/// Rubrik: Leserbriefe

Demokratische Kontrolle über die Armee abgeben?

Schon bei vergangenen Abstimmungen hat sich das Volk für eine Milizarmee ausgesprochen. Erfahrungen im Ausland zeigen, dass die Abschaffung der Wehrpflicht der Einführung einer Berufsarmee gleichkommt. Dies ist klar abzulehnen.(Text: Markus Hausammann, Nationalrat, Langrickenbach)

(Bild: pixelio)

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Eine Berufsarmee ist zwar halb so gross, kostet dafür doppelt so viel. Kleine Staaten wie die Schweiz haben weder die finanziellen Mittel eine Berufsarmee zu unterhalten, noch würden sich genügend Soldaten finden lassen, welche den verfassungsmässigen Auftrag der Armee garantieren können. Auch der Zivildienst wäre in Frage gestellt, da es schwierig werden würde, genügend Freiwillige zu finden. Damit gefährdet die GSoA Initiative wichtige Grundpfeiler der Sicherheit und Solidarität der Schweiz.

Im Gegensatz zur Milizarmee, welche den aktuellen Wissensstand stetig weitergibt, muss eine Berufsarmee dauernd beschäftigt werden. Grosse Auslandseinsätze wären ein verlockendes Beschäftigungsmittel. Die Wahrscheinlichkeit, dass unsere Milizarmee gegen den Willen des Volkes in einem Konflikt zum Einsatz kommt, ist bedeutend geringer als bei einer Berufsarmee.
Bleiben wir bei einer Armee, die das Volk repräsentiert und legen am 22. September ein Nein in die Urne!

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One thought on “Demokratische Kontrolle über die Armee abgeben?

  1. Bruno Neidhart

    Eine Milizarmee ist heute qualitativ einer Berufsarmee wenig gewachsen. Hat man also eine MiIizarmee, die das Land verteidigen soll, weiss man, wie die Lage einzuschätzen wäre. Allein das derzeitige „Geschachere“ um ein neues, unbeliebtes, anscheinend nicht konkurrenzfähiges Flugzeug zeigt das milizionäre Beschaffungsdilemma auf. Und: All die einfachen „Dätel“, welche z.B. nur dank guter turnerischer Leistungen den Dienst antreten müssen, jedoch daran keinen „Kick“ empfinden, höchsten einen national bewegten – aber das war’s dann auch – , spüren im Dienst die Schwächen eines Milizsystems, das den durchschnittlichen „Zufallssoldaten“ ganz rasch überfordern kann. Das muss man einfach wissen. Der Schutz des Landes ist sehr kostenintensiv, welches System dann auch gefahren wird. Die Frage ist eher, verteilt man die Kosten „kleckerlesweise“ auf möglichst viele „helvetische Kämpfer“, die dann einzeln wenig abbekommen, oder konzentriert man sich auf einen kleineren Kern, der dann optimaler zu proviantieren ist. Man hat eben die Wahl. Es ist keine nationale Frage. Es ist eine rationale Frage mit ernsterem Hintergrund.

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