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Applaus ist im Lehrerberuf selten

Kreuzlingen – Zum Schuljahresschluss der Schulgemeinde Kreuzlingen durfte Präsident Jürg Schenkel neben zahlreichen Lehrpersonen, den Therapeutinnen, dem Verwaltungspersonal und der Schulbehörde auch den Gemeinderatspräsidenten Alfredo Sanfilippo und Stadtammann Andreas Netzle begrüssen. Mit einem fulminanten Auftritt gab die Gruppe Triangel den Auftakt zu diesem festlichen Anlass. Neben Sara Forster und Andi Koller stand auch Roman Steuble auf der Bühne, der im «zivilen Leben» als Hauswart im Schulhaus Emmishofen tätig ist und sich auf der Bühne mal von einer ganz anderen Seite zeigte.

Unser Bild zeigt (v.l.) die neuen Behördenmitglieder Franziska Lio, Martin Troll und Karen Kägi Appius sowie die Pensionäre Markus Raimann, Margrit Baumgartner und Vroni Schmid. (Bild: zvg)

Unser Bild zeigt (v.l.) die neuen Behördenmitglieder Franziska Lioi, Martin Troll und Karen Kägi Appius sowie die Pensionäre Markus Raimann, Margrit Baumgartner und Vroni Schmid. (Bild: zvg)

In seiner kurzen Ansprache verzichtet Schulpräsident Jürg Schenkel darauf, auf derzeitige Themen wie Lehrplan 21, Fremdsprachendebatte oder Jahresarbeitszeit und Besoldungsanpassung der Lehrpersonen einzugehen, zumal bei letzteren die eine Vorlage schubladisiert und die andere kastriert wurde. So fokussierte er sich in seinen Ausführungen auf das Image des Lehrerberufes, welches auch national immer wieder mal zum Thema gemacht werde. Wenn man von Image spreche, so sei zu bedenken, dass dieses an persönliche Erwartungen geknüpft sei, die eine Person an sich oder andere stellt und somit subjektiv gefärbt und von sozialen und kulturellen Leitbildern geprägt sei, so Jürg Schenkel

Hohe Erwartungshaltung
Aus der Sicht von aussen gäbe es zahlreiche Experten, die zu glauben wissen, wie Kinder gut und richtig zu beschulen seien. Und dazu zähle er gleichermassen ehemalige Pädagogen, Erziehungswissenschaftler sowie die Eltern. Erstgenannte würden Anleitungen und Thesen darüber schreiben, wie sich eine Schule zu entwickeln habe, ohne es selbst tun zu müssen und letztgenannte würden tendenziell ihre eigene Schulerfahrung in die Schulzeit ihrer Kinder projizieren, die es besser haben sollen, ohne auf die gesellschaftsstrukturellen Veränderungen verzichten zu müssen. Zusammenfassend könne man die Forderung an die Schule so formulieren: Geben Sie Schule wie gestern, einfach besser, passen Sie den Unterricht der gesellschaftlichen Entwicklung an und berücksichtigen Sie, was in der Zukunft verlangt wird.

Wenig Anerkennung
Auch werde erwartet, dass die Lehrperson diese Aufgabe mit viel Hingabe und Einfühlungsvermögen mache sowie den Kindern die erwarteten Freiräume schaffe. Eine Forderung, die man theoretisch erfüllen könne, selbst wenn man sich nicht zu den eierlegenden Wollmilchsauen zähle, meint Schenkel. Nur Applaus ernte man dafür keinen.

In dieser Berufskategorie sei es eben nicht üblich, dass bei einer herausragenden Leistung unter tosendem Applaus dreimal der Vorhang gezogen werde. Tröstlich dürfte zumindest sein, dass nicht das Motto gelte »Applaus ist des Künstlers Lohn». Als Lehrperson gelte man nicht als Künstler, selbst wenn man zwischendurch in der Klasse ein Theater habe und eine Pirouette mache, um die Schulkinder bei der Stange zu halten.

Lehrerberuf nach wie vor attraktiv
Habe man sich für den Lehrerberuf entschieden, so setze das gewiss neben dem Talent auch voraus, dass man sich mit den negativen Seiten, die dieser Beruf mit sich bringen kann, auseinander gesetzt habe und bereit dazu sei, diese zu akzeptieren. Natürlich sollten wie bei anderen Berufen bei der Güterabwägung die positiven Seiten überwiegen. Wenn ja, habe man den richtigen Job gewählt und weine nicht einer verpassten Chance nach, wie wenn man anstelle von Aktien sichere Obligationen gekauft habe.

