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Kreuzlingen sagte Nein zur SVP-Initiative

Kreuzlingen – Kreuzlingen als einer der Schweizer Städte mit dem höchsten Ausländeranteil lehnte die SVP-Masseneinwanderungsinitiative ab. Innerhalb des Bezirks taten dies nur Bottighofen und Gottlieben gleich. Im Kanton waren es gar nur drei weitere Gemeinden: Frauenfeld, Hüttwilen und Berlingen.

Die knappe Annahme der Masseneinwanderungsinitiative ruft Empörung im Ausland hervor – und im Inland. So fanden noch am historischen Abstimmungssonntag Demonstrationen in Bern, Luzern und Zürich statt. Auch von einer Spontan-Demo in Kreuzlingen wurde berichtet. Kreuzlingen als die Stadt mit dem höchsten Ausländeranteil in der Ostschweiz und Standort von einem der fünf Empfangszentren für Asylbewerber in der Schweiz hat die SVP-Masseneinwanderungsinitiative allerdings abgelehnt.

2259 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger legten ein Nein in die Urne (2184 Ja). Damit steht die Stadt im Bezirk ziemlich alleine da. Nur Bottighofen (390 Nein, 370 Ja) und Gottlieben (59 Nein, 46 Ja) wählten ähnlich. Spitzenreiter bei der Annahme waren dafür die Gemeinden Kemmental und Langrickenbach. Mit 64,5 Prozent (entspricht 288 Nein, 525 Ja) respektive 65 Prozent (entspricht 165 Nein, 308 Ja) wurde hier die Initiative angenommen.

Die vollständigen Ergebnisse für den Thurgau können hier angesehen werden.

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One thought on “Kreuzlingen sagte Nein zur SVP-Initiative

  1. Bruno Neidhart

    Eigentlich hätte das Resultat hier am See noch viel positiver im Sinne der „Nein“-Stimmenden ausfallen müssen, wird doch erkennbar, was „Freizügigkeit“ bewirkt. Das breite Gewerbe hat – und tut es noch immer – auf jeden Fall kräftig z.B. von den EU-Zuzügern profitiert, was sich auch auf die Rechnungen der Gemeinden auswirken sollte, sofern die Steuern nicht aus „gegenseitigen Konkurrenzgründen“ heute bereits zu tief angesetzt sind! Wenn die Auslandschweizer hingegen eindeutig dagegen stimmten, wie zu lesen ist, so ist das doch in einem gespaltenen Land – also nicht nur francophone und deutsche Schweiz sind gespalten! – ein ermutigendes Zeichen besonders für die Jugend, die sich ja in Europa sicher nicht „kontingentiert“ sehen möchte. Was Kreuzlingen betrifft, so ist die Stadt bekanntlich auf Ausländer angewiesen, um einen gewissen „Stadtstandard“ zu erhalten. Und so erstaunt denn der knappe Entscheid schon, der sich keineswegs „schönreden lässt“.

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