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Jugendhaus soll attraktiver werden

Kreuzlingen – Drei neue Jugendarbeiter haben im Jugendhaus an der Seestrasse ihre Stelle angetreten und sich eingearbeitet. Ihr Ziel: Das Haus soll als Veranstaltungsort wieder stärker von Jugendlichen genutzt und akzeptiert werden als in den vergangenen zwölf Monaten. Auch die aufsuchende Jugendarbeit startet nach den Sommerferien neu durch.

Das neue OJA-Team mit Bianca von Freeden, Bastian Ehrmann (Leitung, mitte) und Tobias Mahlbacher.(Bild: sb)

Das neue OJA-Team mit Bianca von Freeden, Bastian Ehrmann (Leitung, mitte) und Tobias Mahlbacher. (Bild: sb)

«Das Jugendhaus steht allen Jugendlichen offen. Aber sie müssen mitarbeiten wollen», erklärt Bastian Ehrmann das Konzept der projektorientierten Jugendarbeit. Der Erlebnispädagoge aus Winterthur leitet neu mit einem 80-Prozent-Pensum die Offene Jugendarbeit Kreuzlingen (OJA) und steht motiviert im trotz seines einjährigen Alters noch immer steril wirkenden Haus an der Seestrasse. Ehrmann beruhigt rasch: «Ein Graffiti-Künstler darf hier bald besprühte Holzpaneele aufhängen.»

Professioneller strukturiert
Doch nicht nur neue Farbtupfer soll das Haus bekommen, auch frischen Wind will der Jugendarbeiter ins Jugendhaus bringen – beziehungsweise die Kreuzlinger Jugendlichen dazu animieren, dies zu tun. Unterstützt wird er dabei von der Konstanzerin Bianca von Freeden und dem Konstanzer Tobias Mahlbacher (beide 60 Prozent).

Der Leitsatz des auf diese Weise professioneller strukturierten Dreierteams entspricht dabei dem seiner Vorgänger: Einen Raum nicht nur zum Konsumieren, sondern zum Miteinander wollen sie bieten und dabei aktive Mitarbeit ausdrücklich fordern und Eigenverantwortung fördern.

Was die Jugendlichen wünschen, wie sie ticken und wo sie sich gerne einbringen wollen, dies gilt es für das neue OJA-Team in den kommenden Wochen und Monaten herauszufinden. «Grundlegend bietet das Haus Platz für alle Aktionen und Projekte, die von Jugendlichen gewünscht werden. Nur einen klassischen Jugendtreff wollen wir nicht», schränkt Ehrmann ein. «Das käme einem Gastrobetrieb gleich, mit dem Jugendarbeiter hinter der Theke.»

Zudem fördere dies Cliquenbildung. Er habe die Erfahrung gemacht, dass bestimmte Gruppen Jugendlicher das Haus besetzen würden. «Was aber nicht heisst, dass es keinen Jugendtreff geben könnte: Wenn die Jugendlichen diesen wünschen und bereit sind, aktiv mitzuarbeiten.» Ehrmann ist überzeugt, mit dem Konzept der projektorientierten Jugendarbeit besser und flexibler auf die verschiedenen Bedürfnisse der Jugendlichen eingehen zu können. Beispiel Jugendinformationsladen (JIL): Hier sind die Jugendlichen explizit eingeladen, mit all ihren Wünschen und Ideen zu kommen, sich beraten und informieren lassen. Hier erhalten sie Hilfe, wenn sie eigene Projekte umsetzen wollen.

Mit der aufsuchenden Jugendarbeit wird nach den Sommerferien gestartet. Jede Woche werden Ehrmann, Mahlbacher oder von Freeden auf einem Pausenplatz der drei Sekundarschulhäuser Präsenz zeigen, Hauptzielgruppe sind schliesslich die Schülerinnen und Schüler der 1. bis 3. Sekundarschulklassen. Aber auch für die über 16-Jährigen wird es Angebote geben, beispielsweise eine Konzertreihe für lokale Bands, die jeweils von einer Projektgruppe geplant werden.

Bauwagentreff in den Quartieren
Ausserdem ist geplant, bis Spätsommer in den Quartieren der Stadt einen Treff anzubieten. Der Bauwagen, den schon das alte Team nutzte, wird derzeit ebenfalls vom Graffiti-Künstler aufgepeppt. Hier dürfen gerne Elemente des klassischen Jugendtreffs zum Einsatz kommen, verrät Ehrmann: Es gibt Sound, die Jugendlichen können ihre eigene Musik hören, dazu einen Töggelikasten und auch der Grill wird mal angeschmissen.

Im Jugendhaus selbst sollen indes wieder mehr Veranstaltungen von Jugendlichen für Jugendliche stattfinden. Egal ob Klassiker wie Parties und Fussballturniere, musikalische Veranstaltungen oder Workshops und Kulturelles – erlaubt ist, was gefällt und wo die Bereitschaft zur Mitarbeit vorhanden ist.

Mehr Jugendveranstaltungen
«In der Vergangenheit haben viele Ältere den Raum genutzt», so Ehrmann. Natürlich seien auch weiterhin Vereine und Privatpersonen als Mieter erwünscht, aber das Verhältnis soll sich einpendeln. Der Belegungsplan wird neu vom OJA-Team geführt, nicht mehr vom Departement Freizeit. «So können wir darauf achten, dass zumindest ein Bezug zur Jugend bei den Veranstaltungen vorhanden ist», verdeutlicht Ehrmann.

Wer das neue Team kennenlernen will, kann dies am Fantastical tun: Die neuen Jugendarbeiter werden sich unters Volk mischen und mit einer Fotoaktion Werbung fürs Jugendhaus machen. Sie sind zu erkennen an ihren weissen OJA-Umhängetaschen.

Das erste Konzert findet im Rahmen der Jazzmeile am 1. September statt, von 13 bis 16 Uhr: Die Kreuzlinger Band «Mr. Leader & Orchestra» wird zusammen mit den Zürchern «JoJo» spielen.

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