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OpenAir St.Gallen verbannt Bargeld

St. Gallen – Am OpenAir St. Gallen können die Festivalgäste an den Verpflegungsständen nicht mehr wie gewohnt mit Bargeld bezahlen, sondern mit einem Chip im Festivalbändel. Das sorgt bei den Besuchern für Lob aber auch viel Kritik. Der Finanzverantwortliche des OpenAirs gibt aber Entwarnung und sieht vor allem grosse Vorteile für die Besucher. (Text: Daniel Schaffhauser)

Münzen und Noten sind am Open Air St. Gallen nicht mehr erwünscht. Statt mit Bargeld bezahlen die Festivalgäste mit einem Chip, der im Bändel integriert ist. Cashless Payment nennt sich der automatische Zahlungsvorgang und soll den Besuchern ein möglichst sorgenfreies Festival bieten.

Das Ostschweizer Festival geht mit einem modernen Bezahlsystem neue Wege. (Bild: zvg)

Das Ostschweizer Festival geht mit einem modernen Bezahlsystem neue Wege. (Bild: zvg)

Keine langen Schlangen
Weit über 100’000 Besucher pilgern jeweils Ende Juni in das Sittertobel. Dabei kommt es immer wieder zu langen Warteschlangen vor den Verpflegungsständen und besonders bei den wenigen Geldautomaten. Damit soll Schluss ab diesem Jahr Schluss sein, meint der Cyrill Stadler, Finanzverantworlicher des OpenAir St. Gallen: «30 Aufladestationen stehen den Festivalbesuchern im Gelände zur Verfügung, um Geld auf ihren Chip zu laden.» Für den Fall, dass die 30 Ladestationen einem Grossansturm nicht gerecht werden, hat der Finanzverantwortliche einen Plan B: «Wir haben als Reserve weitere 30 Personen, die mit einem mobilen Gerät lange Warteschlangen abarbeiten können, falls solche entstehen sollten.» Stadler betont aber auch, dass durch das Cashless Payment der Besucher besser gegen Diebstahl geschützt ist.

Die Angst vorm Bändelklau
Jedes Jahr ziehen sie durch die engen Gänge zwischen den Zelten – die Bändeldiebe. Eine kurze Aufmerksamkeit reicht und weg ist der Festivalpass und ab diesem Jahr dann auch das mobile Geld. Davor fürchten sich besonders viele Besucher und stehen dem neuen Bezahlsystem kritisch gegenüber. Doch Stadler gibt Entwarnung: «Wir bieten die Möglichkeit, sich auf seinen Bändel freiwillig registrieren zu lassen. Man gibt zwar etwas an Datenschutz ab, erhält dafür aber eine Verlustversicherung.» Will heissen, dass sobald ein Bändel als gestohlen gemeldet wird, der Chip nutzlos ist. Zudem besteht für registrierte Besucher, die Opfer des Bändelklaus werden, die Möglichkeit einen neuen Festivalbändel zu erhalten. Das war laut Stadler bis anhin nicht möglich.

 

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