/// Rubrik: Gesundheit | Marktinfos

Kräuter gegen Haarprobleme

Haare – Bruchteile eines Millimeters dünn, in unzähligen Farbnuancen zu bewundern und an verschiedenen Körperstellen wachsend. Seit jeher sind sie für viele Menschen Identifikationsmerkmal, Prestigeobjekt und störend zugleich. Während sie an manchen Körperbereichen ausfallen, spriessen sie an ungewollten munter drauflos. Warum, wissen Experten, wie Katharina Schneider von der Kreuzlinger Firma Rausch.

Manuela Mohn (links) und Katharina Heinrich forschen bei der Kreuzlinger Firma Rausch runds ums Haar. (Bild: Thomas Martens)

Manuela Mohn (links) und Katharina Heinrich forschen bei der Kreuzlinger Firma Rausch runds ums Haar. (Bild: Thomas Martens)

Von Anfang an, seit 123 Jahren, wird hier intensiv rund ums Körperhaar geforscht, um Mittel zur Gesunderhaltung von Haut und Haar auf Kräuterbasis zu entwickeln. Mehrere Millionen Erzeugnisse – vom Haarwasser bis zur Creme – haben bislang die Produktionsstätte in Kreuzlingen verlassen und werden weltweit vertrieben.

Etwa ein bis zwei Neuentwicklungen kommen jährlich auf den Markt. An vielen von ihnen hat Katharina Schneider selbst mitgewirkt. Die gelernte Chemielaborantin ist zwar seit anderthalb Jahren im Ruhestand, gilt aber weiterhin als Spezialistin für Haare und steht auch ihrer Nachfolgerin Katharina Heinrich gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Ein Kilometer Hornfäden
Haare sind nichts anderes als lange Hornfäden, die aus Keratin bestehen. «Rund 100000 Haare finden sich auf dem Kopf des Menschen und wachsen bis zu einem Kilometer im Jahr. Ein Harr wächst 0,3 Millimeter am Tag und einen Zentimeter im Monat», sagt Katharina Schneider. Die Haarwurzel (Follikel) sitzt im unteren Bereich der Lederhaut, auch Dermis genannt. Hier befinden sich auch alle Hautanhangsgebilde wie Schweissdrüsen, Tastkörperchen, Nerven und Blutgefässe.

Der Lebenszyklus eines Haares bis zum Ausfall beträgt fünf bis sieben Jahre, wobei der grösste Teil von zwei bis sechs Jahren auf das Wachstumsstadium entfällt. Das Innere des Haares, wo sich Markkanal, Pigmente und Faserschicht befinden, ist von einer Schuppenschicht umgeben. «Erstaunlich ist, dass alle natürlichen Haarfarben nur durch zwei Pigmente hervorgerufen werden, Eumelanin für braun bis schwarz und Phäomelanin für rot-gelb», erklärt Katharina Schneider.

Haarprobleme sind oft genetisch und hormonell bedingt, was die Kosmetikbranche vor beinahe unlösbare Probleme stellt, wie die Expertin aus mehr als 30 Jahren Forschungs- und Entwicklungsarbeit bei Rausch weiss: «Die Ursache können wir oft nicht beheben, sondern höchstens korrigierend und pflegend eingreifen.» So wirken Rausch-Produkte – und nicht nur diese – beispielsweise mildernd und vorbeugend bei fettigen Haaren, Haarausfall und weissen Haaren. Ein Haarwuchsmittel, das wieder für volles und buschiges Haar sorgt, gibt es jedoch nicht. Ebenso wenig dauerhafte Produkte zur Enthaarung. «Schuppen, die auf zu trockene Kopfhaut zurückgehen, sind mit entsprechenden Produkten allerdings recht gut und dauerhaft in den Griff zu bekommen», so Schneider.

Männer sind Leidtragende
Vor allem Männer haben bei zunehmendem Alter mit Haarausfall zu kämpfen. Dass dies aber längst nicht alle betrifft, hat entweder temporäre Ursachen wie Medikamente, Chemotherapie und Krankheiten, oder ist dauerhaft androgenetisch/hormonell bedingt. Gegen letzeres hat Katharina Schneider bislang kein Kraut gefunden: «Kosmetisch ist das sehr schwer zu beeinflussen.» Man könne höchstens die Durchblutung der Kopfhaut anregen, schliesslich sei dies die Nahrungsquelle für die Haare.

Wie weisse Haare entstehen, sei gemäss Schneider noch nicht genau bekannt: «Gibt es ein Nebeneinander von naturfarbenen und weissen Haaren, wirken sie grau.» Mit Färbung und Tönung lasse sich dieses Problem aber relativ leicht beheben. Während die Tönung oberflächlich angewandt wird und deshalb nur ein paar Waschgänge hält, lagert sich die Färbung hingegen im Haarinnern ein, nachdem die schützende Schuppenschicht aufgebrochen wird.

Diese wiederum gilt es immer schön glatt zu halten, etwa um Spliss zu verhindern. Auch dafür hat die kosmetische Industrie eine Reihe von wirksamen Mittelchen gefunden, die das Haar stärken und dem Aufrauhen vorbeugen.

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.