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Neue Philosophie und Selbstbewusstsein

Fussball – Rückschläge sind ein natürlicher Bestandteil des Lebens – entscheidend ist, wie man darauf reagiert. Beim FC Kreuzlingen scheint jetzt ein Neustart möglich. Die unglückliche vergangene Saison wurde hinter sich gelassen.

Unser Bild zeigt (v.l.): Sportchef Daniel Bollmann, Trainer Kristijan Djordjevic, Spieler Uwe Beran, Präsident Daniel Geisselhardt, Kapitän Marco Wagner, Spieler Jens Strohm, Co-Trainer Demir Aydemir. (Bild: ma) FCKDer zurückliegende sofortige Wiederabstieg aus der 1. Liga ist heute kein Grund zum Katzenjammer mehr für Vereinspräsident Daniel Geisselhardt. Zumal die Seebuben mit 27 Punkten eine Leistung erbrachten, die in anderen Gruppen keineswegs den Abstieg bedeutet hätten. «Finanziell wäre eine zweite Saison in der 1. Liga sowieso ein Hosenlupf gewesen», ist Geisselhardt überzeugt. Stattdessen freue er sich nun auf die bevorstehenden spannenden Derbies in der 2. Liga.

Klar war es ärgerlich, so Sportchef Daniel Bollmann: «Es stinkt mir, dass wir abgestiegen sind.» Vor allem, weil dies hätte vermieden werden können. «Potential war da», so Bollmann. «Leider verloren wir Punkte gegen direkte Mitbewerber.» Heute gelte es aber, nach vorne zu schauen.

Ziel: Lange Zusammenarbeit
Mit dem neuen Trainer Kristijan Djordjevic strebt der FCK jedenfalls eine Zusammenarbeit über mehrere Jahre an. Der Ex-Bundesliga-Kicker zügelte bereits mit Frau und zwei Kindern nach Tägerwilen.

Auf die Vorbereitungsspiele blickt Djordjevic zufrieden zurück und lobte: «Die Mannschaft hat die Qualität, Spiele zu drehen.» Gegen gute Gegner habe das Team bewiesen, dass es nicht nur bestehen, sondern auch dominieren kann. Trotzdem wünscht sich der Trainer mehr Konstanz: «Leistungsschwankungen müssen noch ausgeglichen werden.»

Das braucht Zeit und ein vollständiges Kader. Ganze elf Abgänge musste die Mannschaft verkraften. 17 Spieler umfasst das Team momentan, davon sechs aus Deutschland. Mit offenen Augen werde zukünftig auch in der Region nach Zuwachs geschaut, so Djordjevic. Von seinen Spielern erwartet der neue Trainer in erster Linie Charakter: Zuverlässig, lernbereit und ehrgeizig müssen sie sein – und sich mit dem Verein identifizieren. Ganz entscheidend sei im Amateurbereich ausserdem die Fähigkeit, sich selbst zu motivieren.

Deutsche sollen’s richten
Co-Trainer Demir Aydemir hofft auf die Zugfähigkeit der deutschen Spieler: Die langjährigen Marco Wagner und Jens Strohm etwa oder Neuzugang Uwe Beran. Die gelte es zu halten, um das Fundament für künftige Erfolge zu legen. Sportchef Bollmann sagt ganz offen: «Die Mentalität der deutschen Spieler ist anders, sie geben nicht so schnell auf.» Das soll auf das gesamte Team abfärben.

Angesichts des hafenstädtischen Spielerkarussells machen die Spieler gute Miene zum bösen Spiel. So sieht Mannschaftskapitän Marco Wagner die Chance für eine Neuorientierung gekommen: «Jetzt gelingt uns vielleicht ein Neustart, können wir vielleicht Kontinuität reinbringen.» Unter dem neuen Trainer werde härter trainiert, so Wagner. Zwar weniger hart als bei den Profis, wie Uwe Beran weiss, aber von «easy living» weit entfernt. Der 23 Jahre junge Beran soll Schlüsselspieler werden und bringt Erfahrung aus dem Profibereich mit. Er weiss die Unterstützung seiner Teamkollegen hinter sich, alles «Top-Spieler». Deswegen verspüre er auch keinen Druck, sagt der Mittelfeldspieler. «Ich gehe auf den Platz, um zu gewinnen.»

Markige Worte
Damit das klappt, gibt Trainer Djordjevic die Losung «Aktion statt Reaktion» für die kommenden Spiele aus. «Wir wollen die Spiele bestimmen», so der Cheftrainer und schiebt markige Worte nach: «Mich interessieren die Gegner nicht. Ich schaue zuerst auf meine Mannschaft. Dann sollen die anderen reagieren.» Das mag für manche Ohren arrogant klingen, leuchtet aber ein: Fussball ist Kopfsache. Es bedeutet keineswegs, dass gegnerische Mannschaften nicht analysiert werden. «Ich will den Spielern Selbstvertrauen vermitteln», bestärkt Djordjevic.Und das ist genau das, was der FCK braucht, unterstützt ihn Co-Trainer Aydemir. «Eine neue Philosophie und Selbstbewusstsein».

Als Ziel gibt Präsident Geisselhardt an: «Wir wollen uns mittelfristig in der 1. Liga etablieren.» Definitiv werde man um den Aufstieg spielen, sagt Trainer Djordjevic: «Wenn wir ein komplettes Team über die ganze Saison haben, dann schaffen wir das. Zunächst denken wir aber von Spiel zu Spiel, wollen Punkte sammeln.» Im nächsten Februar wird erste Gelegenheit sein, den neuen Cheftrainer beim Wort zu nehmen.

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