/// Rubrik: Topaktuell

Schwimmhalle ist einmalige Chance

Kreuzlingen – Rund 240 Personen liessen sich am Montagabend über die Xentrums-Projekte informieren. Die Mitglieder des Stadtrates präsentierten einen aktuellen Zwischenstand mit neuem Zeitplan, neuen Zahlen, neuen Visualisierungen. Eine «matchentscheidende» Vorstellung gab Ruedi Wolfender, der die Anwesenden mitnahm auf einen virtuellen Gang durch die Schwimmhalle.

So könnte die Schwimmhalle aussehen. (Bild: zvg)

So könnte die Schwimmhalle aussehen. (Bild: zvg)

Stadtammann Andreas Netzle begann die Informationsrunde mit den Worten: «Wir sind nicht hier, um etwas zu verkaufen. Sondern um offen, ehrlich und sachlich Projekte vorzustellen, an denen wir schon lange arbeiten. Projekte, die sinnvolle und wesentliche Beiträge zur Stadtentwicklung darstellen und in die wir Zeit, Energie und eine Menge Herzblut gesteckt haben.» Seine Einleitung kann als Wink in Richtung Kritiker verstanden werden. Gab die stadträtliche Kommunikationsstrategie zu den Millionenprojekten doch in den vergangenen Wochen Anlass zur Kritik bei diversen Gemeinderäten (wir berichteten). Gerade deswegen war die Veranstaltung auch der Ort, wo viele den Stadtrat nun in der Bringschuld sahen.

Im vollbesetzten Saal trafen Netzles Worte auf gespannte Zuhörer. «Es sind Ihre Projekte», erinnerte der Stadtammann die Anwesenden. «Von allen, die wollen, dass die Stadt attraktiver wird. Wir wollen, das Sie diese grosse Chance für Kreuzlingen erkennen.»

Stadthaus – später und teurer
Netzle stellte das Stadthaus vor. Schon vor 20 Jahren sei die Notwendigkeit eines neuen Verwaltungsgebäudes unbestritten gewesen, «schon damals und heute erst recht», machte der Stadtammann klar, vor allem angesichts steigender Bevölkerungszahlen. Stand der Dinge: Ein Architekturwettbewerb wird Anfang 2014 ausgeschrieben und Stadthaus, Tiefgarage und Gestaltung der Festwiese umfassen. Wie das Gebäude aussehen wird, steht noch nicht fest, deswegen dürfe die aktuelle Visualisierung nicht für bare Münze genommen werden, erklärte er. Genügend Abstand zur Basilika werde auf jeden Fall vorhanden sein. Auch die Pädagogische Hochschule will auf dem Bärenplatz bauen. Beide Planungen sollen koordiniert werden, so Netzle.

Gegenüber einem im April veröffentlichten Zeitplan hat sich alles leicht nach hinten verschoben. Im Juni 2015 könnte das Stadthaus vors Volk kommen. Baubeginn wäre dann im Frühling 2016, Fertigstellung 2018. Teurer wird’s auch, schliesslich wurde der Raumbedarf in der Zwischenzeit konkretisiert. Die Investitionen für Ersteres betragen mittlerweile rund 28 Mio. Franken (im April waren es noch 20), 15,2 Mio. für die Tiefgarage und 2,5 Mio. für die Gestaltung der Festwiese. In Spezialfinanzierungen sind fürs Stadthaus mittlerweile 5,7 Mio. geparkt, für «Park & Parken» sogar 10 Mio. Franken.

Schwimmhalle – wenn schon, denn schon
Überzeugend trat danach Bauchef Michael Dörflinger vor die Leute, um das Schwimm- und Freizeitbad vorzustellen: «Der Bedarf ist ausgewiesen.» Die Bevölkerung wächst immer weiter, gleichzeitig werden zwei Bäder schliessen (bis 2016 verschwinden das Hallenbad Münsterlingen und das Lernbecken der Pädagogischen Maturitätsschule von der Bäderkarte). Mit dem neuen Schwimmbad werden aus vier Bahnen 24 – eine ungeheure Kapazitätserweiterung. «So ein grosses Projekt braucht Zeit, damit etwas Gutes dabei herauskommt», verteidigte er die Verspätung, mit der die Schwimmhalle nun im März 2014 (statt wie ehemals angekündigte November) in den Gemeinderat kommen soll.

Die Pläne stammen vom Weinfelder Architekturbüro G2 (SVP-Gemeinderat Günther Graner sitzt hier in der Geschäftsleitung, für Dörflinger das «i-Tüpfelchen» auf einem rundum gelungene Projekt). Sie wurden überarbeitet. 32 Mio. Franken soll der Neubau heute inklusive Renovation des bestehenden Bades kosten – und die Kostensteigerung geht bekanntlich noch weiter: Für 5 Mio. Franken kann ein Wellness-Ausbau dazu gebucht werden. Das würde die jährlichen Betriebskosten nur minimal steigern, von 1,71 auf 1,95 Mio. Franken. «Wenn schon, denn schon», kommentierte der CVP-Stadtrat diese Ergänzung.

«Gut verkauft, Ruedi!»
Zeit für den Auftritt von Ruedi Wolfender. «Für das Geld braucht es auch einen Mehrwert», stieg der Leiter des Departements Freizeit in die Präsentation ein und machte klar: «Von dem Bad werden alle Kreuzlinger profitieren.» Wolfender zeigte Visualisierungen von innen und aussen, erklärte alle «matchentscheidende» Besonderheiten und nahm die Anwesenden mit auf einen virtuellen Rundgang durch das Bad. Dass der Neubau ans bestehende Bad angedockt werden soll, sei ein riesiger Vorteil, können doch so Benutzergruppen getrennt werden. Das Egelsee soll ein «Badeerlebnis» für Familien und Senioren bieten, während es in der Halle eher sportlich und schulisch zugeht und im Wellnessbereich mehr als nur sauniert wird. Mit dem grossen Becken und seinem höhenverstellbaren Hubboden habe man zudem flexible Nutzungsmöglichkeiten.
«Das neue Schwimm- und Freizeitbad ist etwas für 95 Prozent der Bevölkerung», ist sich Wolfender sicher. Er betonte aber auch, dass der Wellnessbereich keine Konkurrenz, sondern «eine Ergänzung zur wüsten Saunalandschaft» in der Region darstellen soll.

Konkrete Zahlen, Fakten und Bilder sollen nun auch die Nachbargemeinden überzeugen. Bis zur Botschaft im Gemeinderat im März 2014 wollen Stadtrat Dörflinger und Freizeit-Chef Wolfender «alles unternehmen, um finanzielle Beteiligung zu akquirieren». Das Sportnetz sammelt derweil bei den Vereinen der Region. Die Schwimmhalle sei eine einmalige Chance angesichts der Schliessung zweier Bäder, schloss Wolfender seinen enthusiastischen und detaillierten Vortrag. «Gut verkauft, Ruedi», gratulierte ihm eine Anwesende denn auch im Anschluss mit Handschlag.

Wer mehr zum Xentrum lesen will, kann dies auf www.xentrum.ch tun. Fragen, Anregungen und Kommentare können direkt an Stadtschreiber Thomas Niederberger, thomas.niederberger@kreuzlingen.ch, gerichtet werden.

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