/// Rubrik: Kultur | Topaktuell

Was für ein Theater!

Kreuzlingen – Mit einer fabelhaft vielschichtigen Vorstellung premierte das Ensemble des Girsberg Theaters am vergangenen Dienstag. Morgen und übermorgen sind weitere Vorstellungen, jeweils um 20 Uhr. (Text: Joachim Kohler)

Schauspieler Simon Engeli (l.) und Joe Fenner. (Bild: kp)

Schauspieler Simon Engeli (l.) und Joe Fenner. (Bild: kp)

Die «kleine» Stadt Kreuzlingen überrascht wieder einmal aufs Neue ihre BewohnerInnen und auswärtigen Freunde der Kunst «ennet und dennet» der Grenze mit einem «grossen» und ganz speziellen Kulturangebot. Wie schon seit vielen Jahren üblich, werden in Kreuzlingen im Juli und im August an zwei historisch besonders markanten und reizvollen Plätzen qualitativ hochstehende Freilichttheateraufführungen gespielt. Nachdem also auch dieses Jahr wieder im idyllisch gelegenen Seeburgbark ein Werk des gleichnamigen Theaters Dernière feierte, wurde auf der  dankenswerterweise noch aufgebauten Seebühne das Theaterschaffen der letzten 20 Jahre des Regisseurs Leopold Huber mit dem Thurgauer Kulturpreis ausgezeichnet.

Kurze Zeit danach begann dann bereits auf dem geografisch gegenüberliegenden Schauplatz von Kreuzlingen das andere Ensemble mit ihrem Theaterstück vor dem Schloss Girsberg, welches ebenfalls einen Preis gewonnen hat, zumindest für die Gäste der Premiere am letzten Dienstag, nämlich den Publikumspreis der Herzen. Und daran konnten auch die widrigen Umstände, wie dies bei Freilichtaufführungen immer so typisch ist, nichts dagegen ausrichten.

Meisterliche Leistung
So hörte man zu Beginn zusätzlich noch die Klänge zu «When the Saints go Marching in» vom Seerhein herüber tönen, während man dann kurz vor der Pause durch den feinen Geruch von Bratwürsten olfaktorisch auf die Probe gestellt wurde. Überhaupt verlangte der Handlungsablauf des komplex angelegten Theaterstückes den Zuschauern ein hohes Mass an Konzentrationsvermögen ab, welches dann jedoch durch geradezu meisterhafte Leistungen der SchauspielerInnen und MusikerInnen mehr als belohnt wurde.

Schnelle Szenen- und Rollenwechsel kontrastierten zu psychodynamisch anmutenden «Freezingphänomenen» und bildeten eine aktionsgeladene Dynamik über die gesamten zweieinhalb Stunden des Stückes. Wer also morgen oder übermorgen noch nichts vor hat, dem sei «Der Meister und Margarita» vom Girsbergtheater wärmstens empfohlen, auch wegen der Decke, die es mitzubringen sich lohnt. Karten: Tel. 071 671 23 92 oder info@schloss-girsberg.ch

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