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Geheimnis der Kirchturmkugel gelüftet

Kreuzlingen – Im Rahmen der Renovationsarbeiten an der Evangelischen Kirche Kreuzlingen wurde am Mittwoch die Kupferkugel, die nun 115 Jahre lang die Turmspitze zierte, abmontiert. Gespannt darauf, ob sich alte Dokumente darin befinden, liess Susanne Dschulnigg, Präsidentin der Kirchenvorsteherschaft, diese öffnen – und war erstaunt über den mageren Fund.

(Bild: Kathrin Brunner)

(Bild: Kathrin Brunner)

Um an die Spitze des Kirchturmes zu gelangen, wagten Susanne Dschulnigg und die Mitglieder der Baukommission den Aufstieg in rund 70 Meter Höhe. Ein kleiner Lastenaufzug brachte sie etwa bis zur Hälfte, der Rest musste über die Treppe des Baugerüstes erklommen werden. Hier oben – mit bester Aussicht über Kreuzlingen und den Bodensee – thronte seit ihrem Anbringen im Jahre 1898 die kupferne Turmkugel.

Wie ein Grillspiess war sie zusammen mit weiteren zierende Elementen auf die Turmspitze gesteckt. Den ersten Handgriff durfte die Präsidentin selbst machen und mit einer grossen Zange den Blitzschutz durchtrennen. Dann wurde «ausgefädelt» und die rund 40 Kilogramm schwere Kugel zur Erde transportiert.

Nach Jahren noch gut erhalten
Bis auf ein paar Einschusslöcher und vom Wetter gezeichnet zeigte sich die Turmkugel in einem erstaunlich guten Zustand, befand Thomas Rütsche, Spenglermeister der Waga Spenglertechnik AG, Sirnach, die mit den Arbeiten am Turm der Kirche beauftragt wurde. Auch von der Handwerkskunst zeigte er sich fasziniert.

Seine Mitarbeiter Michael Hugentobler und Roman Raschle machten sich gleich an die Arbeit, die Kugel zu öffnen. Die Spannung war bei allen Anwesenden gross – was sich wohl darin verbergen mag?

Was zum Kuckuck?
«Da sind die Egelshofer damals aber sparsam gewesen», scherzte Susanne Dschulnigg. Denn mehr als Moos und ein paar Federn kamen nicht zum Vorschein. Statt alter Schriften gab es also bloss die Überreste eines Vogelnestes zu sehen – die Präsidentin nahms gelassen: «Wenn wir die Kugel wieder montieren, werden wir auf jeden Fall etwas darin verstauen.» Ob es eine neue sein wird oder ob die alte Kugel restauriert wird, stand noch nicht fest. Nach den Renovationsarbeiten am Dach soll es soweit seit, so Dschulnigg, spätestens aber im Frühling 2014.

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