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Schnuppertage an der PMS

Kreuzlingen – 230 Schülerinnen und Schüler begutachten die Pädagogische Maturitätsschule Kreuzlingen.

(Bild: zvg)

(Bild: zvg)

«Nicht so schüchtern!», ruft der Rektor der Schule, Lorenz Zubler, den jungen Leuten zu. «Ihr sollt heute herausfinden, ob diese Schule eine Möglichkeit für Euch wäre, also achtet darauf, was die PMS von anderen Schulen unterscheidet.» Die Jugendlichen, die meisten von ihnen aus der zweiten Sekundarklassen, sollen Fragen stellen und in Probelektionen beobachten, wie der Umgang der Lehrer und der Schüler untereinander ist. «Inhaltlich braucht ihr dem Unterricht nicht folgen zu können», so der Rektor weiter. «Wenn ihr das schon alles wüsstet, bräuchtet ihr ja gar nicht mehr kommen.» Nur für die Themen des Unterrichts sollte man sich schon interessieren.

Ein Studienjahr gespart
18 der 230 Neugierigen sind aus dem Appenzeller Land. Die jahrzehntealte Kooperation war kürzlich in die Diskussion geraten. Doch auf das diesjährige Interesse aus den beiden Halbkantonen hatte das keinen Einfluss. Zu speziell ist das Angebot der PMS, als das es sich ohne weiteres durch die Kantonsschule ersetzen liesse. Da ist zum einen die pädagogische Ausrichtung: Schüler der PMS lernen auf ihrem Weg zur Matura bereits den Stoff der ersten beiden Semester an der Pädagogischen Hochschule. Sie sparen also ein Studienjahr. Vor allem aber lernen sie durch Praktika den Lehrer-Beruf kennen und können insofern einschätzen, ob das Studium für sie das Richtige wäre. Zum anderen bietet die PMS die Matura Plus: Es gibt einen besonderen Klassenzug für künstlerisch, musikalisch oder sportlich begabte Schüler.

Robin Baghdady, ein Schnupperer aus Amriswil, weiss jetzt schon, dass die Sportklasse für ihn genau das Richtige ist. Er spielt Volleyball auf hohem Niveau, und da auch seine Schwester schon in der Sportklasse war, weiss er auch, was auf ihn zukommt. Allen anderen Interessenten stehen beim Info-Bazar in der Aula der PMS die Sportler Rémy Graf und Niko Gröbli Rede und Antwort: «Wir können uns das Lernen hier so einteilen, dass Zeit für das Training bleibt», so Rémy. «Wir haben weniger Präsenzunterricht im Klassenzimmer, sondern lernen den Stoff über das Internet dann, wann es uns passt», ergänzt Niko. «Aber man muss schon sehr diszipliniert sein. Das aber sei für Sportler ja ohnehin wichtig.»

Musik weniger gefragt
Der Tisch der Musiker ist nicht ganz so umlagert. «Wir haben pro Jahr zwei bis vier Teilnehmer für die Matura Plus», sagt Musiklehrer Dieter Jordi. Während die Sportler Teil eines regionalen oder nationalen Kaders sein müssen, haben die Künstler und Musiker gesonderte Aufnahmeprüfungen an der Schule für Gestaltung in St. Gallen, respektive am Konservatorium in Winterthur zu absolvieren. «Als Musiker muss man schon so gut sein, dass man innerhalb von zwei Jahren – also noch während der Schulausbildung – das Vorstudium an der Hochschule beginnen kann.» Der Sänger Simón Sahli hat die Prüfung vor zwei Jahren geschafft. Jetzt gibt er Erfahrungen weiter: «Die doppelte Ausbildung ist schon sehr zeitintensiv, aber wenn man sein Instrument liebt, dann spielt man es ja gerne.»

Bis zum 29. November müssen sich Bewerber für die Aufnahmeprüfung an der PMS angemeldet haben.

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