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Wiener Tümmler und Elsterpurzler

Tägerwilen – Der Kleintierzüchterverein Tägewilen organisiert eine Vereinsausstellung pro Jahr. Hinzu kommen nationale Ausstellungen: So machte am vergangenen Wochenende die 48. Jungtaubenausstellung halt in der Bürgerhalle.

Hans Georg Biehler mit seiner Europameisterin.  (Bild: sb)

Hans Georg Biehler mit einer seiner Europameisterinnen. (Bild: sb)

«Als Jungtauben bezeichnen wir die Tiere, die 2013 geboren wurden», erklärt Peter Windler. Der Ehrenpräsident des Kleintierzüchtervereins geht seinem Hobby seit über 50 Jahren nach und hat selbst rund 30 Kaninchen und 15 Tauben. Vorsichtig nimmt er eine Taube aus dem Käfig und zeigt den grünen Ring, der die Jahreszahl trägt und sie als Jungtaube kennzeichnet. «Tauben können bis zu zehn Jahre alt werden», sagt Windler. «Die Resultate der Jungtaubenausstellung sind indes für die Aussteller von grosser Bedeutung. Sie zeigen an, was im kommenden Zuchtjahr noch verbessert werden kann.»

Für die Prämierung von Orientalischen Rollern, Wiener Tümmlern oder Elsterpurzlern – die vielzähligen Taubenrassen tragen klingende Namen – war an der Schweizerischen Jungtaubenausstellung eine zehnköpfige Jury zuständig. Auf Karteikarten, die an den Käfigen angebracht waren, konnten Interessierte die Ergebnisse lesen.

Zusammenhalt statt Konkurrenz
Hans Georg Biehler aus Steckborn erhielt für seine Schwarzen Italienischen Mövchen ein Jungtierband. Dieselben Tiere wurden bereits im Dezember 2013 als Europa Champion gekürt. Am Wanderpreis des Klubs Italienischer Mövchen schrammten seine Tauben am Wochenende knapp vorbei. «Von den der Jury präsentierten Tieren zählen die vier besten«, erklärt Biehler. «Bei Punktegleichheit entscheidet die fünfte Taube.» Hier habe ein anderer Aussteller das etwas gefälligere Tier gehabt. Entscheidend war letztendlich ein einziger Punkt. Enttäuscht ist Biehler darüber aber nicht: «Das ist ja kein Wettkampf wie beim Sport. Ehrgeiz spielt bei uns keine so grosse Rolle, wichtiger ist der Zusammenhalt.»

Der Anlass lockte auch Auswärtige an: So knipste ein extra aus Waldshut/Tiengen angereister Taubenfan begeistert Fotos. Insgesamt gebe es in Europa sicher fast 1000 Taubenrassen, so der ehemaliger Züchter. Er sei gekommen, um sich über den aktuellen Stand der Dinge in Sachen Taubenzucht zu informieren, und verriet: «Wir haben jetzt wieder ein grosses Grundstück und ich möchte wieder anfangen.»

Von Nachwuchsproblemen berichtete indes Erwin Bär, Präsident Rassetauben Schweiz, in seiner Begrüssungsrede. In der zunehmenden Verstädterung und Verdichtung sieht Bär Gründe, warum sich immer weniger Menschen als früher für das Hobby Taubenzucht entscheiden. Es fehle oftmals schlicht an Platz.

Das bestätigt auch Hansruedi Gschwend, Präsident des Kleintierzuchtvereins Tägerwilen: «Eine Volière oder ein Hasenstall benötigen viel Raum. Ausserdem können sich Nachbarn vom Geruch belästigt fühlen.» Im Verein habe man mittlerweile eine eigene Jungzüchterabteilung: Fünf Mitglieder unter 18 Jahren sind hier mit dabei.

Gemeindeammann Markus Thalmann dankte dem OK für seinen Einsatz und erwänte in seiner Rede ebenfalls das Problem Nachwuchs. Thalmann wünsche allen Züchtern Glück, einen Nachfolger zu finden für ihr Hobby, welches ja oft auch Lebenswerk sei.

Mehr Bilder in unserer Galerie.

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