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Ressourcen aktivieren in der Kunsttherapie

Kunsttherapie – In den Therapien kann man alles von einer positiven und negativen Seite betrachten. Also aus der Ressourcenperspektive und aus der Problemperspektive.

Frau W. – «Ich will die Welt umarmen»

Frau W. – «Ich will die Welt umarmen»

In den meisten Therapien wird traditionell vieles aus der Problemperspektive heraus betrachtet. Diese Perspektive ist angemessen und notwendig hinsichtlich des Verständnisses für die Problematik des Klienten. Aus einer Problemperspektive heraus die Veränderung von Problemen zu erreichen dürfte jedoch schwierig werden. Denn Kraft und Mittel für Veränderungen müssen aus dem Ressourcenpotential des Klienten kommen. Es ist nicht der Therapeut, der den Klienten ändert, sondern in einer guten Interaktion mit einem Anstösse gebenden und unterstützenden Therapeuten kann eine erfolgreiche Änderung stattfinden.

Eine wichtige Voraussetzung für ein gutes Therapieergebnis ist, wenn sich der Mensch für seine Veränderung selbst verantwortlich fühlt.

Auch im  Sinne der Kunsttherapie wirken die kreativen Ausdrucksmöglichkeiten im Menschen. Nach dem Motto von Beuys, dass jeder Mensch in Bezug auf seine Lebensgestaltung Künstler sein kann, hat er die Möglichkeit, diese Fähigkeit in der (Kunst-)Therapie mit einzubringen und als autonomen Bestandteil seines Handelns zu erkennen. Hier geht es in erster Linie nicht darum zu fragen: Was einem fehlt oder wo man krank ist, sondern was kann der Klient, wie kann er es umsetzen, welche Perspektiven entstehen daraus und welche Qualitäten ergeben sich.

Herr G. – «Ich habe meine momentanen Zustand gemalt und es macht mir keine Angst mehr»

Herr G. – «Ich habe meine momentanen Zustand gemalt und es macht mir keine Angst mehr»

Das schließt nicht aus, das die Psychopathologie sich natürlich im Ausdruck, z.B. im Bild zeigt und diese sich auch im Bild bearbeiten lassen. Eine große Ressource besteht aber in der Möglichkeit, sich auszudrücken. Wenn der Klient sein Leiden ins Bild bringt, wird es respektiert und beachtet und er kann immer wieder nach neuen Formen des Ausdrucks dafür suchen. Durch die bildnerische Weiterentwicklung des spontan Dargestellten in Verbindung mit der therapeutischen Beziehung können die integrierenden, per­sön­lich­keits­bil­den­den und geistigen Kräfte, die dem gestalterischen Prozess innewohnen, mo­­bilisiert werden. In einem erweiterten Therapiebegriff bedeutet das, den Klienten selbst zum Therapeuten zu machen, da die Fähigkeit zur kreativen Verarbeitung, zur kreativen Entdeckung seiner eigentlichen Gestalt, zu der das Leiden gehören mag, in ihm liegt.
Indem der Mensch zum Künstler im Beuys’schen Sinn, zum Gestalter seines Lebens wird, verleiht er diesem Substanz und Sinn. So wird nicht die Sinnlosigkeit, die für viele im Leiden liegt, auf das Leben übertragen, sondern die Sinnhaftigkeit des Lebens auf das Leiden

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