur noch Nebenbetätigung ist. Das Hauptaugenmerk von Verwaltungsrat mit Matthias Mölleney an der Spitze und Geschäftsführung um Marcel Wick liegt klar in der Vermietung und Ausrichtung grosser, zugkräftiger Veranstaltungen.

Matthias Mölleney, Verwaltungsratspräsident der Bodensee-Arena. (Bild. zvg)

Matthias Mölleney, Verwaltungsratspräsident der Bodensee-Arena. (Bild. zvg)

In all den Jahren immer wieder negativ ins Gerede gekommen ist die Arena bezüglich ihres hohen Zuschussbedarfs seitens der Stadt, allein 2012 waren es 170000 Franken. Erst vergangene Woche hatte der Gemeinderat weitere 150000 Franken genehmigt. Ver- waltungsratspräsident Matthias Mölleney stand uns zu allen diesen Themen für Fragen zur Verfügung.

KreuzlingerZeitung: Herr Mölleney, am Sonntag ist die Gewa zu Ende gegangen, die auch in der Bodensee-Arena stattfand. Und bereits am heutigen Freitagabend steigt mit dem Frühlingsfest der Volksmusik der nächste Grossevent. Wie sind solche logistischen Herausforderungen zu meistern?
Matthias Mölleney: Das geht nur mit motiviertem und kompetentem Personal – wir haben eine tolle Geschäftsführung und ein hervorragend eingespieltes Team, das genau weiss, was erwartet wird und das sich gegenseitig sehr gut unterstützt.

Stars der nationalen und internationalen Musikszene gaben und geben sich am Bodensee die Klinke in die Hand, die Bodensee-Arena scheint bei TV-Sendern und Bookingagenturen erste Wahl zu sein. Können Sie sich diesen Erfolg erklären?
Der Erfolg kommt nicht von selber, er ist das Ergebnis von sehr viel Arbeit, und zwar einerseits in Marketing und PR, andererseits und ganz besonders aber in der Arbeit vor Ort. Marcel Wick und seine Crew machen da eine hervorragende Arbeit. Begonnen hat die Erfolgsgeschichte mit der Ausrichtung des Tennis Davis Cup Turniers, bei dem wir zeigen konnten, dass wir die Bodensee-Arena temporär auch zu einer Tennishalle auf Spitzenniveau umbauen können. Diese Kreativität haben wir weiter ausbauen können.

Wie möchte sich die Bodensee-Arena in Zukunft positionieren? Klar ist, mit Eislaufen allein ist kein Geld zu verdienen…
Wir wollen uns genau dort positionieren, wozu wir vor einigen Jahren einen klaren Auftrag der Kreuzlinger Stimmbürger bekommen haben: Die Bodensee-Arena soll eine multifunktionale Anlage für Eissport und Events sein. Diesen Auftrag wollen wir so erfolgreich wie möglich umsetzen.

Die Bodensee-Arena ist in die Jahre gekommen. Vergangene Woche hat der Gemeinderat mit einigem Zähneknirschen nachträglich das Kreditbegehren zu Sanierungsmassnahmen am Dach in Höhe von 150000 Franken genehmigt. Die Arena scheint ein Fass ohne Boden zu sein. Auf welche Aufwendungen zur Instandhaltung müssen sich Stadt und Bürger in nächster Zeit noch gefasst machen?
Die Statik der Bodensee-Arena wird routinemässig alle fünf Jahre untersucht. Bei der letzten Prüfung vor fünf Jahren war uns empfohlen worden, mit der nächsten Prüfung eine Firma zu beauftragen, die auf solche Holzleimbinder-Konstruktionen spezialisiert ist, wie wir sie in der Arena haben. Diese Spezialfirma hat einen Mangel festgestellt im Bereich der Windverbände, und zwar konkret, dass die Halle bei bestimmten, extremen Wetterbedingungen mit hohen, einseitigen Schneelasten und gleichzeitig sehr starken Windböen instabil werden könnte. Die Ursache dafür liegt nicht in der Alterung der Bodensee-Arena, sondern in Konstruktionsmängeln im Zusammenhang mit der Komplettsanierung vor zehn Jahren. Auch wenn diese erwähnten, extremen Wetterbedingungen in der Realität noch nie aufgetreten sind, konnten wir in unserer Verantwortung als Verwaltungsräte gar nicht anders handeln, als die Behebung der aufgezeigten Mängel sofort in Auftrag zu geben. Die Untersuchung wurde so gründlich vorgenommen, wie das nach dem Stand der Technik überhaupt möglich ist. Deswegen bin ich überzeugt davon, dass wir in nächster Zeit nicht mehr mit solchen Überraschungen rechnen müssen.

Mit Scout24 ist Ihnen vor wenigen Wochen ein Grosssponsor abhanden gekommen. Ist die Bodensee-Arena damit aktuell in Finanznöten oder steht ein neuer Geldgeber parat?
Natürlich wären wir sehr froh, wenn wir bald einen neuen Partner finden würden, dem wir die Namensrechte der Bodensee-Arena vermieten können. Wir sind übrigens die einzige Sport- und Eventhalle in der Schweiz, in der nicht regelmässig Sport auf Nationalliga-Niveau stattfindet und die trotzdem einen kommerziellen Namenssponsor hatte und hoffentlich bald wieder einen hat. Es hat auch schon einige Gespräche gegeben, aber es ist sehr schwer. Solange wir diese Einnahmen nicht haben, müssen wir uns in den anderen Bereichen noch mehr anstrengen, um das entsprechend kompensieren zu können. Zum Glück läuft das Geschäft zurzeit so gut, dass wir durch den Verlust von Scout24 nicht in akute Finanznot geraten sind.

Ein Wort noch zur Auslastung. Sind Sie damit zufrieden, oder könnte es etwas mehr sein? Ein Blick auf die Homepage zeigt, dass nach dem «Frühlingsfest der Volksmusik» erst wieder am 6. Juli eine öffentliche Veranstaltung terminiert ist. Ist die Arena eventuell sogar an ihren Grenzen angelangt, auch was die Infrastruktur angeht?
In der Zeit zwischen dem Frühlingsfest der Volksmusik und der Dance & Wellness Convention im Juli haben wir noch zwei grosse private Veranstaltungen, aber Sie haben Recht: es gibt auch noch Lücken, die wir mit Veranstaltungen füllen könnten. Wer aufhört, besser werden zu wollen, hört auf gut zu sein. Deswegen ist jede Woche, in der wir noch freie Kapazitäten haben, eine Herausforderung für uns, mit der wir uns beschäftigen. Entsprechende Ideen sind uns sehr willkommen.

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