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Aus Träumen lernen

Traumanalyse – Träume, die uns auch am Tage nicht mehr loslassen, können uns in unserem Leben einschränken. Die Traumanalyse hilft, sich selbst besser kennenzulernen und damit auch die eigenen Probleme leichter einzuschätzen und zu verstehen.

Wenn wir schlafen, dann wechseln sich Tiefschlaf- und Traumphasen ab. Letztere eröffnet uns Möglichkeiten weit über den Verstand hinaus – im Traum ist alles möglich. Mithilfe der Traumanalyse kann herausgefunden werden, welches Problem möglicherweise einem immer wiederkehrenden Traum zugrunde liegt. (Bild: klz)

Wenn wir schlafen, dann wechseln sich Tiefschlaf- und Traumphasen ab. Letztere eröffnet uns Möglichkeiten weit über den Verstand hinaus – im Traum ist alles möglich. Mithilfe der Traumanalyse kann herausgefunden werden, welches Problem möglicherweise einem immer wiederkehrenden Traum zugrunde liegt. (Bild: klz)

Wenn wir des Abends in die Kissen fallen, der Körper sich entspannt, so schlummern wir schon bald tief und fest. Da lassen die Träume nicht lange auf sich warten. In den Traumphasen ist plötzlich alles möglich: Zum Beispiel Fliegen, auch unter Wasser atmen oder mit Tieren sprechen. Manchmal verarbeiten wir erlebte Situationen oder es kommen unterdrückte Gefühle zum Vorschein. Auch Sehnsüchte leben wir in unseren Träumen aus.

Träume sind wichtige Zeichen
Schon Sigmund Freud, Begründer der Psychoanalyse, beschäftigte sich intensiv mit der Traumdeutung und bezeichnete sie als den Königsweg zum Unbewussten. Er sah Träume als Wunscherfüllungen. «Wünsche, die wir uns in unserem Leben nicht zugestehen», ergänzt Prof. Dr. Klaus Hoffmann, Medizinischer Direktor der forensischen Psychiatrie und Psychotherapie am Zentrum für Psychiatrie Reichenau, und Leiter des Instituts für Psychoanalyse Kreuzlingen. Für ihn sind Träume wichtige Zeichen: «Aus psychoanalytischer Sicht sollten Träume auf jeden Fall ernst genommen werden.»

Schön oder beängstigend?
Jeder Mensch träumt, aber nicht jeder kann sich auch daran erinnern ob und was er geträumt hat. Während manche Träume uns lächelnd erwachen lassen, führen uns andere in ungeahnte Abgründe. «Doch egal ob angenehm oder bedrohlich, viele Menschen haben wiederkehrende Träume. Ist man deswegen verängstigt oder fühlt man sich im alltäglichen Leben eingeschränkt, da einen der Gedanke daran nicht mehr loslässt, so kann die Traumanalyse im Zuge einer Therapie helfen, die Zeichen zu deuten und zu verstehen.» Auf diese Weise könne man auch sich selbst besser kennenlernen.

Prof. Dr. Klaus Hoffmann. (Bild: zvg)

Prof. Dr. Klaus Hoffmann. (Bild: zvg)

Interaktive Wissenschaft
Die Traumdeutung an sich bezeichnet der Psychotherapeut als interaktive Wissenschaft. Hier geht es nicht darum, den exakten Traum herauszufinden: «Es ist eine sprechende Behandlung, quasi ein freier Dialog», erklärt Hoffmann. Der Patient erzählt von seinem Traum, woraufhin der Therapeut ihn dazu ermuntert, das Geträumte, an das er sich noch erinnert, weiter zu fantasieren – was fällt dem Erzähler noch dazu ein? «Assoziationen und Widersprüche sind dabei interessant. Ich höre zu und teile meine Ideen und Verknüpfungen mit», so Klaus Hoffmann. «Wenn diese beim Patienten etwas auslösen, kommen wir dem Problem näher.» Eine endgültige Erkenntnis gibt es dabei nicht: «Schlussendlich bekommen wir eine Idee davon, warum wir etwas Bestimmtes geträumt haben und was das Problem sein könnte, das sich wiederkehrend in unseren Träumen äussert. So können wir diese Probleme aufarbeiten und besser damit umgehen.»

Sowohl Einzel- als auch Gruppentherapien erachtet Klaus Hoffmann als sehr wirksam. «Doch ist zu beachten, dass in allen Therapieformen Träume etwas anderes bedeuten. Stets sind Fragen wie zum Beispiel ‹Warum erzählt jemand wem, wann, welchen Traum?› und ‹Welche Träume behält man für sich?› interessant für die Analyse.»

Symbole sagen nicht alles
Man erkennt schnell, dass die Traumdeutung ein weit komplexeres Unterfangen ist, als dass sich die Bedeutung von Träumen einfach anhand von Symbolen erschliessen lässt. Hoffmann: «Mit Symbolen sollte man vorsichtig sein. Sie können mehrere Bedeutungen haben und meinen auch nicht für jeden Menschen dasselbe.»

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