/// Rubrik: Leserbriefe

Aufhebung der Wehrpflicht

Am 22. September nimmt die GSoA (Gruppe für eine Schweiz ohne Armee) wieder einmal einen Anlauf, auf indirektem Weg die Armee abzuschaffen. (Text: Marco Graf)

(Bild: Archiv)

(Bild: Archiv)

Diesmal mit ihrer Unsicherheits-Initiative für die «Aufhebung der Wehrpflicht» und der Propagierung einer illusionären «Freiwilligenmiliz».

Der Militärdienst hat den meisten von uns nicht geschadet. Ich bin zwar auch nicht immer mit Freude in den WK eingerückt, denn es war ja jedes Mal ein Unterbruch im Berufsleben. Aber es gehört einfach zur Pflicht, seine Fähigkeiten auch in die Armee einzubringen. Es ist auch ein Geben und Nehmen, da man auch von der Armee profitieren kann. Ich traf wieder meine Kameraden und lernte auch andere Menschen kennen.

Ich habe meinen Militärdienst bei den Genietruppen absolviert und hatte dadurch Kontakt mit Baufachleuten aus verschiedenen Regionen der Schweiz. Auch in anderen Truppengattungen sind die Soldaten nach ihrer Fähigkeit rekrutiert worden. Diese Vielfältigkeit geht bei einer Aufhebung der Wehrpflicht verloren.

Ich bin auch deshalb gegen die Aufhebung der Wehrpflicht, weil sich grösstenteils nur unqualifizierte Personen zu einer «Freiwilligen Milizarmee» melden würden. Deshalb stimme ich am 22. September NEIN!

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One thought on “Aufhebung der Wehrpflicht

  1. Bruno Neidhart

    „Unqualifizierte Personen“ (wäre „Federer“ qualifiziert gewesen?), lieber Marco Graf, gibt es besonders in einer Milizarmee zuhauf. So auch in der Schweiz. Übrigens in allen Dienstgraden: Vom einfachen Soldaten, der es nicht mal körperlich schafft, geschweige denn geistig, bis hin zum unfähigen Offizier, der hier nur seinen Posten in der Wirtschaft absichern möchte und von „Menschenführung“ noch wenig mitbekommen hat. Das ist nun wirklich Allgemeinwissen. Ganze Legionen von Einberufenen können davon berichten. So habe ich zum Beispiel erlebt, dass ein Drittel eines Zuges nicht mal die körperlichen Bedingungen aufwies, um etwa in einer anstrengenden Manöversituation den gestellten Anforderungen entsprechen zu können. Und somit war das „geistige Hantieren“ ebenso beeinträchtigt, was zu gefährlichen Situationen führen konnte. Heute sagt man dem „total ausgepowert“. Dass dann am Abend „gesoffen wurde, was das Zeug hält“, um den Frust herunter zu spülen, war dabei irgendwie sogar verständlich – jedoch individuell absolut tragisch. Am anderen Tag begann das Drama dann neu.

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