/// Rubrik: Region | Topaktuell

Ekkharthof geht Schritt in die Zukunft

Lengwil – Der Ekkharthof in Lengwil feiert im kommenden Jahr sein 40-jähriges Jubiläum. Für die neue Institutionsleitung ist es damit an der Zeit, sich neu zu positionieren: Klare Ziele sind formuliert, kleinere Umstrukturierungen geplant, ein neues Branding erarbeitet. Unter dem Motto «40 Johr mitenand» wird zudem zu verschiedenen Jubiläums-Veranstaltungen geladen.

V.l.: Thomas Niebling, Leiter Ewachsenenwohnheim, Yvonne Aebli und Ruedi Engeler (Leiter), beide Markt und Kommunikation, Jürg Bregenzer, Vorsitzender der Institutionsleitung, Elisabeth Stickl, Leitung Sonderschulheim und Stephan Lauinger, Leitung Tagesstruktur. (Bild: kb)

V.l.: Thomas Niebling, Leiter Ewachsenenwohnheim, Yvonne Aebli und Ruedi Engeler (Leiter), beide Markt und Kommunikation, Jürg Bregenzer, Vorsitzender der Institutionsleitung, Elisabeth Stickl, Leitung Sonderschulheim und Stephan Lauinger, Leitung Tagesstruktur. (Bild: kb)

Auf dem Ekkharthof herrscht stets emsiges Treiben: Hier wird gelebt, gelernt, gearbeitet. Neben drei Aussenstellen in Kreuzlingen, sowie je einer in Berg und Birwinken mit eigenen Tagestrukturen, stehen in Lengwil verschiedene Beschäftigungsmöglichkeiten zur Verfügung: Von alter Handwerkskunst übers Gärtnern und Schreinern, bis hin zum Backen und Einmachen. Dazu kommen diverse Wohngruppen, Schulklassen sowie ein breites therapeutisches Angebot.

All das richtet sich an Menschen ab drei Jahren mit einer geistigen oder mehrfachen Behinderung. Derzeit haben rund 200 Menschen mit Unterstützungsbedarf hier ihren Platz. «Dabei verfolgen wir das Konzept der Durchmischung», erklärte Jürg Bregenzer, Leiter der Institutionsleitung an einer Medienkonferenz am Mittwoch. «Sowohl im Wohn- wie auch im Arbeitsbereich sollen sich Menschen mit unterschiedlichen Behinderungsgraden begegnen können.» Daneben zählt der Ekkharthof aktuell über 250 Mitarbeitende.

Neue Leitung, neue Ziele
Bregenzer ist Teil einer ersten Neuerung am Ekkharthof, die bereits vor rund einem Jahr vorgenommen wurde. Damals wurde neu die Institutionsleitung gruppiert, welche sich aus den Leitern der Hauptbereiche Sonderschulheim, Wohnen, Dienste, Tagesstruktur und Finanzen zusammensetzt. Auch die bisher unabhängigen Betriebszweige Sonderschulheim und Wohnheim mit Beschäftigung fallen nun unter diese Gesamtleitung. Neu wurde zudem eine Medienstelle eingerichtet.

Zum Auftakt des Jubiläumsjahres habe man sich Gedanken über die Ziele des Ekkharthofes gemacht, so Jürg Bregenzer. «Wir haben ein paar wirtschaftlich weniger erfolgreiche Jahre hinter uns, unter anderem wegen Sparmassnahmen von der IV.» Diese habe die Anforderungen im Ausbildungsbereich angehoben, weshalb dieser Zweig seit Sommer 2013 vorübergehend eingestellt wurde, informierte er. «Wir werden den Sparhebel ansetzen, um die Finanzen auszugleichen. Zudem möchten wir ab Sommer 2014 mit zwei Ausbildungsplätzen diesen Bereich wieder aufbauen.»

Freundliches Erscheinungsbild
Mittelfristig wolle man unter anderem das gut ausgebaute therapeutische Angebot etablieren und die kulturellen Veranstaltungen, auch für die Öffentlichkeit, erhalten. «Für ein freundliches Erscheinungsbild und um den heutigen Anforderungen gerecht zu werden sind zudem bauliche Massnahmen geplant», gab Bregenzer Auskunft. «Der Ekkharthof soll künftig stärker als eigene Institution angesehen werden und es wäre schön, wenn wir mehr Mitarbeiter aus der näheren Umgebung gewinnen könnten.»

Ein Vorbild sein
Der Institutionsleiter blickte aber noch weiter in die Zukunft. Bis spätestens 2025 solle ein Konzept entwickelt werden, das für die älter werdenden MitbewonerInnen eine angepasste Infrastruktur sowie ein abgestimmtes Angebot vorsieht. Für Jürg Bregenzer ist klar, wohin die Veränderungen und Zielsetzungen führen sollen: «Langfristig gesehen möchten wir einen Vorbildcharakter im Kanton Thurgau einnehmen, eine Vorzeigeinstitution sein.»

Für Feinschmecker
Der Ekkharthof ist biozertifiziert (BioSuisse, Bioverita und Slowfood Ostschweiz) und ein Demeter-Betrieb. Hier werden zahlreiche Produkte hergestellt. Neben sortenreinen Apfelringen und Guezli, gibt es auch Tee- und Gewürzkräuter, verschiedene Teemischungen, Molkereiprodukte und mehr. Nur die Fruchtjoghurtproduktion habe man aufgrund der Sparmassnahmen eingestellt.

«Vom Anbauen über das Ernten, Verarbeiten und schliesslich Verpacken versuchen wir sämtliche Arbeitsabläufe mit unseren BewohnerInnen durchzuführen», sagte Ruedi Engeler, Leiter Markt und Kommunikation. Während das aus der früheren Ekkharthof-Marke nicht hervor ging, habe man sich nun bewusst für ein Branding entschieden, welches zeigt, dass hier gute Produkte von Menschen mit Behinderung produziert werden. «So ist die Marke ‹Feinschmecker Manufactur› entstanden, welche unsere Produkte mit neuen Verpackungen und Ettiketten kennzeichnet», so Engeler. Erhältlich sind die Produkte im Ekkharthof-Bio-Laden, teilweise sogar schweizweit im Grosshandel und bald auch im Online-Shop.

Gemeinsam feiern und spenden
Im Jubiläumsjahr soll auch gefeiert werden und zwar «40 Johr mitenand». So lädt der Ekkharthof zum Neujahrsapéro mit Podiumsdiskussion, zu Begegnungsabenden zur Ekkharthof-Geschichte, zum offiziellen Festakt, zu Konzerten, Theater und vielem mehr.

Zudem hat die Ekkharthof-Leitung eine Spendenaktion gestartet, um neben dem therapeutischen und kulturellen Angebot auch die Bauvorhaben und das Jubiläum finanzieren zu können. Wer spenden möchte oder mehr zum Programm erfahren möchte, wird unter www.ekkharthof.ch fündig.

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.