/// Rubrik: Vereine

Filmabend: «Tibi und seine Mütter»

Kreuzlingen – Der Verein «Fremde und Wir» zeigte am 19. Januar den Dokumentarfilm «Tibi und seine Mütter» im Ulrichshaus. Ein gelungener Auftakt zur Veranstaltungsreihe «Kinder auf der Flucht». (Text: Elisabeth Hofmann)

Tibi erzählte beim Filmabend im Ulrichshaus auch persönlich von seinem Schicksal. (Bild: zvg)

Tibi erzählte beim Filmabend im Ulrichshaus auch persönlich von seinem Schicksal. (Bild: zvg)

In jeder Hinsicht ist dem Verein «Fremde und Wir» diesmal eine ganz besondere Veranstaltung gelungen. Etwa 130 BesucherInnen waren gekommen und liessen sich von dem im Film dargestellten Schicksal des ehemaligen Flüchtlingskindes «Tibi» berühren – vielleicht mehr noch von der persönlichen Begegnung mit ihm. Offen, herzlich und differenziert liess Tibi das Publikum miterleben, wie schmerzlich er als Sechsjähriger die Trennung von seiner Familie und seinem gesamten, trotz Flucht aus Tibet Geborgenheit spendenden Umfeld, erlebt hat. Er habe gar nicht verstehen können, was damals passiert ist, warum er in ein so fremdes Land musste – weit weg von seiner Familie, der Nähe und tröstenden Umarmung seiner Mutter. Auch fragte er sich warum ihn seine Eltern vielleicht verkauft haben, ohne sich von ihm zu verabschieden.

Die Heimat gefunden
Für die BesucherInnen war es dann umso schöner miterleben zu dürfen, wie es Tibi gelungen ist – nach Zeiten des Heimwehs, der Entwurzelung, der Suche nach seinen Eltern und einer schweren Krise – einen Weg für sich zu finden. Seine Heimat fand er in seiner eigenen Familie mit Schweizer Frau und zwei Kindern, aber auch in seinem Beruf als Sozialpädagoge. Versöhnlich und mit Dankbarkeit kann er auch darüber sprechen, was ihm seine Schweizer Pflegefamilie und die Schweiz gegeben haben.

Grosse Spende und guter Auftakt
Nach Film und Gespräch floss der lebhafte Austausch beim Geniessen des tibetischen Essens weiter. Das Spendenergebnis von 3500 Franken für ein tibetisches Schulprojekt spricht für sich. Zugleich war der Abend ein guter Auftakt für das diesjährige Schwerpunktthema «Kinder auf der Flucht» des Vereins, weist er doch prototypisch auf das Schicksal der vielen Millionen Kinder hin, die weltweit auf der Flucht sind – 40 Prozent aller syrischen Flüchtlinge sind Kinder! – und wie verletzlich gerade Kinder sind, vor allem wenn sie Familienmitglieder verlieren oder von ihren Eltern getrennt werden.

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.