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Ideen zur Entwicklung des Döbele

Konstanz – Mit einem städtebaulichen Ideenwettbewerb für das Döbele möchte die Stadt Konstanz ein geeignetes Überbauungskonzept für das zentrumsnahe Gelände finden. Am Mittwoch durften Bürgerinnen und Bürger ihre Meinung zu neun Entwürfen äussern. Dabei galt die grösste Sorge dem Verkehr.

Das Döbele in Konstanz, bisher nur ein Parkplatz. (Bild: sb)

Das Döbele in Konstanz, bisher nur ein Parkplatz. (Bild: sb)

Jeder kennt das Döbele – zahlreiche Autos werden hier parkiert, am Kreisel drücken sich regelmässig Blechkolonnen in Richtung Innenstadt, ein Stau an diesem ist keine Seltenheit. Um an dieser Stelle schönen Wohnraum, ausreichend Parkmöglichkeiten sowie ein neues Verkehrskonzept zu realisieren, wurde den Bürgern bereits im Juni die Möglichkeit gegeben, sich mit Ideen einzubringen, bevor drei Monate später der Wettbewerb ausgeschrieben wurde. 35 Arbeiten sind bei der Stadt eingegangen, neun von ihnen kamen in die engere Auswahl.

Döbele ist geeignete Fläche
Das Interesse, sich an der Diskussion um die Zukunft des Döbele zu beteiligen, war gross, füllte sich doch am Mittwoch der untere Saal des Konzils bis auf den letzten Platz. «Das Döbele ist die letzte grosse Fläche, die linksrheinisch zu entwickeln ist», sagte Oberbürgermeister Uli Burchardt und befand, dass diese geeignet für Wohnraum sei, der in Konstanz dringend geschaffen werden müsse. Er rief aber auch in Erinnerung, dass weitere Entwicklungen künftig rechtsrheinisch geschehen würden.

Viele der Anwesenden waren bereits bei der ersten Bürgerbeteiligung dabei. Damals wurden Wünsche wie «ein idyllisches Quartier», «ein mehrstöckiges Parkhaus», «eine gesamtstädtische Verkehrslösung» und «bezahlbarer, barrierefreier Wohnraum» kundgetan. Marion Klose, Leiterin des Amtes für Stadtplanung und Umwelt, versicherte: «Vieles davon ist in die Planung mit eingeflossen. Klar ist, dass es ein lebendiges, städtisch geprägtes Quartier, mit urbanen Flächen, unterschiedlichen Wohnideen (80 Prozent Wohnungen jeder Art, 20 Prozent Sozialeinrichtungen, Dienstleistungen, Gewerbe), Raum für Langsamverkehr und ein neues Erschliessungskonzept, das über die Quartiersgrenze hinaus betrachtet wird, geben soll.»

Wieviel? Wie gross? Wie hoch?
Was die BürgerInnen am Mittwoch zu sehen bekamen, waren erste Grundideen: Die grobe Verteilung der Baumasse, wo könnten Freiräume entstehen, wie ist die Verkehrserschliessung von der Schweiz her. Die neun Entwürfe, welche vom Preisgerichtsvorsitzenden Dr. Eckart Rosenberger vorgestellt wurden, zeigten Vorschläge mit und ohne Kreisverkehr, mit Tiefgarage und/oder Parkhaus inklusive privaten und öffentlichen Stellplätzen, verschiedenen Anordnungen von Quartieren mit Grünbereichen und Gebäuden mit stellenweise bis zu acht Geschossen und bis zu 450 Wohneinheiten. In manch einem Konzept wird der Verkehr durch das neue Döbele-Quartier gelenkt, in anderen wird er drumherum geführt. Sicher ist: «Die Döbelestrasse ist und bleibt für den privaten Verkehr gesperrt», so Rosenberger. Einer der Entwürfe schlägt sogar vor, den Grenzbach aufzustauen – als Öffnung zur Schweiz hin und durch Stufen erreichbar.

Mehr Parkplätze gefordert
Schon während der Vorstellung machte sich im Publikum die Sorge breit, dass die Parkplätze am neuen Döbele nicht ausreichen könnten. Mindestens 700 bis 800 Stellplätze seien vorgegeben gewesen, teilte der Preisgerichtsvorsitzende mit. Doch  genügen die Parkplätze, wenn die am Stefansplatz (115) und an der Oberen Laube (76) wegfallen, wollte ein Gast wissen. «Nach dem Ideenwettbewerb wird sich zeigen, ob es mehr Parkplätze braucht», versicherte Bau-Bürgermeister Kurt Werner.

Grenzüberschreitende Planung
Ein anderer Gast wollte wissen, inwieweit denn die Schweizer Nachbarn in die Planung involviert seien. Daraufhin informierte Eckart Rosenberger, dass der Kreuzlinger Stadtrat Michael Dörflinger (Departement Bau) Mitglied des Preisgerichtes sei und die Planung stets mit der Kreuzlinger Bauverwaltung abgestimmt werde. Als grenzübergreifende Massnahme sei zudem eine verkehrliche Verbindung mit Velo- und Fusswegen angedacht.

Die Verkehrslenkung in den Entwürfen bewegten die BürgerInnen denn auch sehr: Wenn es keinen Kreisverkehr mehr gibt, stehen die Anwohner künftig nicht im Stau? Ist die Abzweigung nicht zu eng? Und was ist mit dem Verkehr, der über den Emmishofer Zoll läuft? Jurymitglied Jochen Richard klärte auf: «Mit dem Verkehr haben die Entwürfe meist wenig zu tun. Unsere Aufgabe ist es, darauf zu achten, wie robust ein Plan ist, um im Nachhinein Änderungen in der Verkehrsplanung vorzunehmen.»

Über die Baustruktur solle sich an das Verkehrsproblem herangetastet werden, ergänzte Eckart Rosenberger. Das sei Teil der nächsten Wettbewerbsstufe.

Die Gelegenheit wurde genutzt
Im Anschluss hatten die anwesenden Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, sich zu den vorgestellten Entwürfen zu äussern. An Pinwänden konnten sie Notizen zu positiven und negativen Merkmalen sowie Ideen hinterlassen. Während sich ein Gast insgesamt mehr Grünfläche wünschte, forderte ein anderer nicht weniger als 2000 Parkplätze. An die Hunde solle gedacht werden, lautete eine Bitte, an soziale Begegnungszonen für Jung und Alt eine andere. Der Verkehr solle nicht mitten durchs neue Quartier fliessen und die Gebäude eine Höhe von fünf Stockwerken nicht überschreiten, waren wieder andere Wünsche. «Ihre Anmerkungen werden in der nächsten Phase berücksichtigt, sodass die Projekte schliesslich vertieft bearbeitet werden können», versicherte Rosenberger.

Wie die Zukunft des 5,8 Hektaren grossen Gebietes, inklusive der angrenzenden Verkehrsflächen und Knotenpunkten, aussehen wird, zeigt sich im April. Dann nämlich soll der Wettbewerb entschieden und die Ergebnisse anschliessend öffentlich ausgestellt werden.

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