/// Rubrik: Stadtleben

Hauptzoll bleibt bis Ende April dicht

Kreuzlingen/Konstanz – Für den motorisierten Verkehr bleibt die Kreuzlingerstrasse auf Höhe Hauptzoll weiterhin gesperrt. Die Städte Kreuzlingen und Konstanz haben vereinbart, den Ende November gestarteten Versuch bis nach Ostern zu verlängern. Zudem wird in Kreuzlingen der Bahnübergang Freiestrasse gesperrt.

Der Hauptzoll zwischen Kreuzlingen und Konstanz bleibt bis Ende April für Autos gesperrt. (Bild: Archiv)

Der Hauptzoll zwischen Kreuzlingen und Konstanz bleibt bis Ende April für Autos gesperrt. (Bild: Archiv)

Mit dem Ziel, den Konstanzer Stadtteil Stadelhofen vom Durchgangsverkehr zu entlasten, sperrte die Stadt Konstanz in Absprache mit dem Kreuzlinger Stadtrat die Kreuzlingerstrasse auf Höhe Hauptzoll. Um die Entwicklung der Verkehrsströme ermitteln zu können, haben die Verantwortlichen der beiden Städte beschlossen, die Sperrung bis zum 30. April bestehen zu lassen.

Bis dahin können verlässliche Zahlen über die Entwicklung der Verkehrsströme ermittelt werden, die nicht nur die Ausnahmesituation der Adventszeit und des Jahreswechsels umfassen, sondern auch normale Phasen mit normalem Verkehrsaufkommen. Beide Städte messen dem Versuch eine grundsätzliche Bedeutung zu, auch in Hinblick auf ein noch zu erschaffendes, gemeinsames Verkehrskonzept.

Alternativen nutzen
Wie bisher ist der Hauptzoll in beide Richtungen für Fussgänger und Velofahrer nutzbar. Auch die Schwedenschanze ist – von der Emmishofer Strasse kommend – weiterhin als Sackgasse gestaltet, indem die Durchfahrt zur Kreuzlinger Strasse gesperrt bleibt.

Während mit der Schliessung der Kreuzlingerstrasse der Konstanzer Stadtteil Stadelhofen entlastet wird, führt die Sperrung zu einer Mehrbelastung auf Kreuzlinger Seite. Deshalb wird der Verkehr Richtung Konstanz über die Bahnhofstrasse zum Emmishofer Zoll oder zum Autobahnzoll gelenkt. Entsprechende Signalisationen befinden sich am Helvetiaplatz und am Kreisel Stadtbahnhof.

Sperrung Bahnübergang Freiestrasse
Gleichzeitig wird in Kreuzlingen der Bahnübergang Freiestrasse für den motorisierten Verkehr in beide Richtungen gesperrt. Mit dieser Massnahme soll der Parkplatzsucherkehr eingeschränkt werden. Für den Langsamverkehr (Fussgänger und Velo) bleibt der Übergang weiterhin offen.

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4 thoughts on “Hauptzoll bleibt bis Ende April dicht

  1. Ruedi Anderegg

    Einmal mehr kuscht der Kreuzlinger Stadtrat vor den Konstanzern. Der Stadteil Stadelhofen wurde wirksam vom Verkehr entlastet und die Anwohner sind froh darüber. Das ganze geht zu Lasten der Anwohner von Grenzstrasse, Dufourstrasse und vorallem der Brückenstrasse. Vor nicht allzu langer Zeit wurde das Nachtfahrverbot in der Brückenstrasse aufgehoben, was eine Verkehrszunahme zur Folge hatte. Die jetzige Massnahme wiederum führt zu einer Verdoppelung des Verkehrs und zu unerträglichen und gefährlichen Situationen. Muss denn zuerst etwas passieren? Die Umleitungsmassnahmen haben überhaupt nichts genützt. Die Herren Stadträte sollten halt mal selbst einen Augenschein vornehmen und sich nicht nur als Schreibtischtäter betätigen. Wann endlich tut der Kreuzlinger Stadtrat einmal etwas für uns Kreuzlinger.

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  2. Patrick Reschke

    Völlig richtig! Das Quartier scheint keine Lobby im Stadtrat zu haben… die letzten 4 Wochen waren eine Zumutung, und die Anwohner haben sich auf den 7.1. gefreut – der Tag, an dem der Hauptzoll wieder „entsperrt“ werden sollte.

