/// Rubrik: Region

Rekord mit dem Gleitschirm

Kreuzlingen/Konstanz – Sechsundzwanzig, siebenundzwanzig, achtundzwanzig – begeistert gingen die Zuschauer am Sonntag während des Weltrekordes von Daniela Martin in Konstanz mit: Die 20-jährige Auszubildende schraubte die bisherige Bestmarke von 27 Infinity Tumblings ganz souverän auf 50 Loopings. Abgesprungen war sie aber aus Kreuzlinger Luftraum.

Daniela Martin ist bereit zum Absprung. (Bild: zvg)

Daniela Martin ist bereit zum Absprung. (Bild: zvg)

Atemberaubeneder Blick der Gleitsschirmpilotin auf Klein Venedig bei ihren Rekord-Drehungen. (Bild: zvg)

Atemberaubeneder Blick der Gleitschirmpilotin auf Klein Venedig bei ihren Rekord-Drehungen. (Bild: zvg)

«Waaaahnsinn» lautete für Minuten der einzige Kommentar der jungen Pilotin. Infinity Tumblings – frei übersetzt also «endlose Überschläge» gelten als die Königsdiziplin im Acro-Fliegen, denn sie erfordern allerhöchstes fliegerisches Können. So gesehen ist Daniela Martin nun die Königin: Denn mehr Tumblings als sie hat bislang noch keine geschafft.

Die akribische Vorbereitung hat sich also ausgezahlt, und der Rahmen hätte stimmungsvoller nicht sein können: Unzählige Zuschauer bevölkerten das Konstanzer Hafengelände, denn der Weltrekord war auf den Abschlusstag der Mille Fiore, einer Oldtimer-Ausfahrt, terminiert worden und boten eine grandiose Kulisse.

Technik aus vergangenen Tagen am Boden, aktuelle Technik in der Luft – so lautete das Motto am Sonntag sozusagen. Denn Daniela Martin, Auszubildende bei der U-Turn GmbH inTuningen, flog natürlich einen Schirm des Unternehmens. «Der Thriller ist extra für das so genannte Acro-Fliegen entwickelt worden», berichten die beiden Unternehmensgründer Thomas Vosseler und Ernst Strobl, die natürlich den Sprung verfolgten.

«Ich war brutal aufgeregt», gab Daniela Martin zu, «denn ich bin noch nie vor so vielen Zuschauern geflogen». Irgendwann habe dann aber doch der Tunnelblick überwogen: «Du musst dich konzentrieren, auf das Wesentliche fixieren, die Abläufe nochmals im Kopf durchspielen – dann klappt es auch.»

Höher ging’s nicht
Der Hubschrauber brachte die Pilotin wetterbedingt nicht wie geplant auf etwa 3500 Höhenmeter, also 3100 Meter über Wasseroberfläche, sondern lediglich auf 2000 Höhenmeter, also 1600 Meter über die Wasseroberfläche. Gerne hätte sie noch ein paar Meter mehr Höhe gehabt, aber die zugezogene Wolkenbasis liess dies nicht zu. Das Wetter selbst war sowieso ein Krimi, denn erst um 11.30 Uhr riss der Himmel auf, die Absprunggenehmigung vom Züricher Airport war aber in einem Zeitraum von 13 bis 14 Uhr bewilligt. Der Absprung wurde in die Schweiz verlegt, weil es für Gleitschirm-Akrobatik in Deutschland keine Genehmigung gab.

Der Sprung rückwärts aus dem Heli klappte gut, sofort öffnete sich der Gleitschirm und schnell hatte Daniela Martin den Tumbling erreicht. «Klar musste ich immer nachkorrigieren, aber ich habe mich ziemlich sicher gefühlt.» Während des Sprunges habe sie zwar mitgezählt, war sich aber nicht ganz sicher, aber an der Reaktion des Publikums und dem Hupen der Boote im Hafenbereich habe sie gemerkt, dass es geklappt hat.

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.