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Nächstes Jahr wird der Strom teurer

Kreuzlingen – Ab nächstem Jahr werden die Kunden der Technischen Betriebe Kreuzlingen (TBK) mehr für den Strom berappen müssen. Obwohl der Energiepreis sinkt, steigen Abgaben und Netznutzungskosten. Trotzdem bleiben die Preise im schweizweiten und europäischen Vergleich günstig.

(Bild: archiv)

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«Wir sind stets bemüht, die Strompreise – gerade für Haushalte – so günstig wie möglich zu halten», sagte Susanne Bergsteiner, Kaufmännische Leiterin der TBK, als gestern über die Stromtarife 2014 informiert wurde. Eine Preiserhöhung  für alle Kundensegmente um durchschnittlich 0,545 Rappen pro Kilowattstunde (kWh) (3,8 Prozent Kostensteigerung) im kommenden Jahr lasse sich aber nicht vermeiden – trotz sinkender Energiekosten.

Diese schlagen nämlich positiv zu Buche, so Stadtrat David Blatter. «Wie viele andere Thurgauer Energieversorger haben wir unsere Beschaffungsstrategie geändert. So werden wir neu ab 2014 die gesamte Energie zu Marktpreisen anstatt zu Gestehungskosten beschaffen. Das birgt zwar ein Risiko was die Menge betrifft, doch profitieren wir von günstigeren Preisen.» Auch die Deckungsdifferenz aus dem Vorjahr – ein Gewinn von rund 165’000 Franken – wurde in voller Höhe preissenkend eingerechnet. Insgesamt fällt der Energiepreis für den Kunden damit um durchschnittlich 1,545 Rappen/kWh (etwa 20 Prozent).

Mehr fürs Netz bezahlen
Gründe dafür, dass die Kunden im nächsten Jahr trotzdem mehr für den Strom bezahlen müssen,  sind zum einem die Kosten für die Netznutzung, die um rund 25 Prozent steigt, was etwa 1,61 Rappen/kWh entspricht, informierte Blatter. Zudem hätten sich die Abgaben auf Bundesebene erhöht: Die Abgabe zur Förderung erneuerbarer Energien (KEV) zum Beispiel steigt von 0,35 auf 0,5 Rappen/kWh. Auch die Systemdienstleistungen werden um 0,33 auf 0,64 Rappen/kWh aufgestockt. «0,30 Rappen davon sind aber eine einmalige Erhöhung, die im Jahr 2015 wieder entfällt», erklärt der Stadtrat. Insgesamt steigen die Abgaben damit um 0,48 Rappen/kWh.

Vom Verbrauch abhängig
Die Auswirkungen schlagen sich schliesslich im endgültigen Strompreis nieder: Um durchschnittlich 0,545 Rappen/kWh werden die Tarife steigen. Für ein Fünf-Zimmer-Einfamilienhaus in Kreuzlingen, das 7500 kWh/Jahr Strom braucht, bedeutet das Mehrkosten von 51 Franken pro Jahr (4,25 Franken pro Monat). Für eine  durchschnittliche Vier-Zimmer-Wohnung wären es 20 Franken weniger pro Jahr. Ein Kleinbetrieb, der 30’000 kWh Strom pro Jahr verbraucht, zahlt ab nächstem Jahr 222 Franken mehr.

Grundsätzlich werde der endgültige Strompreis aber auch vom individuellen Verbrauchsverhalten der Kunden beeinflusst, sowie der Zuordnung zu den Netzebenen (Hoch- oder Niederspannung), informierte Guido Gross, Direktor der TBK, und machte deutlich, dass die Kunden trotz der Preiserhöhung im schweizweiten und europäischen Vergleich nach wie vor von sehr günstigen Preisen für ihren Stromverbrauch profitieren.

Ökozuschlag bleibt gleich
Standardmässig werden die TBK weiterhin einen Zuschlag von 0,15 Rappen pro kWh für den Bezug von 100 Prozent atomfreiem Strommix erheben. Bei eben benanntem Fünf-Zimmer-Einfamilienhaus würde das Mehrkosten von 11,25 Franken pro Jahr bedeuten.

«82 Prozent unserer Haushalts- und Kleingewerbe-Kunden beziehen derzeit noch den Ökostrom», informierte Susanne Bergsteiner. Bei grösseren Gewerbe- und Industriekunden seien es noch 31 Prozent. Wer lieber auf den Ökostrommix verzichten möchte, könne weiterhin den Basismix (100 Prozent Graustrom) wählen.

Ab heute können die Stromtarif-Übersicht 2014 der TBK  sowie alle Tarifblätter unter www.tbkreuzlingen.ch abgerufen werden. Ein allgemeiner Strompreisvergleich ist unter www.elcom.admin.ch möglich.

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