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David gegen Goliath im dritten Heimspiel

Handball – Nach den drei ärgerlichen Niederlagen gegen Baden (28:29), Möhlin (27:29) und Solothurn (24:29) wartet diesen Samstag (20 Uhr, Sporthalle Egelsee) in der NLB-Meisterschaft mit CS Chênois Genf der nächste grosse Brocken auf den Aufsteiger HSC Kreuzlingen. (Text: Markus Rutishauser)

(Bild: pixelio)

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Die Calvinstädter belegten in der letzten Spielzeit den für sie enttäuschenden 8. Rang und haben sich deshalb in der neuen Meisterschaft einiges vorgenommen. Das Team von Trainer Borisa Majstorovic will wieder angreifen und peilt einen Platz in den Top 4 der zweithöchsten Spielklasse an. Deshalb zeigten sich die Genfer auch auf dem Transfermarkt sehr aktiv. Die drei Abgänge wurden durch Adrien Molinié (Besançon/Fr), Patrick Murbach (Biel), Alexandre Rousset (Tournefeuille/Fr), Benoît Vidonne (Thônon/Fr), Gijko Vuckovic (ULC Schwarz/Ö) und Rückkehrer Djonny da Silva mehr als nur kompensiert. Insgesamt stehen jetzt 14 (!) Franzosen im Kader von CS Chênois.

Noch scheint sich die neue Mannschaft aber nicht ganz gefunden zu haben. Die bisherigen Resultate gleichen deshalb eine Berg- und Talfahrt. Nach zwei Starterfolgen über den BSV Stans (33:24) und die HSG Siggenthal/Vom Stein AG (33:31) in eigener Halle folgten Niederlagen beim TV Zofingen (26:28) und zu Hause gegen die Kadetten Schaffhausen Espoirs (30:31). Wie stark die Genfer aber an einem guten Tag sind, bewiesen sie am letzten Wochenende beim klaren 35:28-Erfolg in Möhlin, als sie gegen den doppelten HSCK-Bezwinger (Meisterschaft und Cup) nie ernsthaft in Bedrängnis gerieten. Mit Adrien Molinié weiss Chênois den aktuellen NLB-Topscorer in seinen Reihen. Der 28-jährige Franzose (1,91 m/96 kg) stiess im Sommer 2011 aus der höchsten französischen Spielklasse zu den Genfern und ist sowohl im linken Rückraum als auch auf der Mittelposition einsetzbar.

Weiteres Verletzungspech
Am letzten Samstag hat der HSC Kreuzlingen nicht nur völlig unnötigerweise zwei wichtige Punkte verspielt, sondern auch noch Spielmacher Gabor Fülöp nach einer unfairen Abwehraktion der Solothurner, die wohl ein disziplinarisches Nachspiel haben wird, mit einem Nasenbeinbruch verloren. Der Ungare dürfte voraussichtlich erst wieder Anfang November wieder spielen können. Nach dem doppelten Bänderriss im Fuss des kroatischen Rückraumhühnen Josip Nekic im Spiel gegen Schaffhausen (14.9.) ist dies bereits der zweite gewichtige Ausfall. Nikic wird ebenfalls erst in zwei, drei Wochen wieder mit dem Training beginnen können.

Trainer Tobias Eblen ist damit bereits zu zahlreichen Umstellungen gezwungen. Immerhin kann er wieder auf den Abwehrspezialisten Marcel Briegmann zählen, der nach verpasster Vorbereitung aber einen Trainingsrückstand aufweist. Das Spiel in Solothurn, in dem man eher an sich selbst denn an der Stärke des Gegners gescheitert ist, hat die Mannschaft eingehend analysiert. «Ich erwarte von meinen Spielern gegen Genf eine kämpferisch starke Leistung, von der ersten bis zur letzten Minute», gibt der Trainer die Marschrichtung vor. Gegen Chênois wird der HSCK aufgrund der beiden gewichtigen Absenzen eine Topleistung abrufen müssen, um überhaupt in die Nähe eines Punktgewinns kommen zu können. Chênois ist der Goliath, Kreuzlingen der David! Aber bekanntlich gewinnt solche Duelle nicht immer der Stärkere, sondern derjenige mit mehr Herz und Mut. (mru)

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