/// Rubrik: Stadtleben | Topaktuell

Viel Musik und Nachdenkliches

Kreuzlingen – Vom 3. bis 9. November findet erneut die Woche der Religionen statt. Sie bietet einen Blick in die unterschiedlichen Glaubenswelten in Kreuzlingen mit Gottesdiensten, Musik und Geselligkeit. Ausserdem steht ein Islam-Vortrag auf dem Programm.

V.l.: Pfarrer Gunnar Brendler, Imam Rehan Neziri, Kirchenvorsteherschaftspräsidentin Susanne Dschulnigg, Schulleiter Hans-Jürgen Michael. (Bild: sb)

V.l.: Pfarrer Gunnar Brendler, Imam Rehan Neziri, Kirchenvorsteherschaftspräsidentin Susanne Dschulnigg, Schulleiter Hans-Jürgen Michael. (Bild: sb)

Die Woche der Religionen wird gesamtschweizerisch von der Interreligiösen Arbeitsgemeinschaft (IRAS) initiiert. In Kreuzlingen organisiert der Runde Tisch der Religionen den Anlass, im vergangenen Jahr fand er zum ersten Mal erfolgreich statt. «Uns war klar: Das führen wir weiter», bilanziert Susanne Dschulnigg, Präsidentin der evangelischen Kirchenvorsteherschaft, den Erfolg der Veranstaltung. Heuer präsentieren sich Christentum, Judentum und Islam.

Dabei gehe es nicht in erster Linie um Rechtfertigung von Religion und die Frage, wozu sie dient, erklärt Dschulnigg. «Tatsache ist, dass eine Mehrheit der Bevölkerung findet, dass Religionen wichtig ist. Die Woche der Religion wird die Welt nicht gross verändern. Aber allein wenn sich die Menschen treffen, austauschen und zusammensitzen, dann finde ich das schon eine spannende Sache.»

Interreligiösen Dialog fördern
Laut dem evangelischen Pfarrer Gunnar Brendler haben Religionen die Aufgabe, für Frieden und Ausgleich im Zusammenleben aller Menschen unterschiedlichster Glaubensrichtungen, Weltanschauungen, Nationen und Rassen zu sorgen. «Aber sie werden oft missbraucht», so Brendler. Deswegen sei interreligiöser Dialog so wichtig: «Ohne ihn kein friedliches Zusammenleben.» Als Christ sei man aufgerufen, Menschen aus neuen Kulturen und Religionen «mit Liebe und Zuwendung zu begegnen.» Durch Erfahrungsaustausch werden Vorurteile abgebaut und so das friedlich Zusammenleben gefördert.

Neben den Vertretern der religiösen Gemeinden sitzt auch die Schule am Runden Tisch der Religionen. «Interreligiöser Dialog ist heute Alltag an den Schulen,» erklärt Hans-Jürgen Michael, Schulleiter vom Wehrli Schulhaus. Im Religionsunterricht würden statt «biblischem Inhalt» vermehrt gesellschaftspolitische und aktuelle Themen behandelt. «Die Unterschiede zwischen den Religionen werden dabei genau angeschaut», so Michael. Bei Problemen sei man stets «Dialog- und Kompromissbereit.»

Frühstück für Schüler und Eltern
Der schulische Beitrag, ein interreligiöses Frühstück für Schülerinnen und Schüler der 5. Klassen und ihre Eltern, solle einem Schaufenster gleich den Blick in die anderen Glaubenswelten bieten. Im Rahmenprogramm sorgen die teilnehmenden Kinder für gesangliche Unterhaltung, ausserdem zeigt die kirchliche Jugendgruppe eine Tanzaufführung.

Susanne Dschulnigg konnte bisher 31 Anmeldungen entgegennehmen. Noch läuft die Anmeldefrist. «An der Veranstaltung können sich die Menschen unterschwellig begegnen», erklärt die Kirchenvorsteherschaftspräsidentin das Ziel derselben. «Wir wollen die Leute zum Reden bringen.»

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