/// Rubrik: Topaktuell

Raum für die Kunstschätze der Stadt

Kreuzlingen – Die stillgelegte Sanitätshilfestelle beim Schulhaus Seetal soll in einen Kulturgüterschutzraum für Stadt, Museum Rosenegg und Seemuseum umgewandelt werden. Der Baurechtsvertrag mit der Hotel Kreuzlingen AG soll geändert, ausserdem Land an zwei Kreuzlinger Betriebe verkauft werden.

Auch vom Museum Rosenegg könnten Kunstschätze ins neue Depot wandern. (Bild: archiv)

Auch vom Museum Rosenegg könnten Kunstschätze ins neue Depot wandern. (Bild: archiv)

Bisher wurde die städtische Kunstsammlung in einem zu kleinen Tresorraum im ehemaligen Bankvereingebäude gelagert. Hinein kommt man nur durch einen engen Zugang. Seit Jahren schon suchen die Verantwortlichen zusammen mit dem Museum Rosenegg nach eine besseren Lösung.

Der neue «Kunstbunker» bietet Raum für die Kunstsammlung der Stadt, das Fotoarchiv, Vereinsakten und historische Zeitdokumente sowie Akten der städtischen Verwaltung. Museum Rosenegg und Seemuseum erhalten 181 bzw. 143 Quadratmeter für ihre Exponate. Die Voraussetzungen für einen bequemen Zugang und eine sichere Lagerung sind optimal bzw. werden so gemacht. Auch grosse Objekte können ohne Probleme eingelagert werden. Für die Stadt wird ein Gitterauszug mit 320 Quadratmetern Hängefläche eingebaut. Eine Brand-, Feuchtigkeits- und Temperaturanlage schützt die Kulturgüter.

400000 Franken kostet es
Beispiel genommen habe man sich an einer ähnlichen Anlage in Aadorf, welche zwei Mal besucht wurde, erklärte Stadträtin Dorena Raggenbass an der Medienkonferenz am Donnerstagmorgen. Wenn der Gemeinderat dem Kreditbegehren von 400000 Franken zustimmt, dann könnte es schnell gehen: «Noch im Sommer könnten die Arbeiten anfangen, bis zum Winter dann gezügelt werden.» Im Zuge der Umlagerung werde ausserdem die städtische Bildersammlung neubewertet. «Vielleicht geben wir etwas wieder auf den Markt», kündigte die Stadträtin an.

Zweck der städtischen Kunstsammlung ist es, vor allem Werke von KünstlerInnen aus der Stadt für die Nachwelt zu erhalten. Viele Artefakte haben daher eher einen ideellen denn materiellen Wert. Allerdings: Unter ihnen befinden sich «Kunstschätze», etwa ein Picasso-Druck , der einst von einem Sammler der Stadt vererbt wurde.

Ansässige Unternehmen pflegen
Ziel des Stadtrates ist es nicht nur, Firmen bei der Ansiedlung zu unterstützen, sondern auch bestehende Unternehmen zu pflegen. Der Gemeinderat wird am kommenden Donnerstag ein Geschäft behandeln, welches genau das anstrebt. Mit dem Verkauf eines zwölf Meter breiten Streifens im Gebiet Chalchtoore will die Stadt den beiden Kreuzlinger Unternehmen «Traub AG Pulverbeschichtung» und «Raschle Holzbau AG» ermöglichen, ihren Betrieb zu erweitern und auszubauen, erklärte Stadtammann Andreas Netzle. Dazu ist ein flächengleicher Landabtausch mit der Zecchinel Immobilien AG nötig, da Verkaufsverhandlungen zwischen Zecchinel und Elmar Raschle bisher zu keinem positiven Ergebnis kamen.

Insgesamt verkauft die Stadt 1698 Quadratmeter Land zu einem Kaufpreis von 270 Franken pro Quadratmeter – das sollte im Gemeinderat auf keinen Widerstand stossen.

Die Genehmigung zweier Baurechtsverträge (aus dem einen, bestehenden sollen zwei gemacht werden) mit der Hotel Kreuzlingen AG und dem Bruder des Geschäftsführers, Dr. Thomas Raible, könnte allerdings zu Diskussionen führen. Die Parzelle, auf der Urs und Thomas Raible gemäss Vertrag einen Hotelneubau realisierten und auf der sich die von ihnen gemäss Vertrag aufwändig renovierte Villa «Tapeten Sauter» befindet, soll in zwei Parzellen aufgeteilt werde. Auslöser sei der Wunsch nach einem Erweiterungsbau gewesen.

Regelung schafft Klarheit
Für die Stadt ändere sich nichts, im Gegenteil, erklärte Stadträtin Raggenbass: «Zwei separate Verträge klären Zuständigkeiten.» So hat die Hotel Kreuzlingen AG im Zuge der Sanierung des denkmalgeschützten Hauses ein Unterbaurecht mit Dr. Thomas Raible erstellt. Die Finanzierung der Hotelanlage sollte sich nicht mit den Sanierungskosten vermischen. Das Unterbaurecht wird quasi durch den neuen Baurechtsvertrag mit der Stadt ersetzt. Mittlerweile erstrahlt die Villa in neuem Glanz; Büroräume fürs Hotel werden hier aber, entgegen des ursprünglichen Plans, nicht hineinkommen. Da beide Gebäude, Hotel und Villa, unterschiedlich genutzt und finanziert werden, schafft die neue Regelung auch hier Klarheit.

Befürchtungen, dass Verkaufspläne Hintergrund für den Wunsch der Raibles nach zwei separaten Verträgen seien, konnte Stadrätin Raggenbass zerstreuen.

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.