/// Rubrik: Topaktuell

Stadtrat sonnt sich im Erfolg

Kreuzlingen – Zwei Jahre der aktuellen Legislaturperiode liegen hinter dem Kreuzlinger Stadtrat, höchste Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen. Und die sieht gar nicht mal so schlecht aus.

Stadtammann Andreas Netzle, Stadtschreiber Thomas Niederberger und die Stadträte Barbara Kern, David Blatter, Dorena Raggenbass sowie Michael Dörflinger (v. l.) zogen Bilanz über die erste Hälfte der Legislaturperiode. (Bild: tm)

Stadtammann Andreas Netzle, Stadtschreiber Thomas Niederberger und die Stadträte Barbara Kern, David Blatter, Dorena Raggenbass sowie Michael Dörflinger (v. l.) zogen Bilanz über die erste Hälfte der Legislaturperiode. (Bild: tm)

Referenzobjekt ist für Stadtammann Andreas Netzle in der Gesamtschau über alle Ressorts die Broschüre «Ziele des Stadtrates Kreuzlingen 2011-2015», herunterzuladen übrigens auf der städtischen Homepage. «Natürlich haben wir nicht alle Ziele erreicht, manche werden auch gestrichen und neue kommen hinzu, aber wir sind auf einem guten Weg», stellt Netzle zusammenfassend fest.

Er spricht von einer «hohen Akzeptanz» seitens der Bevölkerung. Die beiden «Neuen» im Gremium, Barbara Kern und Stadtschreiber Thomas Niederberger, hätten sich «wunderbar integriert» in die Kollegialbehörde. Die Finanzen habe man «sehr gut im Griff», was am Kostenbewusstsein der Verwaltung liege (wir berichteten).

Brennpunkte
Hauptprobleme seien die «Brennpunkte» Verkehr, Einkaufstourismus mit Durchgangsverkehr und eine «gewisse Klientel Asylbewerber», hier seien Bund und Kantonspolizei gefordert. «Stadtrat Blatter ist in ständigem Kontakt mit den entsprechenden Stellen», so Netzle. Auch im Bereich Wirtschaft gibt es für den Stadtammann noch Potenziale, wenn auch durch Neuansiedlungen und Landabtretungen für Expansionen bestehender Firmen einiges erreicht worden sei: «Wir wollen nicht nur ein attraktiver Wohnort, sondern auch Arbeitsort sein.»

Aus seinem Departement Präsidium berichtete Netzle von Verbesserungen im Bereich Kommunikation mit geplantem Fussgänger-Leitsystem, Info-Terminals, Webseite und Stadt-App – «für Bürger, Neuzuzüger und Touristen». Die Zusammenarbeit mit den umliegenden Gemeinden im Agglomerationsprogramm und in der Regionalplanungskonferenz gehe ebenso voran. Besonders hob Netzle das «gute Verhältnis» zu Konstanz und dem neuen Oberbürgermeister Uli Burchardt hervor.

Jobcoach soll’s richten
Sehr «fulminant gestartet» sei Barbara Kern im Ressort Soziales. Für sie galt es, die von ihrem Amtsvorgänger eingeleitete Reorganisation der Jugend-, Ehe- und Familienberatung sowie Mütter- und Väterberatung bis Ende 2011 abzuschliessen. Seit 1. Juni sei ein «Jobcoach» angestellt, der sich um die Vermittlung von arbeitslosen Jugendlichen kümmert. «Ich setze grosse Hoffnung darauf», sagte sie. Sozialarbeiterin Silvia Krauss hat aktuell 20 ausgewählte Dossiers vor sich.

Freiwillige vor
Bei Stadträtin Dorena Raggenbass im Departement Freizeit ging es um die vier Themen Freiwilligenarbeit, Jugendarbeit, Sportanlagen und Liegenschaften. Auf der Suche nach mehr Ehrenamtlichen sei eine Webseite mit Jobbörse geschaltet worden. «Zudem gibt es eine mediale Begleitung in der KreuzlingerZeitung.» Auch in diesem Jahr sei eine Weiterbildung vorgesehen, diesmal zum Thema «Neue Medien», ebenso die Ehrung verdienter Persönlichkeiten beim Fantastical.