Gesamthaft gesehen sei der Lehrerberuf nach wie vor attraktiv, selbst wenn er aus eigenen Kreisen nicht immer so dargestellt werde. Oft werde ins Feld geführt, dass man im Lehrerberuf keine Karriere machen könne. Wenn man davon ausgehe, dass man keine Titel wie CEO oder CFO erlangen könne, so würde die die Behauptung zutreffend sein, so Schenkel. Ob die Möglichkeit, einen Titel wie CTO, Chief teaching Officer, einzuführen, dem Abhilfe schaffen würde, wage er allerdings zu bezweifeln.

Bliebe noch das Lohnsystem, welches aus seiner Sicht finanziell eine recht steile Karriere verspreche, auch wenn es nach oben beschränkt sei. Ob man diesen Nachteil in der freien Wirtschaft wettmachen würde, müsse man als Hypothese stehen lassen. Einige wären lohnmässig vielleicht darüber und andere würden nicht mal das Niveau erreichen, welches sie als Lehrperson hätten und das nicht zwingend, weil sie weniger qualifiziert wären, sondern weil andere Spielregeln gelten. Unter diesen Aspekten sei Lehrer oder Lehrerin zu sein so schlecht auch wieder nicht. Der Lehrerberuf werde auch in Zukunft eine wichtige Bedeutung einnehmen, allein schon deshalb könne man stolz darauf sein, diesen Beruf auszuüben. Mit den Worten «All denen, die diesen Beruf mit viel Herzblut und Engagement ausüben, gebührt ein Dank und Applaus» schloss Präsident Schenkel seine Ansprache.

Verabschiedungen
Traditionsgemäss verabschiedete Präsident Jürg Schenkel die Pensionäre: Markus Raimann, der 35 Jahre in verschiedenen Chargen, zuletzt als Schulleiter auf der Sekundarschule tätig war, Margrit Baumgartner, die 28 Jahre auf der Sekundarstufe unterrichtete, Vroni Schmid, die 24 Jahre als Fachlehrperson auf der Sekundarstufe unterrichtete sowie Roland Graber nach 20 Jahren Hauswart im Schulhaus Emmishofen und Beat Hess nach 15 Jahren Hauswart im Schulhaus Kurzrickenbach. Ebenso verabschiedete er die Behördenmitglieder Marianne Raschle und Thomas Beringer nach 16 Jahren und Doris Wüthrich nach acht Jahren Behördentätigkeit.

Zum Schluss bedankte sich der Präsident bei den Jubilaren für ihre Treue und langjährige Mitarbeit.

Jubilare

35 Jahre

Bär Rudolf, Thermalbad

30 Jahre

Fontanive Gabriela, Kindergarten

Grahm Pia, Schulzahnklinik

Hanselmann Beatrice, Sekundarschule

Thaa Holger, Sekundarschule

25 Jahre

Ammann-Granwehr Esther, Primarschule

Brütsch Anita, Kindergarten

Lerch Ursula, Primarschule

Safa Cornelia, Kindergarten

20 Jahre

Graber Lucia, Hauswartin

Gresser Rosmarie, DaZ

Meier-Müller Marianne, Egelsee

15 Jahre

Adolf Peter, Schulschreiner

Baier Fabienne, Textilarbeit / Werken

Diefenbacher Stefan, Hauswart

Diefenbacher Susanne, Hauswartin

Kammacher Herbert, Schulleitung Egelsee

Ruof Rosmarie, Primarschule

10 Jahre

Berisha Bujar, Hauswart

Brander Martin, Hauswart

Bächle Christian, Sekundarschule

Bögli Jovana, Kindergarten

Böhni Elsbeth, Primarschule

Dauth Kerstin, Textilarbeit / Werken

Elsenhans Claudia, Sekundarschule

Eugster Gerda, Primarschule

Isser Robert, Sekundarschule

Menzi Flavia, Sekundarschule

Müller Yvonne, Textilarbeit / Werken

Roth Gaby, Sekretariat

Scarascia Adriana, Primarschule

Schey Rolf, Stv. Bademeister

Schichler Katrin, SHP

Sieber Regula, Sekundarschule

Sonderegger Paul, Finanzabteilung

Stark Heidi, Primarschule

Stutz Karin, Textilarbeit / Werken

Vega Ortega-Widmer Janine, Primarschule

Wolf Ulrike, Schulberatung

Wolfender Eva, Primarschule

 

 

 

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