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Wer macht in Güttingen das Rennen?

Güttingen – Die beiden Anwärter auf das Amt des Güttinger Gemeindeammanns – der vom überparteilichen Wahlkomitee vorgeschlagene Beat F. Hekler aus Aadorf und der Güttinger Marcel Manser – stellten sich vergangene Woche an einem Podium der Öffentlichkeit vor. Die Kandidaten waren einander ebenbürtig, als Favorit ging keiner nach Hause.

Beim Podium in der Mehrzweckhalle Rotewies (v.l.): Kandidat Beat F. Hekler, Moderator Ruedi Wolfender und Kandidat Marcel Manser. (Bild: kb)

Beim Podium in der Mehrzweckhalle Rotewies (v.l.): Kandidat Beat F. Hekler, Moderator Ruedi Wolfender und Kandidat Marcel Manser. (Bild: kb)

Nachdem die Auseinandersetzungen zwischen dem Gemeinderat und Ammann Eugen Staub mit dessen Rücktritt endeten, stehen die Güttinger nun vor der Wahl: Wer soll der neue Gemeindeammann werden? Um sich ein Bild von den beiden Kandidaten zu machen, waren am Abend des 5. Septembers viele Interessierte in die Mehrzweckhalle Rotewis gekommen.

Moderiert wurde der Anlass von Ruedi Wolfender, Leiter des Departements Freizeit in Kreuzlingen. Zu seiner rechten sass Beat F. Hekler. Er wurde vom Wahlkomitee als geeigneter Kandidat vorgeschlagen und präsentierte sich äusserst redegewandt. Dass er Externer ist, sieht Hekler als Vorteil: «Ich komme unabhängig und ohne Vorbelastung.» Als Kapitän wolle er in Güttingen das Steuer übernehmen und ist sich sicher, die nötigen Eigenschaften dafür mitzubringen. «Sicher, natürlich und klar», ist dabei seine Devise. Zudem baut der Inhaber von Hekler Consulting in Frauenfeld auf seine langjährige Führungserfahrung. Sollte er die 60-Prozent-Stelle des Gemeindeammanns erhalten, will Hekler die Arbeit in seiner Firma auf 40 Prozent reduzieren.

Zu Wolfenders linken sass Marcel Manser. Der Güttinger bekam keine Empfehlung, kandidiert dennoch für den Posten des Gemeindeammanns. «Ich möchte aufzeigen, dass ich Fähigkeiten besitze, die es für das Amt braucht», so Manser, der offen zugab etwas nervös zu sein. Er beschrieb sich selbst als Macher-Typ und zählt «Natürlichkeit, Ehrlichkeit und Drive» zu seinen Stärken. Erfahrung bringe er ausserdem aus den 23 Jahren mit, in denen er in leitenden Funktionen tätig war. Als Gemeindeammann möchte sich Manser einen Nebenjob im 20-Prozent-Pensum suchen.

Update für den Gemeinderat?
Interessiert folgte das Publikum dem Podium, in dem sich die beiden Kandidaten ebenbürtig zeigten. Selbst bei den Fragen, die Wolfender über mögliche Projekte und Ansichten stellte, waren sie oft einer Meinung. Der Moderator sprach auch die spezielle Situation der Gemeinderäte nach dem Rücktritt von Staub an und wollte wissen, wie die Kandidaten auf die vier Räte zugehen werden. «Die Gemeinderäte haben in den letzten Monaten fantastische Arbeit geleistet», lobte Marcel Manser. Er habe sich bereits mit ihnen getroffen und ist sich sicher, «wir würden gut miteinander funktionieren.» Als Gemeindeamman möchte er zunächst in weiteren Gesprächen die Räte und auch die Mitarbeiter der Gemeinde besser kennenlernen. Gespräche unter vier Augen hat sich auch Beat Hekler für seine erste Woche als Ammann vorgenommen. «So können wir herausfinden, wie sich jeder die Zusammenarbeit vorstellt.» Er ist der Meinung, dass der Gemeinderat ein «Update» braucht.

«Wie möchten Sie ihre fehlenden Kompetenzen für dieses Amt ausgleichen», fragte Wolfender die beiden Kandidaten. Während Hekler auf sein grosses Netzwerk verweist, aus dem er fachliche Unterstützung erhält, wäre für Marcel Manser Frau Vize-Gemeindeammann Sandra Stadler die erste Ansprechperson.

Skepsis und Überzeugung
In einer offenen Fragerunde durfte sich das Publikum an die beiden Kandidaten wenden – nur wenige meldeten sich zu Wort. Nichtsdestotrotz wurde deutlich, dass es für beide Kandidaten Skeptiker gibt. Auf den Kommentar eines Anwesenden, er habe auch Negatives über ihn gehört, antwortete Beat Hekler, dass sicher nicht jeder von ihm begeistert sei. Marcel Manser hingegen sollte sich für sein Vorgehen bezüglich eines Leserbriefes, in dem er damals gegen Eugen Staub Stellung bezog, rechtfertigen.

Die anwesenden Güttinger erfahren des Weiteren, dass beide Kandidaten Wert darauf legen, mögliche Konflikte durch gemeinsame Gespräche zu lösen. Auch, dass Hekler schon mal als Gemeinderat in Märstetten kandidierte, Manser hingegen sich ausserhalb seiner Gemeinde nicht auf solch ein Amt bewerben würde. Auf die Frage, wie Manser damit umgehen würde, dass seine Frau ebenfalls auf der Gemeinde arbeitet, zeigt sich dieser überzeugt: «Das wird irgendwann kein Thema mehr sein, denn es wird gut funktionieren.»

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