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Teure Überraschung am Kirchturm

Kreuzlingen – Die Evangelische Kirchgemeinde Kreuzlingen bittet ihre Mitglieder um Genehmigung eines Nachtragskredites von 290000 Franken. Grund sind überraschende Schäden am Turm der Stadtkirche, die behoben werden müssen.

Architekt Rolf Rindlisbacher und die Präsidentin der Evangelischen Kirchenvorsteherschaft, Susanne Dschulnigg, vor dem Kirchturm. (Bild: tm)

Architekt Rolf Rindlisbacher und die Präsidentin der Evangelischen Kirchenvorsteherschaft, Susanne Dschulnigg, vor dem Kirchturm. (Bild: tm)

Mit dem Anblick des eingerüsteten Kirchturmes der Evangelischen Kirche an der Bärenstrasse muss sich die Bevölkerung noch eine Weile abfinden. Frühestens im März/April nächsten Jahres soll die Kirche aus dem Jahr 1898 gesamthaft in neuem Glanz erstrahlen.

Erst als der knapp 70 Meter hohe Kirchturm komplett eingerüstet war, um Risse in den vier kleinen Sandsteintürmchen zu beheben, wurde das gesamte Ausmass der Beschädigungen am Kirchturmdach bemerkt. «Bei den Besichtigungen für die Turmschmucksanierung mittels einer Hebebühne wurde dies leider nicht erkannt», bedauert Susanne Dschulnigg, Präsidentin der Evangelischen Kirchenvorsteherschaft. Architekt Rolf Rindlisbacher ergänzt: «Man ist von einem guten Zustand ausgegangen.»

Viele schadhafte Stellen
Zwei diplomierte Spenglermeister stellten fest, dass die Turmverkleidung aus Kupfer viele schadhafte Stellen habe und die Funktionstauglichkeit nicht mehr gewährleistet sei. Die Befestigungen der einzelnen Kupferbahnen seien an mehreren Stellen lose, es gebe Ermüdungsrisse, zwei Dachgauben seien lose, Wasser könne in die Holzkonstruktion eindringen und hier zu Schädigungen führen. Die beiden Experten befürworteten eine komplette Neueindeckung und schlossen eine Sanierung der bestehenden Bedachung aus. Diese war in der Vergangenheit bereits mehrfach repariert worden und habe ihre Lebensdauer erreicht. «Aus denkmalpflegerischen Gründen muss die Neueindeckung wieder aus Kupfer sein», sagte Rindlisbacher auf Anfrage.

4300 Stimmberechtigte sind aufgerufen, in der ausserordentlichen Kirchgemeindeversammlung am Montag, 30. September, 19.30 Uhr, im Kirchgemeindehaus über den Nachtragskredit in Höhe von 290000 Franken zu befinden. Auf dem Konto «Vorfinanzierung Renovation Kirche Kreuzlingen» sind 1,5 Millionen Franken eingebucht, die Gemeindeversammlung hat bereits einen Renovationskredit von knapp 1,09 Millionen Franken beschlossen. «Folglich kann auch dieser Nachtragskredit daraus finanziert werden», wirbt Susanne Dschulnigg um erneute Zustimmung. Das Geld in der Kirchenkasse stammt der Präsidentin zufolge aus dem Verkauf des Pfarrhauses an der Gaissbergstrasse.

Bald wieder Gottesdienste
Die Renovierungsarbeiten im und am Kirchenschiff laufen derweil auf Hochtouren, schliesslich soll die Kirche spätestens in der Adventszeit wieder für Gottesdienste nutzbar sein. Diese werden momentan im Kirchgemeindehaus und in der Kirche Kurzrickenbach abgehalten.
Bei den Renovierungsarbeiten im Inneren stiessen die Handwerker auf Reste der ursprünglichen Wandbemalung, die bestimmte Muster aufwies und später – weil nicht mehr zeitgemäss, wie Susanne Dschulnigg vermutet – überstrichen wurde. Anders als in mittelalterlichen Kirchen wird der Bemalung aber kein grosser Wert beigemessen, weshalb sie erneut unter einer weissen Farbschicht verschwinden wird.

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