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Unglückliche Niederlage im Duell der Aufsteiger

Handball – Der HSC Kreuzlingen verlor am 3. Spieltag der NLB-Meisterschaft das Duell der beiden Aufsteiger beim STV Baden unglücklich mit 28:29 (16:12). Der Siegestreffer nach einer Schlussphase mit vielen umstrittenen Entscheidungen der Unparteiischen erzielten die Aargauer in Überzahl zwei Sekunden vor Schluss. (Text: Markus Rutishauser)

Pal Kenyeres. (Bild: Mario Gaccioli)

Pal Kenyeres. (Bild: Mario Gaccioli)

Die Kreuzlinger Spieler und die Ersatzbank konnten kaum glauben, wie ihnen in der Schlussphase dieses wichtigen Auswärtsspiels gegen den Mitaufsteiger geschah. Da waren sie über weite Strecken die effizientere und spielerisch bessere Mannschaft, führten mit bis zu fünf Treffern Vorsprung, und gingen am Ende doch mit leeren Händen unter die Dusche.

Auch zwei Minuten vor der Schlusssirene lagen die Thurgauer noch mit zwei Treffern vorne, obschon sie in den zweiten 30 Minuten primär offensiv abgebaut hatten. Dann entschieden aber die Unparteiischen nach einer Abwehraktion von Gacsalyi nicht nur auf Penalty, sondern sprachen auch noch eine Zweiminuten-Strafe aus, weshalb die Kreuzlinger den Rest der Partie in Unterzahl bestreiten mussten.

Aufregung bei Kreuzlingen
Baden verwertete den Penalty und glich nach einem weiteren Ballverlust des HSCK exakt eine Minute vor dem Abpfiff zum 28:28 aus. Zumindest besassen die Kreuzlinger noch eine letzte Angriffsmöglichkeit, womit zumindest ein Punkt gesichert schien. Aber bei einem kleinen, jedoch entscheidenden Schubser gegen den besten Kreuzlinger Angreifer Oliver Schoof (11 Tore) blieben die Pfeifen der Schiedsrichter stumm, was Baden zu einem Gegenstoss und schliesslich zwei Sekunden vor der Sirene zum glücklichen Siegestreffer nützten. Die Aufregung der HSCK-Spieler, die sich in der Schlussminute benachteiligt sahen, war zwar berechtigt, aber änderte nichts mehr an der gleichermassen vermeidbaren wie unverdienten Niederlage.

Insbesondere in den ersten 30 Minuten hatten die Thurgauer in der kaum mehr NLB-würdigen Auehalle vor nur 150 Zuschauern eine starke Leistung gezeigt. Ansonsten liegen dem HSCK solche Sonntagsspiele nicht. Aber angeführt vom treffsicheren Duo Oliver Gross und Oliver Schoof sowie einem starken Torhüter Lukas Buff lag der HSCK nur einmal zurück. Baden bekundete gegen die kompakte Thurgauer Abwehr fiel Mühe und auch ihr NLA-erfahrener Goalgetter Björn Navarin kam nicht wie gewünscht zum Zuge.

Doppelstrafe war entscheidend
Den 16:12-Pausenvorsprung verteidigten die Kreuzlinger vorerst souverän, doch Baden spielte jetzt offensiver und härter in der Abwehr. Insbesondere Gross musste einiges einstecken, ohne dass dies von den Schiedsrichtern sanktioniert worden wäre, und baute so ab. Offensiv blieben Gabor Fülöp und phasenweise auch Milan Kozak deutlich unter ihren Möglichkeiten. So kämpfte sich Baden wieder Tor um Tor heran und ging zehn Minuten vor Schluss durch Navarin zum 24:23 erstmals wieder seit dem 1:0 in Führung. Doch die Kreuzlinger Reaktion folgte auf dem Fuss: In Unterzahl gelangen zwei Treffer zum 24:26 und nochmals einer zum 25:27, ehe exakt zwei Minuten vor dem Ende die matchentscheidende Doppelstrafe (Penalty/Ausschluss) in die unglückliche Niederlage führte.

Im zweiten Heimspiel vom kommenden Samstag (20 Uhr, Egelseehalle) stehen die Kreuzlinger nach dieser vermeidbaren Niederlage bereits unter einigem Druck. Gegen den noch punktelosen TV Möhlin müssen die beiden verlorenen Punkte in Baden wieder wettgemacht werden. Vorläufig nicht mehr mittun kann der kroatische Rückraumhühne Josip Nekic, der sich beim Sieg über die Kadetten Espoirs eine schwere Fussverletzung zugezogen hat und voraussichtlich noch bis Anfang November ausfällt.

STV Baden – HSC Kreuzlingen 29:28 (12:16)
Aue. – 150 Zuschauer. – SR Ch. Oswald/T. Oswald.
Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Baden, 6-mal 2 Minuten gegen Kreuzlingen.
Baden: Kropf/Schoch; Biljali (2), Bornhauser, Hügli, Hüsser, Navarin (6), Reichlin (7/1), Schläpfer (2), Schmid, Schoch, Stalder (2), Wassmer (2), Weber (8), Zehnder.
Kreuzlingen: Buff (ab 50. Kenyeres); Fekete (1), Fülöp (2), Gacsalyi (1), Gross (5), Kozak (5), Runge (3), Schäfer, Schoof (11/4). – Eblen, Fehr, Müller und Schweikhardt nicht eingesetzt.
Bemerkungen: 14./4:6 Fülöp verschiesst Penalty.

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