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Streit über Strompreise im Kemmental

Kemmental – Einen leichten Aufwandsüberschuss budgetiert die Gemeinde Kemmental für 2014. Beim Thema Energiepreise entbrannte an der Gemeindeversammlung eine hitzige Debatte.

(Bild: archiv)

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92 Stimmbürger von insgesamt 1515 waren am Montagabend im Mehrzwecksaal der Turnhalle Alterswilen erschienen, um unter anderem über das Budget der politischen Gemeinde sowie die Tarife der Technischen Betriebe zu entscheiden.

Jeweils einstimmig wurden der gleichbleibende Steuerfuss von 58 Prozent und das Gemeindebudget genehmigt. Beim Steuerfuss liege Kemmental leicht über dem Durchschnitt aller Thurgauer Gemeinden (55,5 Prozent), so Gemeindeammann Walter Marty. Das Budget rechnet mit einem Aufwandsüberschuss von 13100 Franken, einem Ertrag von 4,06 Millionen Franken steht ein Aufwand von 4,073 Millionen gegenüber. Grossmehrheitlich wurden die Tarife des Kemmentaler Elektrizitätswerks verabschiedet, mit einer Gegenstimme die Wasserwerk-Tarife, einstimmig das teilrevidierte Reglement der Abwasserreinigungsanlage sowie die revidierte Beitrags- und Gebührenordnung.

Etwa ein Prozent des Strombedarfs bezieht Kemmental aus Photovoltaikanlagen auf dem Gemeindegebiet, den Rest von unüberprüfbaren Energieträgern. Bürger Urs Blättler kämpfte vehement um eine höhere Einspeisevergütung als sieben Rappen pro Kilowattstunde, schliesslich betreibt er selbst eine Photovoltaikanlage.

Bürger redet sich in Rage
Er lieferte sich ein lautstarkes und langes Wortgefecht mit dem zuständigen Gemeinderat Walter Ludwig, der die Regelung verteidigte: «Wir wollen eine sichere Vergütung gewährleisten», verwies Ludwig auf Kosten für den Unterhalt der Netze. 33 Photovoltaikanlagen seien in der Gemeinde in Betrieb, acht in Planung. «Bisher haben wir aber nur vier Abnehmer von Naturstrom, es fehlt an der Bereitschaft in der Bevölkerung», klagte Walter Ludwig. Schliesslich müsse man für Naturstrom «ein bisschen mehr Geld in die Hand nehmen». Urs Blättler war aber kaum zu bremsen und redete sich in Rage: «Ich kann niemandem raten, in eine Photovoltaikanlage zu investieren. Das armotisiert sich in 25 Jahren nicht.» Er stellte einen Rückweisungsantrag, um über die revidierte Beitrags- und Gebührenordnung nicht abstimmen zu lassen. Dieser wurde mit 51-Neinstimmen bei 13 Ja klar abgelehnt.

Die Versammlung hiess den Verkauf eines Grundstücks der Technischen Betriebe an den Meistbietenden einstimmig gut. Rolf Schlauri aus Kreuzlingen kann ein 654 Quadratmeter grosses Grundstück in Aterswilen für knapp 318500 Franken kaufen. Er kehrt nach Alterswilen zurück und baut hier ein Einfamilienhaus.

Gemeindeammann Marty informierte über den aktuellen Stand in Sachen Neubau Mehrzweckhalle in Alterswilen. Am 28. August 2014 soll über den Planungs- und Baukredit abgestimmt werden. Und Wahlvorschläge für den Ersatz des zum 30. Juni 2014 zurücktretenden Gemeinderats Roman Steuble sind bis zum 16. Dezember an die Gemeindeverwaltung zu richten.

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