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Leiser Hoffnungsschimmer in der Thurgauer Industrie

Frauenfeld – Die Thurgauer Industriekonjunktur scheint wieder vorsichtig Tritt zu fassen. Der Bestellungseingang belebt sich zaghaft, und die Betriebe blicken etwas zuversichtlicher in die Zukunft. Die Exporte sind allerdings weiter abgerutscht. Im Bau ist die Nachfrage nach wie vor hoch.

Das Baugewerbe im Thurgau läuft rund. (Bild: pixelio)

Das Baugewerbe im Thurgau läuft rund. (Bild: lichtkunst.73/pixelio.de)

Gemäss der soeben erschienenen Ausgabe des «Thurgauer Wirtschaftsbarometers», das vom Kanton Thurgau, der Thurgauer Kantonalbank und der Industrie- und Handelskammer Thurgau gemeinsam getragen wird, hat sich die Geschäftslage in der Thurgauer Industrie im Frühling 2013 erstmals seit längerem wieder etwas aufgehellt.

Der Anteil der von der KOF ETH befragten Betriebe, die von einer schlechten Geschäftslage sprachen, hat sich von 37 Prozent im Januar auf 22 Prozent im April markant zurückgebildet. Damit melden jedoch noch immer deutlich mehr Betriebe eine schlechte als eine gute Geschäftslage; letzteres war gerade einmal bei 10 Prozent der Betriebe der Fall.

Bestellungen ziehen wieder etwas an
Die Industrieproduktion erhöhte sich im März im Vergleich zum Vormonat erstmals wieder leicht, bewegte sich jedoch deutlich unter dem Vorjahresstand. Anlass zur Hoffnung gibt der Bestellungseingang, der bereits seit Jahresbeginn im Vormonatsvergleich wieder anzieht. Die wieder etwas lebhafter eingegangenen Bestellungen änderten jedoch noch kaum etwas am nach wie vor zu niedrigen Auftragsbestand. Anfang April 2013 berichtete jedes zweite Thurgauer Industrieunternehmen von einem zu niedrigen, nur gerade jeder zwanzigste Betrieb hingegen von einem hohen Auftragsbestand.

Empfindliche Exporteinbussen
Im ersten Quartal lagen die Exporte aus dem Thurgau um mehr als neun Prozent unter dem Vorjahresstand. Empfindliche Einbussen mussten die Thurgauer Exportfirmen im ersten Quartal 2013 vor allem auf dem wichtigsten Absatzmarkt Deutschland hinnehmen. Die Ausfuhren nach Deutschland brachen um einen Viertel ein. In den gesamten EU-Raum wurde um knapp sieben Prozent weniger ausgeführt als im Vorjahr. Die Exportflaute betraf die Mehrzahl der grösseren Exportbranchen. Ein eindrückliches Exportplus von beinahe 20 Prozent verbuchte lediglich die Sparte Präzisionsinstrumente und -apparate. In der Nahrungs- und Genussmittelindustrie blieben die Ausfuhren immerhin stabil.

Spürbar hellere Erwartungen
Innert dreier Monate haben sich die Erwartungen der Thurgauer Industriebetriebe deutlich aufgehellt. Dank der zögerlichen Belebung der Auftragseingänge seit Jahresbeginn sollte die Produktion im zweiten Quartal wieder etwas hochgefahren werden können. Jeder Vierte rechnet bis zur Jahresmitte mit reichlicher fliessenden Bestellungen. Nur noch jeder Zehnte geht demgegenüber von rückläufigen Bestellungen aus. Der Vorprodukteeinkauf dürfte erstmals seit längerem nicht weiter zurückgefahren werden. Grosse Vorsicht ist jedoch nach wie vor bei der Beschäftigtenzahl spürbar. Verhaltene Zuversicht zeigt sich auch bei der Beurteilung der Geschäftslage bis zum Herbst 2013. Gut 30 Prozent der Betriebe halten eine Besserung für wahrscheinlich, rund 15 Prozent erwarten eine Verschlechterung.

Lebhafte Nachfrage im Bau
Die Thurgauer Baukonjunktur läuft nach wie vor rund. Anfang April 2013 meldeten 40 Prozent der befragten Baubetriebe eine gute Geschäftslage, während kaum jemand von einer schlechten Geschäftslage sprach. Damit ist die Einschätzung der Baubetriebe seit Jahresbeginn recht stabil geblieben. Der Auftragsbestand wird überwiegend als gut eingestuft.

Bis zum Sommer 2013 rechnen die Thurgauer Baubetriebe mit einer Belebung der Bautätigkeit und einer leicht anziehenden Nachfrage. Für die weitere Entwicklung bis zum Herbst 2013 sind die Betriebe ebenso zuversichtlich.
 
Detailhandel kommt nicht vom Fleck
Im Anfangsquartal 2013 verschlechterte sich die Lage im Thurgauer Detailhandel erneut etwas. Nach wie vor driften die Beurteilungen der einzelnen Detailhändler jedoch weit auseinander: 30 Prozent der Betriebe stufen ihre Geschäftslage als gut ein, je 35 Prozent als befriedigend bzw. schlecht. Die Geschäftslage bis zum Herbst 2013 wird von den Betrieben eher skeptisch beurteilt.

Praktische Hilfen für Jungunternehmen im Kanton Thurgau
In der Mai-Ausgabe des Thurgauer Wirtschaftsbarometers wird zudem der neu gegründete Verein Startnetzwerk Thurgau vorgestellt. Er begleitet Jungunternehmerinnen und Jungunternehmen auf ihrem Weg und bietet Unterstützung.

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