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Thurgauer sparen am meisten CO2

Frauenfeld – Der Kanton Thurgau behauptet mit seiner Energiepolitik eine Spitzenposition in der Schweiz. Das belegen die Wirkungsanalysen zum Gebäudeprogramm von Bund und Kantonen sowie zu den kantonalen Förderprogrammen. Der Thurgau erzielt eine der besten CO2-Wirkungen pro Person.

(Bild: zvg)

(Bild: zvg)

Im Jahr 2012 hat das kantonale Förderprogramm eine Einsparung an CO2-Emissionen von 460 Kilogramm pro Person ermöglicht. Kein anderer Kanton erzeugt mit seinem Förderprogramm diese hohe, über die Lebensdauer der Massnahmen gerechnete Wirkung. Im schweizerischen Durchschnitt beträgt diese 190 Kilogramm. Neben dem Förderprogramm des Kantons trägt das sogenannte Gebäudeprogramm von Bund und Kantonen mit der Förderung energetischer Sanierungen an die Gesamtwirkung der Energiepolitik bei.

Die Mittel dazu stammen aus der CO2-Abgabe des Bundes auf fossilen Brennstoffen. In diesem Bereich liegt der Thurgau mit 280 Kilogramm pro Person in der vorderen Hälfte der Kantone. Total ergibt sich durch die beiden Programme eine CO2-Einsparung von 740 Kilogramm pro Person. Das bedeutet gemeinsam mit dem Kanton Bern die höchste Wirkung im kantonalen Vergleich.

2300 Gesuchsteller haben investiert
Der Erfolg bei der Förderung der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz ist einerseits von der Höhe der kantonalen Fördermittel pro Person abhängig. In diesem Bereich steht der Thurgau dank des breiten politischen Konsenses seit Jahren immer wieder an der Spitze. Anderseits erzeugen die verschiedenen Fördermassnahmen auch unterschiedlich hohe CO2-Reduktionen. Die Kombination der beiden Faktoren bestimmt, wie hoch die Globalbeiträge sind, mit welchen der Bund die kantonalen Förderprogramme aufstockt. Oder anders ausgedrückt: Ein Kanton, der eine finanziell und klimapolitisch wirksame Energiepolitik betreibt, erhält mehr Geld vom Bund.

Den dritten Faktor des Erfolges bilden die rund 2300 Gesuchsteller für Fördergelder: Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer, Bauherrschaften, Gewerbetreibende, Dienstleistungsunternehmen und Landwirte. Sie alle haben in die Sanierung ihrer Liegenschaft, in den Bau eines energieeffizienten Hauses, in den Ersatz einer Ölheizung mit einer Holzfeuerung, in die Installation einer Solaranlage oder in die energetischen Optimierung von Produktionsabläufen investiert. Freiwillig tragen sie damit zur Steigerung der Energieeffizienz und der Nutzung erneuerbarer Energien im Kanton bei.

Die Thurgauer Wirtschaft profitiert
Der Thurgau schneidet unter den Kantonen auch bei der volkswirtschaftlichen Wirkung mit Abstand am besten ab. 97,4 Millionen Franken Mehrinvestitionen mit direktem Energiebezug hat das kantonale Förderprogramm 2012 gemäss Wirkungsanalyse ausgelöst – Investitionen, die mehrheitlich Aufträge für das lokale und regionale Gewerbe bedeuten. Diese Investitionen erfolgten auf Grund der 21,6 Millionen Franken, die der Kanton (inklusive Bundes-Globalbeiträge) für energetische Effizienz-Massnahmen und erneuerbare Energien im Jahr 2012 ausbezahlte. Die Fördergelder generieren also rund das 4,5-fache an Investitionen.

Energieverbrauch und CO2-Reduktion
Gegen Ende dieses Jahrhunderts will die kantonale und die eidgenössische Energiepolitik die 2000-Watt-Gesellschaft erreichen. Den Weg dahin soll die Energiestrategie 2050 aufzeigen. Die 2000-Watt-Gesellschaft bedeutet eine global gerechte Verteilung der Ressourcen und eine nachhaltige Ressourcennutzung. In der Schweiz hat sie die Reduktion des Energieverbrauchs pro Person um zwei Drittel zum Ziel. Für die Klimaveränderung ist nicht allein der Energieverbrauch entscheidend, sondern ebenso die Art der genutzten Energie. Erneuerbare Energien verursachen keine Klimaerwärmung, da sie kaum CO2-Emissionen verursachen. In der 2000-Watt-Gesellschaft stammen 75 Prozent des Energiebedarfs aus erneuerbaren Energien.

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