/// Rubrik: Leserbriefe

Nein zum mickrigem Bushof-Projekt

Kreuzlingen – Kreuzlingen hat ein gut ausgebautes und geschätztes Angebot an Busverbindungen, von dem etwa Arbon, Weinfelden oder Amriswil noch weit entfernt sind. (Text: Ernst Frischknecht, Kreuzlingen)

(Bild: Archiv)

(Bild: Archiv)

Das vorliegende Bushofprojekt jedoch kommt sehr schmalbrüstig daher und steht offensichtlich im Schatten der Grossprojekte Schwimmhalle und Stadthaus, wofür Mittel in ganz anderen Dimensionen gefordert werden.

Kreuzlingen aber verdient einen wohldurchdachten, grosszügigen Busbahnhof, der einen wichtigen Akzent im öffentlichen Raum setzen kann. Der jetzige Plan will die Busplätze ums Eck mit mehr gefährlichen Querungen für die Passagiere anordnen und hat insgesamt eine bescheidene Aufenthaltsqualität; es fehlt an Platz und Grünanlagen; die Plantanenallee wird eingeengt und südlich soll der private Verkehr ungehindert weiterfliessen.

Und was ist mit dem Volksbegehren für einen autofreien Boulevard? Müsste der Stadtrat nicht endlich klipp und klar sagen, was er dazu meint und was er als Gegenvorschlag bringen will? Aber nein, es soll offensichtlich erst ein schlechtes Bushofprojekt zu einem völlig falschen Zeitpunkt durchgepaukt werden!

Städte wie St.Gallen oder Winterthur machen es vor: Eine verkehrsberuhigte Fläche mit geradliniger Anordnung der Standplätze und einem architektonisch ansprechenden Erscheinungsbild verdeutlichen dort, dass der öffentliche Verkehr Gewicht hat.

Als einzige Partei hat die SP – leider sehr spät – zur Meinungsbildung beigetragen. Was der renommierter Verkehrsplaner Prof. Zweibrücken zusammen mit einer Landschaftsarchitektin entworfen hat, ist für die Behörde offenbar der Rede nicht wert! Stadtrat Blatter hätte seine mangelhafte Vorlage eigentlich zurückziehen können, um auf die berechtigten Einwände und die fundierten Vorschläge kompetenter Leute eingehen zu können – aber wer will schon eingestehen, dass man vor lauter Schwimmhalle-Werbung das Projekt Bushof auf bewusst kleiner Flamme köcheln will.

Alle Bürger und insbesondere die Unterzeichnenden der Volksinitiative dürften zu Recht erwarten, dass ein solches Bushof-Vorhaben Teil des ganzen Verkehrskonzeptes und Teil der ganzen Zentrumsüberbauung wäre. Solange ein solches Konzept nicht vorliegt, ist eine Abstimmung verfehlt. Fazit: Das zur Abstimmung vorgelegte Projekt ist planerisch und städtebaulich kein zukunftsweisendes Projekt; ein Nein zu dieser dürftigen Vorlage macht den Weg frei für eine städtebauliche Anlage, die den Namen Bushof auch verdient.

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