/// Rubrik: Vereine

Gelungener Auftakt der Veranstaltungsreihe

Kreuzlingen – Mit der Filmvorführung «Tibi und seine Mütter» vorvergangene Woche ist dem Verein «Fremde und Wir» diesmal eine ganz besondere Veranstaltung gelungen.

Etwa 130 Besucher liessen sich vom im Film dargestellten Schicksal des ehemaligen Flüchtlingskindes «Tibi» berühren und vielleicht mehr noch von der persönlichen Begegnung mit ihm.

Bewegendes Schicksal
Offen, herzlich und differenziert lies uns Tibi miterleben, wie schmerzlich er als Sechsjähriger, die Trennung von seiner Familie, seinem gesamtem, trotz Flucht aus Tibet Geborgenheit spendenden vertrauten Umfeld erlebt hat. Wie schlimm es für ihn war, dass er gar nicht hat verstehen können, was da passiert ist. Warum er in ein so fremdes Land musste, weit weg von seiner Familie, der Nähe und tröstenden Umarmung seiner Mutter. Warum ihn seine Eltern vielleicht verkauft haben, ohne sich von ihm zu verabschieden.

Umso schöner war es dann, auch miterleben zu dürfen, wie es Tibi gelungen ist, nach Zeiten des Heimwehs, der Entwurzelung, der Suche nach seinen leiblichen Eltern und einer schweren Krise, einen Weg für sich zu finden. Und schliesslich Heimat in seiner eigenen Familie mit Schweizer Frau und zwei Kindern, aber auch in seinem Beruf als Sozialpädagoge. Versöhnlich und mit Dankbarkeit kann er auch darüber sprechen, was ihm seine Schweizer Pflegfamilie und die Schweiz gegeben hat.

3500 Franken gesammelt
Nach Film und Gespräch floss der lebhafte Austausch beim Geniessen des tibetischen Essens weiter. Das Spendenergebnis von 3500 Franken für ein tibetisches Schulprojekt spricht für sich.
Zugleich war der Abend ein guter Auftakt für das diesjährige Schwerpunktthema von Fremde und Wir «Kinder auf der Flucht», weist er doch prototypisch auf das Schicksal der vielen Millionen Kinder hin, die weltweit auf der Flucht sind – 40 Prozent aller syrischen Flüchtlinge sind Kinder! – und wie verletzlich gerade Kinder sind, vor allem wenn sie Familienmitglieder verlieren oder von ihren Eltern getrennt werden.

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