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Schärferes kulturelles Profil

Münsterlingen – Kultur war schon immer ein wesentlicher Bestandteil der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen. Jetzt tauchen die Verantwortlichen im wahrsten Sinne des Wortes wieder auf und gehen mit einem anderen Kulturprogramm neue Wege.

Kulturbeauftragte Seraina Perini Allemann und Klinikdirektor Gerhard Dammann wollen dafür sorgen, dass es mit kulturellen Veranstaltungen in der Psychiatrie Münsterlingen wieder aufwärts geht.(Bild: Thomas Martens)

Kulturbeauftragte Seraina Perini Allemann und Klinikdirektor Gerhard Dammann wollen dafür sorgen, dass es mit kulturellen Veranstaltungen in der Psychiatrie Münsterlingen wieder aufwärts geht. (Bild: Thomas Martens)

«Bisher gab es hier punktuell Kultur, jetzt wollen wir hervorheben, was uns auszeichnet», sagt Seraina Perini Allemann, die seit Ende 2012 in Teilzeit Kulturbeauftragte der Psychiatrie ist und damit das kulturelle Profil schärfen möchte. Dafür wurden zunächst auf zwei Jahre befristet 50000 Franken zur Verfügung gestellt.

Zusammen mit einer interdisziplinären Kerngruppe, bestehend aus Klinikdirektor Gerhard Dammann, Heidi Schänzle-Geiger (Leiterin Memory Klinik), Thomas Meng (Leiter offenes Atelier), Stabsmitarbeiter Roland Badertscher, Nicole Bühler (Leitung Hotellerie) und Urs Wolfender (Leiter Pflege Mutter Kind Station), verantwortet die 44-Jährige, die sich in Kreuzlingen in der Schulbehörde engagiert, das neue Kulturprogramm.

Vier Veranstaltungen 2013
Dieses beginnt am 18. September mit dem interaktiven Theater «Rosa im Nebel» zum Thema Demenz. Heidi Schänzle-Geiger gibt im Anschluss daran unter dem Titel «Leben mit Demenz» ihre Expertenmeinung ab. Am 3. Oktober geht es weiter mit dem romantischen Gedichte-Abend «Die schöne Magelore» mit Liedern von Brahms, gesungen vom bekannten Tenor Matthias Aeberhard. Danach findet ein Nach(t)gespräch mit Schauspieler Matthias Flückiger und Gerhard Dammann zum Thema «Romantiker – passé» statt.

Stiller Has kommt mit «böses Alter» am 8. November nach Münsterlingen. Auch nach diesem Konzert gibt es ein Nach(t)gespräch, diesmal mit Sänger Endo Anaconda und einer Fachperson aus dem Klinikumfeld. Die letzte Veranstaltung dieses Jahres widmet sich mit einem Kindermusical «Michel von Lönberga». Das anschliessende Expertengespräch geht angesichts der Streiche des Lausbuben der berechtigten Frage nach: «Wäre Michel längst im Heim?»

Seraina Perini Allemann und ihr Team stecken bereits in den Vorbereitungen für nächstes Jahr: «Für 2014 sind wir derzeit in Planung für ein Kunstprojekt, Tanzprojekte und einen Grenzgang, die Kinder werden wir da auch nicht vergessen.» Die Patienten übrigens auch nicht. Gemäss Direktor Dammann dürfen sie gerne eine wichtige Rolle in künftigen Kulturproduktionen einnehmen: «Kultur kann eine wichtige Rolle im Heilungsprozess spielen.»

Für Dammann ist die Klinik geradezu prädestiniert für kulturelle Anlässe. Mit dem grossen Saal für 350 Besucher und schönem Blick auf den Bodensee, dem teuren Steinway-Flügel aus finanziell rosigeren Zeiten und dem motivierten Team könne man der Kultur in der Psychatrie neuen Auftrieb verleihen. «Kultur hat zudem eine lange Tradition in Münsterlingen», so Dammann.

Der Vorverkauf für die vier Veranstaltungen startet am 1. August. Weitere Infos: www.pkm-kultur.ch

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