    Durch die Umgestaltung der Brückenstrasse mit ebenerdigem Trottoir und langen Parkbuchten (ist ja ein „Wohnquartier“!) verträgt diese Strasse den momentanen Verkehr nicht (und den vor und nach Weihnachten erst recht nicht). Dadurch, dass nur an wenigen Stellen zwei Autos, die in entgegengesetzten Richtungen unterwegs sind, fahrend aneinander vorbei kommen, herrscht ein dauerhaftes Stop-and-Go, Tag und Nacht. Beschleunigen (selbstverständlich auf über 30, man muss ja an den Parkbuchten vorbei, um nicht in die entgegenkommende Autoschlange zu krachen), bremsen, hupen. Es sind einfach zu viele Autos unterwegs – die sogenannte „Umleitung“ über die Bahnhofstrasse ist ein schlechter Scherz. Die Schilder sind klein und zu dezent.
    Insgesamt wirkt dieser Versuch auf mich sehr einseitig angesetzt (positiv nur für KN-Stadelhofen) und wenig durchdacht, unter dem Deckmantel des „gemeinsamen Verkehrskonzepts“ mit Konstanz. Das zeigt sich auch in der Verlängerung um 4 Monate (!!). Da hat sich Kreuzlingen schön über den Tisch ziehen lassen. Für die Ermittlungen des „normalen“ Verkehrsaufkommens braucht man sicherlich keine solche Datenbasis.

    Ich habe keine Lust, diese Verlängerung des Versuchs schulterzuckend hinzunehmen – ich bin (sorry) stinksauer!

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  3. C. Fleischer

    Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschliessen, seit Wochen schlafe ich nun im Wohnzimmer, da mein Schlafzimmer zur Strassenseite ausgerichtet ist und direkt vor einer Parkbucht liegt. Die Anfahrgeräusche hört man die ganze Nacht hindurch (von tagsüber ganz zu schweigen). Ich sehe keinen Sinn darin, die Testphase um vier Monate zu verlängern (Ausgang ungewiss), das hat auch nichts mit dem erhöhten Verkehrsaufkommen in der Weihnachtszeit zu tun, zumal nachts ja wohl kaum Weihnachtseinkäufer durch die Brückenstrasse heizen.

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  4. Bruno Neidhart

    Die Frage ist, ob die Brückenstrasse in dieser „rückgebauten Art als Quartierstrasse“ den Bedürfnissen gerecht werden kann, die eine übergeordnete Verkehrsführung verlangen würde, besteht doch zwischen der Unteren Hauptstrasse und der Konstanzerstrasse als Direktverbindung nur noch die Möglichkeit, über mehrere Kreisel, am viel befahrenen Stadtbahnhof entlang, die gewerblich orientierte Konstanzerstrasse oberhalb des Emmishofer Zolls zu erreichen. Und die Unterführung der Bahn ist dabei keineswegs „üppig“ gebaut – ganz im Gegenteil! Stau ist hier täglich. Wenn man bedenkt, dass immer mehr ausgerechnet in diesem Quartier, also nördlich der Bahnlinie, gebaut wird – das „Bellevue“ ist praktisch in absehbarer Zeit „übervoll“ – , so ist tatsächlich zu überlegen, wie es besonders an der Brückenstrasse weiter gehen kann. Alle neuen Bewohner werden auch ihre Fahrzeuge haben und irgendwann ebenso die Brückenstrasse benützen. Kreuzlingen braucht auch innerhalb seines Stadtgebiets einige Verkehrsachsen als Ergänzung zu den mehr übergeordneten Strassenverbindungen auf der West-Ost-Achse, respektive Süd-Nord-Achse. Die östliche Romanshornerstrasse zum Beispiel, mit ihrer Fortsetzung Egelsee-/Bärenstrasse, hat heute schon einen enormen Verkehr aufzunehmen. Würde alles auf die Seetalstrasse gelenkt, käme es hier zu noch heilloseren Überlastungen an den bekannten „Hot-Punkten“ des Verkehrs. Dabei sind alle beschriebenen Strassen durchaus auch „Strassen mit deutlicher Wohnstruktur“. Und es wird – etwa im Osten – weiter bis an den Strassenrand gebaut! Dies bedeutet, dass ein gewisses Mass an Verkehr – Tag und Nacht – heute einfach gegeben ist. Nicht alle können an der Hängen oberhalb der Stadt „in Ruhe“ wohnen! Das ist halt so. Was die Brückenstrasse betrifft, so ist durchaus vorstellbar, dass sie – geradezu im Gegensatz zur ehemaligen Intention – , sehr breit ausgebaut wird, ohne Parkbuchten, dagegen mit breiten Grünstreifen, breiten Gehwegen auf beiden Seiten, getrennt vom Verkehr, parkstrassenähnlich, usw. Und das Wichtigste gegen Lärm und Unruhe: Die Geschwindigkeit absolut verringern – quasi „Schritttempo“. Man kann sich diese Strasse nicht einfach „wegdenken“, zumal der Öffentliche Personennahverkehr damit verbunden ist und eine immer wichtigere Rolle spielen sollte. Da muss für die Zukunft tüchtig neu geplant werden. Alles nur mehr oder weniger „zumachen“, wie es derzeit einem „Trend“ zu entsprechen scheint, birgt automatisch das Entstehen neuer kritischer Punkte mit sich in einer Stadt, wo sich nun halt mal Wohngebiete und Durchfahrtstrasse sehr oft begegnen. Bei allem Verständnis für die spezifischen Anwohner: Wer hat da die für alle optimale Lösung?

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