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Johannes-Büste zurück in Münsterlingen

Münsterlingen – In einem Festgottesdienst mit der Musikkapelle und dem Kirchenchor von Hagnau wurde in der vollen Klosterkirche Münsterlingen am Sonntag ein Jubiläumsjahr offiziell beendet, das genau vor einem Jahr dort seinen Anfang genommen hatte: 50 Jahre vorher, im Jahr 1963, war zum letzten Mal der gesamte Bodensee zugefroren.

(Bild: zvg)

(Bild: zvg)

Festakte auf beiden Seiten des Sees, eine grosse Ausstellung in Hagnau mit einem Bildband zum Thema, über 200 Artikel und Berichte in den Medien liessen die Erinnerung an ein Ereignis aufleben, das wegen der Klimaerwärmung so möglicherweise lange nicht mehr stattfinden wird.

«Die Johannes-Büste war das Herzstück und die Seele der Ausstellung im Hagnauer Heimatmuseum. Unser Bodensee-Heiliger verlieh der Ausstellung spirituelle Tiefe», dankte Rudolf Dimmeler, Vorsitzender des Hagnauer Heimat- und Geschichtsvereins. «Wir bringen den Heiligen Johannes mit Wehmut nach Münsterlingen zurück.»

Der Heilige Johannes stelle bis zum heutigen Tag das Symbol dar für die Verständigung und Gemeinschaft der Menschen über den See hinweg. Dies möge der tiefere Grund sein, der die Menschen bewege und für die alte Tradition begeistere, sagte Dimmeler.

Seit 1573 wisse man von der Büste des Evangelisten und von dem religiösen Brauch, dass sie bei den Seegfrörnen mit oder ohne Prozession zwischen Münsterlingen und Hagnau (oder umgekehrt) über den See getragen wurde, streifte Dimmeler die Geschichte. Die Verehrung des Johannes am Bodensee liege in der Herkunft von Jesu Lieblingsjünger aus einer Fischerfamilie und in seinem Patronat der Winzer begründet, vermutet Dimmeler.

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