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Danke, Leopold!

Kreuzlingen – Ein Abend zu Ehren Leopold Hubers und für alle Theaterfreunde: Am Dienstag wurde der Autor, Regisseur und Produzent mit dem Thurgauer Kulturpreis ausgezeichnet.

Regierungsrätin Monika Knill und Leopold Huber. (Bild: sb)

Regierungsrätin Monika Knill und Leopold Huber. (Bild: sb)

Das von Leopold Huber gemeinsam mit seiner Frau, der Schauspielerin Astrid Keller, aufgebaute See-Burgtheater ist heute eine nicht mehr wegzudenkende Institution im Thurgauer Kulturleben. Wenn Huber Theater macht, dann regt das zum Nachdenken an, seine geistreichen Inszenierungen sind oftmals gesellschaftskritisch und, wie er sagt, «immer auf der Seite der Schwächeren».

Schon einigen ist er mit seiner Arbeit auf die Zehen getreten. Ein Credo des Österreichers lautet ja auch: «Theater darf nicht zu bequem sein, es muss Aufruhr verursachen.» Am Dienstagabend gab es dafür Applaus statt Aufruhr: Für seine Verdienste als Autor, Regisseur und Produzent in den Bereichen Schauspiel, Musiktheater und Film hier und ennet der Grenze wurde Leopold Huber der mit 20000 Franken dotierte Thurgauer Kulturpreis 2013 verliehen.

Gutes Theater hat seinen Preis
Die Begrüssungsrede hielt Regierungsrätin Monika Knill. Sie blickte auf über 20 Jahre See-Burgtheater zurück und lobte die jüngste Inszenierung, Brechts «Dreigroschenoper», sowie Hubers «zeit- und gesellschaftskritischen» Ansatz allgemein. Mit Ideenreichtum könne Theater viel bewirken, so Knill, «aber das hat seinen Preis». In Anspielung auf Hubers Buch über elf seiner Jahre mit dem See-Burgtheater, sagte sie: «Auf das Dir die Lust – ohne Frust – am Theater noch lange erhalten bleibt.»

Ein Macher, kein Phantast
Die Laudatio der Autorin Edith Gloor wurde von ihrer Tochter Meret Früh vorgetragen. Gloor, welche schon als Co-Autorin mit Huber zusammenarbeitete, verzichtete auf eine blosse Aufzählung seiner Leistungen und richtete die Aufmerksamkeit auf die Persönlichkeit des Theaterprofis. Stets «mit Röntgenblick unterwegs» sei der Mann mit dem legendären Strohhut, dabei «unbestechlich, er will nicht gefallen». Huber sei ein Macher, kein Phantast, lobte sie sein Arbeitsethos.

Ein Besuch seiner Aufführungen lohne sich: «Man geht immer bereichert und ein bisschen weiser nach Hause», schreibt Gloor. Hubers Theater sei «Weltzirkus, artistisch und kunstvoll zugleich», dabei humorvoll und «grosse Kunst», charakterisiert durch Mitgefühl für die Verlierer und Schwachen, aber ohne «schulmeisterlichen Zeigefinger» auskommend – und immer unterhaltend.
Schliesslich kam die Laudatorin auf Hubers Lebensgefährtin Astrid Keller zu sprechen. Gloor bezeichnete sie als «Mutter seiner drei Kinder, seine Muse, Mitarbeiterin, Mitstreiterin, Mit-ihm-Streiterin, Lieblingsschauspielerin, Ermutigerin» und noch einiges mehr, aber insbesondere als Quelle für die Kraft von Huber selber.

Für die musikalische Untermalung des stimmungsvollen Verleihungsfestes sorgte die Dreigroschenoper-Band, SchauspielerInnen des Ensembles sangen, und Mackie Messer alias Giuseppe Spina führte humorvoll durch den Abend.

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