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«Langweilig wird es bei uns nie»

Kreuzlingen – Viele Pflegende haben immer noch Vorurteile gegenüber der Spitexarbeit. Anlässlich des nationalen Spitex-Tages vom Samstag, 7. September, stellt sich die grösste Spitex-Organisation im Thurgau, die Spitex Region Kreuzlingen, als attraktive Arbeitgeberin vor.

Barbara Schmid leitet den Standpunkt Landschlacht. (Bild: sb)

Barbara Schmid leitet den Standpunkt Landschlacht. (Bild: sb)

Rund 32’000 Mitarbeitende der Schweizer Non Profit-Spitexvereinigungen helfen und pflegen Menschen jeden Alters in deren Zuhause, ausserhalb des Spitals, so lange dies möglich ist. Sie nehmen dabei eine wichtige gesellschaftliche Funktion war. Barbara Schmid, Leiterin des Standorts Landschlacht, ist seit 13 Jahren Mitarbeiterin und beschreibt ihre Arbeit als eine verantwortungsvolle Tätigkeit, die zudem viel Selbstständigkeit erfordere: «Sie ist sehr vielseitig, nie langweilig und man erlebt immer etwas Neues.»

Individueller als im Spital
Die Maxime der Spitex lautet, die Autonomie der Klienten zu fördern und zu unterstützen, und dabei deren individuelle Bedürfnisse zu erfüllen. Das fange schon bei der Bedarfsabklärung an, wo der Klient in seiner gewohnten Umgebung frei von der Leber weg erzählt, was ihm wichtig ist. So schätzt Schmid an ihrer Arbeit, dass diese sehr menschenbezogen ist: «Die Einsätze sind meist langjährig. Dabei baut man eine persönliche Beziehung auf. Wir erleben unsere Klientinnen und Klienten Zuhause und bei jedem ist die gleiche Arbeit anders. Man sieht, auf was sie jeweils Wert legen und lernt sie kennen.» Ausserdem stört keine Glocke, kein Telefon und keine Arztvisite den Einsatz. «Wir können uns ganz den Klienten widmen», so Schmid. Das erlaube mehr Freiheiten als die Pflege im Spital.

Professionalität im Fokus
Flache Hierarchien ermöglichen es zudem, auf vielen Ebenen mitzubestimmen, sagt die diplomierte Pflegefachperson. Fort- und Weiterbildungen (Palliative Care, elektronische Bedarfsabklärung mit RAI-Homecare, Wundmanagement, Psychiatriepflege etc.) werden gefördert und sind auch nötig in einem Umfeld, wo interdisziplinäres Arbeiten Alltag geworden ist, lobt sie.

Doris Egli, Geschäftsleiterin der Spitex Region Kreuzlingen. (Bild: zvg)

Doris Egli, Geschäftsleiterin der Spitex Region Kreuzlingen. (Bild: zvg)

Die Spitex Region Kreuzlinge» bildet mittlerweile auch aus. Seit 2003 ist man Lehrbetrieb für Fachfrauen und -männer Gesundheit EFZ, mittlerweile sei man auch parat für die Ausbildung zur Dipl. Pflegefachperson. Trotzdem haben sie Schwierigkeiten, geeignetes Fachpersonal zu finden, berichtet Geschäftsleiterin Doris Egli.
«Viele Menschen haben immer noch Vorurteile gegenüber der Spitexarbeit.» Diese habe beispielsweise den Ruf, dass nur Grundpflege verrichtet werde, dass der Lohn gering sei oder dass unklare Arbeitsbedingungen rund um die Uhr herrschten. «Dabei ist der Anspruch an unsere Dienstleistungen mittlerweile viel höher als früher, die Professionalität ist gestiegen. Das Image der Spitex, hier würden nur Stützstrümpfe an- und ausgezogen, trifft längst nicht mehr zu», sagt Egli. Die Verdienstmöglichkeiten seien vergleichbar mit denen der Spital Thurgau AG.
Aber auch die Anforderungen an das Personal sind gestiegen, weiss Barbara Schmid: «Vorraussetzungen an die Spitexarbeit sind Selbstständigkeit, Entscheidungsfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein. Für eine Person, die nicht gerne allein arbeitet, ist das nichts.»

Spitex Region Kreuzlingen
Die Spitex Region Kreuzlingen ging Anfang Jahr aus dem Zusammenschluss  der drei bisherigen Vereine Spitex Kreuzlingen, am See und Tägerwilen-Gottlieben hervor. Ihr gehören neun Gemeinden an, in denen zusammengezählt 35’000 Einwohner leben. 80 Mitarbeitende verteilt auf 37 Vollzeitstellen und drei Standorte pflegen und helfen mehr als 500 Klientinnen und Klienten. Pro Monat leisten sie 6500 Stunden. Angebot: Interessierte Dipl. Pflegefachpersonen können gerne ein bis zwei Tage schnuppern, sagt die Geschäftsleiterin Doris Egli.

www.spitex-region-kreuzlingen.ch

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