Für die Jugendlichen sei die Forderung nach einem neuen Raum erfüllt worden und man habe das Sportanlagenkonzept überarbeitet. Bis 2015 stelle sich die Frage nach Trägerschaft, Nutzungs- und Finanzierungskonzept eines Kulturzentrums und im «Wassersportzentrum Seegarten» soll die Infrastruktur verbessert werden. Zudem seien Möglichkeiten einer Entwicklung der bestehenden Tennisanlagen zu einem entsprechenden Zentrum zu prüfen und bei der Bodenseearena müsse ein Nutzungskonzept her, «unter Einbezug der Bevölkerung».

Juwel oder Abbruch
Bau-Stadtrat Michael Dörflinger  sorgte mit einem Hinweis auf Kulturobjekte in der Stadt für grosses Erstaunen. «Laut Natur- und Heimatschutzgesetz haben wir mehr als 1000 solcher Gebäude.» Zehn davon seien als «besonders wertvoll» anerkannt, darunter etwa St. Ulrich, Römerburg und Seeburg. 181 gelten als «wertvoll», für 142 davon bestehe eine Schutzverfügung im Grundbuch, und 880 Gebäude müssten noch überprüft werden, was spätestens bei Baugesuchen interessant werde. «Manches könnte sich noch als Juwel entpuppen, oder als abbruchreif», ist Dörflinger gespannt.

Charmeoffensive
Für eine Neuplanung ist die Tägerwiler Strasse ins Visier gekommen. «Die Vistenkarte der Stadt könnte schöner sein», ist Dörflinger überzeugt. Unter anderem mit einer Begrünung soll  am Stadteingang eine Aufwertung erreicht werden. Um die Anlieger mit ins Boot zu holen, will Dörflinger den «Charme der Bauverwaltung» spielen lassen.

Aufhorchen liess die Energiebilanz von stadteigenen Bauten, die weit entfernt vom Standard liegt. Dieser rangiert etwas über Minergiestandard, der allein mit den beiden Neubauten Pavillon am Fischerhaus und Jugendhaus erreicht worden sei. Für die Gebäude gebe es nun eine Sanierungsempfehlung des GEAK (Gebäudeenergieausweis der Kantone).

Energie und Sicherheit
Um erneuerbare Energie und Sicherheit drehte sich die Bilanz von Vize-Stadtammann David Blatter, Departement Dienste. So seien auf Campus und Jugendhaus Photovoltaikanlagen erstellt worden und «wir werden weiter schauen, wo solche zweckmässig und sinnvoll sind». Der Wärmeverbund Campus produziere bereits, «offen ist aber, ob alle bereit zur Abnahme sind, die Interesse signalisiert haben».

Beim Thema Sicherheit verwies Blatter auf die lancierte Sicherheitskarte und die AG. Und am nächsten Mittwoch werden um 19 Uhr im Rathaus die Ergebnisse des Workshops «Kreuzlingen zeigt Stärke» vorgestellt. 60 Personen hatten im März daran teilgenommen und sich mit der Erarbeitung gemeinsamer Werte auseinandergesetzt. Berichterstattung folgt.

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One thought on “Stadtrat sonnt sich im Erfolg

  1. Bruno Neidhart

    Dieses Bild hat geradezu symbolwert: Stünde der Stadtrat nur einige Meter rechts – vom Betrachter aus gesehen! – , käme die Klosterkirche (als eines der ganz wenigen, authentischen „Kreuzlinger Wahrzeichen“) nicht mehr ins Bild, da an dieser Stelle das vom Gemeinderat projektierte Stadthaus den Blick verstellen würde. So gesehen war das „Fotoshooting“ an dieser „Location“ geradezu mutig bis übermütig.

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