/// Rubrik: Kultur

«Bis sich Nacht in die Augen senkt»

Steckborn – Das Phönix Theater Steckborn lädt am Samstag, 25. Januar, 20.15 Uhr, zu einer Szenenfolge nach Otto Frei.

Das Phönix Theater zeigt eine Szenenfolge nach Otto Frei. (Bild: zvg)

Das Phönix Theater zeigt eine Szenenfolge nach Otto Frei. (Bild: zvg)

Fünf Romane des Steckborner Autors und Kulturpreisträgers Otto Frei spielen in seinem Heimatstädtchen am Untersee. Humorvoll und abgründig beschreibt Otto Frei die Bewohner des Städtchens am See mit seinen Originalen. Der Publizist Charles Linsmayer gibt die fünf Steckborner Romane neu integral in einem Band heraus und hat diese mit einer Biographie ergänzt. Aus diesem Anlass hat Linsmayer eine Szenenfolge mit Texten aus den Büchern zusammengestellt, die von zwei Schauspielern gespielt werden.

Szenen des Lebens
Charles Linsmayer hat aus den fünf Steckborner Romanen charakteristische Szenen herausgesucht und für die Bühne eingerichtet. In den Szenen wird das Leben, aber auch das Drama eines lebenslangen Kampfes zwischen dem autoritären Vater und dem sensiblen intellektuellen Sohn gezeigt, der am Ende nicht nur gegen den Vater, sondern gegen die ganze Schöpfung rebelliert.

Schon im ersten Roman des Zyklus, «Jugend am Ufer», steht dem Städtchen Steckborn mit seinen liebevoll geschilderten Originalen der Kontrapunkt der Bedrohung durch das Nazireich ennet dem See gegenüber. «Beim Wirt zum ,Scharfen Eck’» charakterisiert in der für Frei typischen lapidaren, oft dialektgefärbten Präsentation die kleinstädtischen Wortführer auf abgründige Weise. «Zu Vaters Zeit» spiegelt erstmals die Auseinandersetzung mit der Autorität, an welcher der Sohn zum Aufrührer wird. Eine Auseinandersetzung, die in «Bis sich Nacht in die Augen senkt» aus der Optik des jung verstorbenen Bruders weitergeht und in «Rebell» ihren Höhepunkt erreicht. Da nämlich, wo der Kampf mit dem Vater zur Auflehnung gegen Vergänglichkeit und Tod wird. Das Mittel aber, mit dem der Kampf geführt wird, ist die Sprache. «Will ich bestehen, muss ich der Sprache mächtig sein», heisst es einmal, und die schmucklose, direkte, unsentimentale Sprache, in der sie geschrieben sind, ist es denn auch, die diese Bücher noch immer unverstaubt modern erscheinen lässt (aus dem Flyer Verlag Huber zum Buch).

Theaterkasse und Foyerbar öffnen um 19.30 Uhr. Onlinereservationen und weitere Infos unter www.phoenix-theater.ch.

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