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Güttingen birgt weiter Zündstoff

Güttingen – Das Dorf kommt einfach nicht zur Ruhe. Nachdem das Problem Gemeindeammann endlich gelöst wurde, gibt es in der Seegemeinde neue Gräben. Grund ist eine Zonenplanänderung, die unter anderem Thema in der Gemeindeversammlung am Dienstag war.

Der Güttinger Gemeinderat bis Ende Februar (v.l.): Marcel Baumgartner, Gemeindeammann Urs Rutishauser, Gemeindeschreiber Pascal Pfister, Frau Vize-Gemeindeammann Sandra Stadler-Kuster, Thomas Thalmann und Max Wicker. (Bild: Thomas Martens)

Der Güttinger Gemeinderat bis Ende Februar (v.l.): Marcel Baumgartner, Gemeindeammann Urs Rutishauser, Gemeindeschreiber Pascal Pfister, Frau Vize-Gemeindeammann Sandra Stadler-Kuster, Thomas Thalmann und Max Wicker. (Bild: Thomas Martens)

Das letzte Traktandum barg wie erwartet den meisten Sprengstoff. Es ging um eine Zonenplanänderung. Das Grundstück der Gebrüder Griesemer, landwirtschaftlich und gewerblich genutzt, soll nach deren Willen und auf Wunsch der Gemeinde in die Wohn- und Gewerbezone 2 und teils auch in die Gewerbezone eingezont werden. Hintergrund ist, dass das Verwaltungsgericht 2012 zwingend eine Einzonung verlangte.

Bauer fand Gehör
Bauer Walter Egloff, der mit seiner Familie als Pächter des Hofs eine grosse Milchwirtschaft betreibt, sieht die Tierhaltung bedroht und fürchtet um seine Existenz. In rührenden Worten gelang es ihm, die Mehrheit der Stimmbürger (145) von sich zu überzeugen, während Befürworter Armin Griesemer von Anfang an auf Krawall gebürstet war und zur Ordnung gerufen werden musste. Mit seinem zu offensiven Auftritt dürfte Griesemer zahlreiche Anwesende gegen sich aufgebracht haben. Mit 99-Neinstimmen wurde der Antrag auf Zonenplanänderung abgelehnt.

Zorn beim Landbesitzer
Griesemers Zorn kam nicht von ungefähr, wurde doch im Vorfeld über Wochen hinweg schmutzige Wäsche gewaschen, musste er sich gegen Anfeindungen und Unterstellungen wehren. Ihm wurde unter anderem vorgeworfen, Existenzen vernichten und aus Profitgier auf dem Grundstück Wohnblöcke errichten zu wollen.

Raumplaner Andreas Niklaus sagte auf Frage eines Stimmbürgers, dass dies «in der Tat möglich» wäre, aber nur, wenn die bestehenden Gebäude abgerissen würden. Die Landwirtschaft geniesse hingegen laut Frau Vize-Gemeindeammann Sandra Stadler-Kuster «Bestandschutz». Wie es nach dem Nein weitergeht, müssen jetzt Juristen klären.

Budget angenommen
Sicher ist hingegen, dass die Politische Gemeinde mit einem Aufwandüberschuss von 252800 Franken ins neue Jahr geht, bei gleichbleibendem Steuerfuss von 60 Prozent. Dies wurde einstimmig beschlossen.

Diskussionen gab es allerdings beim geplanten Umbau des Gemeindehauses für mehr als 300000 Franken. Stimmbürger Werner Schellenberg stellte einen Antrag auf Rückweisung. Er will abwarten, bis die Schüler ins neue Schulhaus eingezogen seien und man wisse, was mit den Schulbauten geschehe. Vielleicht sei das ja auch eine Option für die Gemeindeverwaltung. Der Rückweisungsantrag kam mit 95 Ja-Stimmen klar durch.

Für Thomas Thalmann war es der letzte Auftritt als Gemeinderat. Nach neun Jahren im Dienste der Gemeinde erklärte er per Ende Februar seinen Rücktritt. Sandra Stadler-Kuster verabschiedete ihn mit lobenden Worten. Als Nachfolger zur Wahl stellt sich am 9. Februar Markus Weber.

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