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Bilder, Schriften und Zeitzeugen

Kreuzlingen – Vor 50 Jahren standen in Kreuzlingen die Kirche St. Ulrich und das Lehrerseminar in Flammen. Heute erinnern eindrückliche Bilder und verkohlte Überbleibsel an die tragische Nacht. Zu sehen sind diese seit Samstag in einer Sonderausstellung im Museum Rosenegg.

Eine Besucherin der Ausstellung. (Bild: kb)

Eine Besucherin der Ausstellung. (Bild: kb)

«Zwar ist es kein freudiges Ereignis, das sich nun zum 50. Mal jährt, doch ist es aber eines, dem man gedenken sollte», sagte Heidi Hofstetter, Leiterin des Museums Rosenegg, anlässlich der internen Ausstellungseröffnung von «St. Ulrich und Seminar in Flammen» am vergangenen Freitag. Auf Einladung waren Mitverantwortliche und Helfer der Ausstellung sowie Zeitzeugen gekommen, um einen ersten Blick darauf zu werfen.

Geschichte bis Wiederaufbau
Ein Schwelbrand nach Schweissarbeiten war Schuld an dem Brand, der in der Nacht vom 19. auf den 20. Juli 1963 die Kirche St. Ulrich und das Seminar zerstörte. Eindrückliche Bilder, darunter Fotos aus privaten Fotoalben, Schriften und aus den Flammen gerettete Figuren und anderes erinnern in der Ausstellung an das tragische Ereignis. Besucher erfahren hier alles von der Geschichte über den Brand bis hin zum Wiederaufbau. «In Zusammenarbeit mit der Stadt Kreuzlingen konnte ein schönes Ausstellungsprogramm erstellt werden», so Heidi Hofstetter.
Im Zuge der Ausstellung wird im Museum Rosenegg auch der Film «Kreuzlingens Wahrzeichen – zerstört und wieder aufgebaut» von Ernst Hofstetter gezeigt. «Mein Mann hat dafür viel Zeit aufgebracht und Recherche betrieben», erzählt die Museumsleiterin. «Mit allen Mittel der Kunst hat er es geschafft, die sonst statischen Bilder zu beleben.» Auch original Filmsequenzen werden gezeigt. Zeitzeugen, darunter Seminarlehrer Ernst Hablützel, Feuerwehrmann Karl Brack, der ehemalige Schüler Hanspeter Schär und weitere Einwohner Kreuzlingens schildern in Interviews, wie sie das Ereignis erlebt haben.

Auch Roger Cotting erinnert sich nur zu gut an die Nacht des Brandes: «Ich habe damals vis à vis der Kirche St. Ulrich gewohnt. Es hat plötzlich einen Lärm gegeben – das waren vermutlich die platzenden Ziegel. Ich bin sofort auf die Strasse gerannt, noch bevor die Feuerwehr eintraf. Eigentlich wollte ich am nächsten Tag in der Kirche heiraten.» Wie er im Film verrät musste die Trauung aber nicht ausfallen, sie wurde ins Kirchgemeindehaus verlegt.

Ausstellung
Die Ausstellung «St. Ulrich und Seminar in Flammen» kann bis zum 25. August im Stucksaal des Museums Rosenegg, Bärenstrasse 6, in Kreuzlingen, besucht werden. Zudem wird der Dokumentarfilm von Ernst Hofstetter gezeigt. Der Eintritt in die Ausstellung ist frei.

Öffnungszeiten: Mittwoch, 17 bis 19 Uhr; Freitag und Sonntag, 14 bis 17 Uhr. Gruppen auf Anfrage (Infos: www.museumrosenegg.ch).

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