/// Rubrik: Topaktuell

Erfreuliche Finanzlage der Thurgauer Schulgemeinden

Frauenfeld – Die Finanzentwicklung der Schulgemeinden im Kanton Thurgau ist erfreulich. Sie konnten ihr Eigenkapital im Jahr 2012 auf insgesamt 190 Mio. Franken erhöhen und die gesamthaft geringe Verschuldung noch weiter reduzieren.

Die Schülerzahlen im Thurgau sind rückläufig. (Bild: Archiv)

Die Schülerzahlen im Thurgau sind rückläufig. (Bild: Archiv)

Gleichzeitig sank der Steuerfuss der Schulgemeinden innert zwei Jahren um beinahe 3 Prozent auf 94,6 Prozent. Der Aufwand der Regelschulen im Kanton Thurgau stieg insgesamt auf 510 Mio. Franken. Für die rund 24 Mio. Franken Mehraufwand zeichnen vor allem der Besoldungs- und Gebäudeaufwand verantwortlich.

Neue Broschüre
Die soeben veröffentlichte Broschüre «Schulfinanzen 2012» gibt detailliert Auskunft über die finanzielle Lage der Thurgauer Schulgemeinden, die Entwicklung des Volksschulaufwands und der Schülerzahlen. Der Gesamtaufwand der 92 Thurgauer Schulgemeinden erhöhte sich im letzten Jahr um 24 Mio. Franken oder 5,6  Prozent auf 510 Mio. Franken. Dazu kommen die Kosten aus dem Sonderschulbereich sowie zusätzliche Direktzahlungen des Kantons für Spitalschulung, Integrative Sonderschulung und Begabtenförderung in Sport und Musik in der Höhe von rund 74 Mio. Franken.

2012 wurde auf allen Schulstufen eine überdurchschnittliche Kostensteigerung gegenüber den Vorjahren verzeichnet. Die Kosten pro Schülerin und Schüler stiegen um 1‘100 Franken auf 17‘800 Franken. Rund ein Drittel der Mehrkosten betrifft den Besoldungsaufwand. Verursacht wurden sie neben dem jährlichen Teuerungsausgleich unter anderem durch die Einführung von Blockzeiten sowie Englisch auf der Primarstufe. Die Hauptursachen des Kostenanstiegs liegen allerdings im Infrastrukturbereich. Zusätzliche Abschreibungen und Einlagen in die Vorfinanzierung künftiger Investitionen belasten die Rechnung gegenüber dem Vorjahr um rund 500 Franken pro Schüler. Ebenfalls angestiegen sind der Sachaufwand Gebäudeunterhalt und der bauliche Unterhalt durch Dritte. Die Bereiche Verwaltung und übriger Volksschulaufwand blieben relativ stabil.

Schülerzahlen rückläufig
28738 Kinder und Jugendliche besuchten im Jahr 2012 die Regelschule im Kanton Thurgau. Dabei präsentierten sich die Schülerzahlen weiterhin rückläufig (minus ein Prozent), jedoch so gering wie seit Jahren nicht mehr. Den stärksten Rückgang verzeichnete die Sekundarstufe mit 1,6 Prozent (minus 129 auf total 8132 Schülerinnen und Schüler). Auf der Primarstufe betrug er 0,6 Prozent (minus 94 auf 15678), im Kindergarten 1,2 Prozent (minus 62 auf 4928). Innerhalb der letzten zehn Jahre hat sich die Anzahl der Schülerinnen und Schüler in der Regelschule um knapp 5200 oder 15 Prozent verringert, was rund 270 Klassen entspricht.

Der Höchststand mit 34811 Kindern und Jugendlichen war im Jahr 1997 erreicht worden. Die Prognosen bis 2016 lassen einen weiteren Rückgang um 460 Kinder erwarten. Im Kindergarten werden die Zahlen ansteigen, auf Primarstufe auf dem aktuellen Niveau stagnieren. Von der Veränderung sind die Schulgemeinden unterschiedlich betroffen.

Verglichen mit dem Vorjahr haben die Schulgemeinden ihre bereits solide Finanzlage weiter verbessert. Bei nachhaltig hohen Investitionen in die Infrastruktur konnten sie das Eigenkapital trotz Steuererleichterungen noch deutlich auf nun 190 Mio. Franken ausbauen.

Weniger Steuern
Die steuerliche Entlastung der Schulgemeinden setzte sich ebenfalls fort. Der durchschnittliche Steuerfuss, gewichtet nach Einwohnerzahl, sank innert zwei Jahren deutlich von 97,4 auf 94,6 Prozent. Der Schulsteuerfuss liegt nun am häufigsten in der Bandbreite zwischen 91 und 100 Prozent (Vorjahr noch 101 bis 110 Prozent). Nur noch drei Schulen weisen einen Steuerfuss von über 105 Prozent auf; der Maximalwert liegt bei 108 Prozent. Die bereits geringe Verschuldung der Körperschaften konnte 2012 nochmals um 21 Mio. Franken reduziert werden. Lokal besteht immer noch ein Potential für Steuersenkungen.

Im Gegensatz zum Rückgang in den Regelschulen stieg die Anzahl der Sonderschülerinnen und -schüler weiterhin an. Allerdings ist der Anstieg um 1,3 Prozent auf total 798 Kinder und Jugendliche im Vergleich zum Vorjahr abgeflacht. Der Bruttoaufwand der Thurgauer Sonderschulen belief sich auf 55,1 Mio. Franken (plus 5,3 Prozent). Dieser starke Anstieg ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass neu Kosten getragen werden mussten, die bis anhin der Bund übernommen hatte.

Die Broschüre «Schulfinanzen 2012» steht als Download-Version auf www.av.tg.ch, (Link im unteren Teil der Seite) zur Verfügung.

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