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Chaos in Güttingen

Güttingen – Nach reiflicher Überlegung beschloss der offizielle Kandidat des überparteilichen Wahlkomitees, Beat F. Hekler, zum zweiten Wahlgang für das Amt des Gemeindeammanns von Güttingen am 24. November nicht mehr anzutreten.

Während Marcel Manser noch überlegt, hat sich Beat F. Hekler bereits entschieden. (Bild: zvg)

Während Marcel Manser noch überlegt, hat sich Beat F. Hekler bereits entschieden. (Bild: zvg)

Obschon Beat F. Hekler im ersten Wahlgang die meisten Stimmen auf sich vereinen konnte, waren deutlich mehr Stimmbürgerinnen und Stimmbürger dem Aufruf gefolgt, sich selber oder den Nachbarn auf den Wahlzettel zu schreiben und somit den beiden bestehenden Kandidaten Hekler und Marcel Manser keine Chance zu geben.

Dass eine kleine Gruppe aus dem Hinterhalt mit «deformierenden Behauptungen» erdrutschartig derart viele Leute verunsichern oder generell zum Mitmachen animieren konnte, zeige für Hekler keine gute Voraussetzung für einen fairen, zweiten Wahlgang; auch im Falle einer Wahl wären diese Intrigenspiele weiter zu erwarten: «Ich möchte kein zweiter Fall Staub werden», erläutert Beat F. Hekler seinen Entscheid.

Stadtschreiber Pascal Pfister teilte auf Anfrage mit, dass ihm kein neuer Kandidat bekannt sei. Sprengkandidat Marcel Manser will spätestens heute Freitag bekannt geben, ob er für den zweiten Wahlgang zur Verfügung steht: «Ich stehe noch mitten in Gesprächen, wo es allenfalls Unterstützung geben könnte.» Immer noch ist von einem «ominösen Dritten» die Rede, der kandidieren wolle, sich aber bisher nicht geoutet habe.

Hanspeter Müller ist es jedenfalls nicht. Der Urgüttinger, der in Kreuzlingen als Architekt tätig ist, gibt zwar zu, Bedenken gegen Hekler und Manser gehabt zu haben und zu den 32 Unterzeichnern eines Leserbriefes zu gehören, in dem zu einem zweiten Wahl- gang aufgerufen wurde (wir berichteten). Auch habe er beim Podiumsgespräch seine Meinung geäussert. Er sieht sich jedoch nicht als Mobilmacher gegen die beiden Kandidaten: «Der Stein kam schon vor dem Podiumsgespräch ins Rollen. Es herrschte die breite Meinung, dass die beiden Kandidaten nicht das Gelbe vom Ei sind.»

Im Hintergrund
Derweil läuft die Kandidatensuche im Hintergrund auf Hochtouren. Der Präsident des Überparteilichen Wahlkommitees, Chistoph Nägeli, hat den Anspruch, «eine gute Lösung für Güttingen» zu finden. Auch mit den Meinungsführern der Leserbriefschreiber habe man sich getroffen. Mal sehen, wer fünf Wochen vor der Wahl aus dem Hut gezaubert wird. tm

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