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Grosse Kunst mal anders

Kreuzlingen – Mit Meisterwerken der Kunstparodie und Neuinterpretationen bekannter Schweizer Kunstwerke im Miniaturformat startet das Museum Rosen-egg ins neue Halbjahr. Auch Fotografie, Musik, Rundgänge und mehr bieten Museumsbesuchern ein abwechslungsreiches Programm.

In der Ausstellung «Frisch gestrichen» zu sehen. (Bild: zvg)

In der Ausstellung «Frisch gestrichen» zu sehen. (Bild: zvg)

123 Bilder an einer Wand? Und beim Abendmahl von Leonardo da Vinci sitzen für einmal die Grossmeister der Kunst an der langen Tafel? Was kaum denkbar erscheint, geht in der Kunst eben doch – das zeigt die neue Sonderausstellung des Museums Rosenegg.

In «Frisch gestrichen – Meisterwerke der Kunstparodie» bekommen die Besucher eine Auswahl an Werken zu sehen, welche überarbeitete, abgeänderte und uminterpretierte Ikonen der Malerei zeigen. Dadurch wird ein humoristisch-kritischer Blick auf Kunst und Gesellschaft ermöglicht. «Die Werke durften wir vom Cartoonmuseum Basel auslehnen», freut sich Museumsleiterin Heidi Hofstetter. «Zudem wurde uns angeboten parallel das ‹Musée Réduit› zu zeigen.»

Kunst en miniature
Das «Musée Réduit» – was so viel heisst wie «verkleinertes Museum» – besteht aus 123 kleinen Bildern des Künstlers Noyau alias Yves Nussbaum. Bilder, welche bekannte Schweizer Kunstwerke neu interpretiert zeigen und in stets anderer Reihenfolge an einer Wand befestigt werden.

Die Kunstparodien und Miniaturwerke sind vom 12. Januar bis zum 23. Februar im Obergeschoss zu sehen, während ein Stockwerk tiefer die Zizenhausener Terrakotten noch bis zum 16. Februar in den Vitrinen stehen. Manch eine der kleinen Tonfiguren wurde ebenfalls zu einer Parodie geformt. «So ergänzen sich die Ausstellungen optimal», findet Heidi Hofstetter. Etwas unkonventionell, «doch es zeigt, dass das Museum nicht verstaubt ist. Und es wäre schön, wenn die Parodien auch junge Leute anlocken.»

Junge und alte Fotografien
Anschliessend widmet sich das Museum der Fotografie. In der Ausstellung «Mit wachem Auge», die vom 9. März bis zum 1. Juni zu sehen ist, werden Bilder von Rolf Wessendorf gezeigt. Darunter befinden sich Portraits, Landschaftsbilder und Alltagsszenen – «fantastische schwarz-weiss Fotos», ergänzt die Museumsleiterin. Der Fotograf ist in Kreuzlingen aufgewachsen und lebt heute in Schaffhausen.

Neben den Bildern von Wessendorf, einem Fotografen der alten Schule, zeigt das Museum Rosenegg auch Bilder von Florian Schwarz, einem jungen Konstanzer Fotografen. Seine Ausstellung «In Transit» ist vom 13. April bis zum Pfingstsonntag zu sehen und zeigt Aufnahmen, die auf seinen Zugfahrten durch die Schweiz entstanden sind.

Hölderlin im Rosenegg
Auf die Fotografien folgt eine Doppelausstellung zu Friedrich Hölderlin vom 12. Juni bis zum 6. Juli. Zu sehen sind «Hölderlin und die künftige Schweiz» von der Hölderlin-Gesellschaft, sowie «Unter den Alpen gesungen», eine Ausstellung die bereits in Hauptwil zu sehen war. «Es freut mich sehr, dass sich Schulen bereits an der Ausstellung interessiert gezeigt haben», so die Museumsleiterin.

Matinée und Sommer-Kunst
«Unser Matinéeprogramm startet in diesem Jahr rhythmisch und rassig», verrät sie weiter. So wird am Sonntag, 19. Januar, die Gruppe «Muytango» aus Ravensburg Stücke argentinischer Komponisten zur Darbietung bringen. Fünf weitere musikalische Sonntagvormittage folgen bis in den Juni hinein.

Über den Sommer soll es zudem wieder eine grosse Kunstausstellung geben. «Diesmal zeigen wir Werke der Gründungsmitglieder des Vereins «kunstthurgau» – Künstler, die nicht in Vergessenheit geraten sollten», so Hofstetter.

Weitere Infos zu den Ausstellungen und dem umfangreichen Begleitprogramm sind unter www.museumrosenegg.ch zu finden.

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Museums-Café
Wie wäre es mit einem genussvollen Besuch im Museum Rosenegg? «Es ist ein Haus der Begegnungen und so haben wir im Erdgeschoss neu ein kleines Café eingerichtet, das jeweils sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet ist», gibt Museumsleiterin Heidi Hofstetter bekannt. Hier kann jedermann – ob Ausstellungsbesucher oder nicht – bei Kaffee, Tee und selbstgebackenem Kuchen verweilen.

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