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Konzil strahlt bis in den Thurgau

Kreuzlingen/Konstanz – Ab nächstes Jahr wird in Konstanz und Umgebung gross gefeiert. Ende April starten die fünfjährigen Jubiläumsfestivitäten zu 600 Jahre Konstanzer Konzil.

Stadträtin Dorena Raggenbass (r.) und Konzilstadt-Geschäftsführerin Ruth Bader bei der Vorstellung des Jubiläumsprogramms. (Bild: Thomas Martens)

Stadträtin Dorena Raggenbass (r.) und Konzilstadt-Geschäftsführerin Ruth Bader bei der Vorstellung des Jubiläumsprogramms. (Bild: Thomas Martens)

Geschäftsführerin Ruth Bader und ihr Team von Konzilstadt Konstanz haben sich einiges einfallen lassen und einen bunten Strauss an Programmpunkten zusammen gestellt, um das Publikum über diesen langen Zeitraum bei Laune zu halten. Auch wenn einige Ideen nicht umgesetzt werden, kann sich das Angebot durchaus sehen lassen.

Auftakt ist am 27. April mit dem Konzilfest, bei dem auch die Grosse Landesausstellung im Konzil mit wertvollen Leihgaben aus ganz Europa eröffnet wird. Unter anderem zu sehen: die «Kreuzlinger Mitra» vom Museum in Frauenfeld und ein Textilfragment aus einem französischen Museum, das dem böhmischen Reformator Jan Hus zugeschrieben wird.

Kosten von 12 Millionen Euro
Sechs Millionen Euro lässt sich die Stadt Konstanz den Jubiläumsreigen kosten, weitere sechs Millionen kämen von Partnern, betonte Oberbürgermeister Uli Burchardt am Montag bei einer Medienkonferenz. Das Konzil sei vor 600 Jahren durch Begegnung, Dialog und Impuls gekennzeichnet gewesen. Nun präsentiere sich Konstanz erneut als Stadt der Begegnungen, lade ausgehend von den historischen Ereignissen zum europäischen Austausch ein, um Impulse für die Zukunft zu setzen.

Fünf Köpfe sollen dabei mit fünf Themen und zahlreichen Veranstaltungen die fünf Jahre repräsentieren. 2014 ist König Sigismund gewidmet, 2015 würdigt Jan Hus, der 1415 als Ketzer in Konstanz verbrannt wurde. Die Kurtisane «Imperia», eine literarische Figur, legt 2016 den Fokus auf den mittelalterlichen Alltag und Martin V. steht für 2017, wurde er doch vor 600 Jahren in Konstanz zum neuen Papst gewählt. 2018 schliesslich erinnert mit Oswald von Wolkenstein an den europäischen Kulturaustausch.

Thurgau stark eingebunden
Auch die Schweizer Nachbarn sind stark eingebunden, müsste das Konzil ja aufgrund der schon damals engen Verflechtungen eigentlich sogar «Thurgauer Konzil» heissen, wie der Direktor des Napoleonmuseums Schloss Arenenberg, Dominik Gügel, scherzhaft anmerkte. Hier wird als Beitrag zum Konziljubiläum ab nächstem Monat auf rund 800 Quadratmetern ein «Patriziergarten» rekonstruiert. Ein solcher soll im Mittelalter Teil eines Landsitzes auf dem Arenenberg gewesen sein, dem «Narrenberg». Eigentümer waren bedeutende Thurgauer und Konstanzer Patrizierfamilien.

Weitere Angebote auf Schweizer Seite sind die «Sigismund Tafel» (wir berichteten), bei der sich im Mai 2014 möglichst viele Kreuzlinger, Tägerwiler und Konstanzer an einer langen Tafel im Tägermoos gegenseitig bewirten, und eine Radtour zum Thema «Ein Papst flieht aus Konstanz». Dabei können sich die Teilnehmer auf die Spur von Papst Johannes XXII. machen, der während des Konzils bis nach Schaffhausen floh.

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