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Wie die eigenen Zähne

Geht es um den Ersatz verlorener Zähne, so ist seit geraumer Zeit viel von Zahnimplantaten die Rede, wobei oftmals die kurze Behandlungsdauer hervorgehoben wird. Was aber genau sind Zahnimplantate und in welchen Fällen stellen sie eine gute, wenn nicht die beste Lösung dar? Die Implantat Stiftung Schweiz (ISS) klärt diese Fragen für die Öffentlichkeit wissenschaftlich fundiert.

Zahnersatz ist von echten Zähnen nicht zu unterscheiden. (Bild: ISS)

Zahnersatz ist von echten Zähnen nicht zu unterscheiden. (Bild: ISS)

Zahnimplantate werden fest im Kiefer verankert. Patienten erhalten dadurch ein sicheres Gefühl. Fehlen im Unter- oder Oberkiefer alle Zähne, so ist auch in diesem Fall eine implantatgestützte Lösung möglich, entweder eine festsitzende Brücke oder eine abnehmbare Prothese.

Hauptgrund für einen Zahnverlust bei Personen unter 30 Jahren sind Unfälle, bei Personen über 50 Jahren sind primär fortgeschrittene Karies, Zahnfleischentzündungen mit Knochenabbau (Parodontitis), Entzündungen nach Wurzelfüllungen, Wurzelfrakturen, aber auch Allgemeinerkrankungen, Medikamente und Bestrahlungen für den Verlust von Zähnen verantwortlich.

Mit Implantaten lässt sich ein einzelner Zahn ersetzen sowie eine grössere Zahnlücke versorgen. Auch eine verkürzte Zahnreihe, das heisst, wenn alle Backenzähne einer Kieferhälfte fehlen, kann dank Zahnimplantaten ergänzt werden. Im zahnlosen Kiefer kann entweder eine Brücke oder eine abnehmbare Prothese auf Zahnimplantaten befestigt werden.

Mehr als je zuvor
Vor rund 30 Jahren, als die moderne Behandlung mit Zahnimplantaten begann, gab es Implantate vorwiegend bei Patienten mit zahnlosen Unterkiefern. Heute werden rund 90000 Implantate pro Jahr gesetzt. Dabei machen Einzelzahnlücken rund 50 Prozent, verkürzte Zahnreihen zirka 25 Prozent und Mehrfachzahnlücken rund 20 Prozent aus. Zahnlose Kiefer haben noch einen Anteil von fünf Prozent.

Im Fall einer Einzelzahnlücke dient das Zahnimplantat als Ersatz der Zahnwurzel. Auf diesem künstlichen Pfeiler wird anschliessend die Krone befestigt. So kann auf das Beschleifen gesunder Nachbarzähne verzichtet werden, wodurch die Langzeitprognose dieser Zähne erheblich verbessert wird. Bei Mehrfachzahnlücken kann entweder jeder fehlende Zahn durch ein Implantat mit Krone ersetzt werden, oder aber man wählt eine Lösung mit einer Brücke, um die Zahl der Implantate zu verringern.

Gute Erfolgsquote
Die meisten Zahnimplantate präsentieren sich nach zehn Jahren in gutem Zustand. Die Erfolgsquote beträgt über 95 Prozent – im Unterkiefer ist sie generell etwas höher, im Oberkiefer ein wenig tiefer. Zu diesem sehr guten Ergebnis tragen eine professionelle Planung, eine sorgfältig durchgeführte Implantation und regelmässige Kontrollen durch den Zahnarzt beziehungsweise die Dentalhygienikerin ebenso bei wie die tägliche Mundhygiene des Patienten selbst.

Alternativ zu Implantaten gibt es die klassischen Versorgungsformen, bei denen zahntechnisch gefertigte Ersatzzähne an den verbliebenen Zähnen verankert werden. Zwar gelten Implantate mittlerweile als die bestmögliche Zahnersatzform, aber es gibt sehr viele Situationen bei denen die klassische Möglichkeiten des Zahnersatzes eine gute, in manchen Fällen sogar die bessere Alternative darstellen. Zu den klassischen Versorgungen zählen der festsitzende Zahnersatz (Brückenversorgung) und der herausnehmbare Zahnersatz (Teilprothese), sowie die Kombination aus beiden. Bei völliger Zahnlosigkeit die Voll- oder Totalprothese.

Grundsätzlich ist bei kleinen Lücken und festen Pfeilern eine Brücke fast immer möglich. Bei sehr grossen Lücken kann allerdings in der Regel nur herausnehmbarer Zahnersatz als Alternative zu Implantaten eingesetzt werden, da eine Brückenkonstruktion zu einer Überlastung der weit auseinanderstehenden Zahnpfeiler führen würde. Der Verlust auch dieser Zähne würde dann drohen. Auch bei einer sogenannten Freiendsituation, wenn einseitig oder beidseitig die Backenzähne fehlen, ist keine Brücke mehr einsetzbar.

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